Wie auf dem Jahrmarkt
03.08.2019 WohlenCircus Monti vor der Premiere in Wohlen
«Jour de fête» – so nennt sich das neue Programm des Circus Monti. Die Manege ist dabei Schauplatz für die Jahrmarkt-Inszenierung. Zirkusdirektor Johannes Muntwyler ist voller Zuversicht und verspricht dem Publikum ...
Circus Monti vor der Premiere in Wohlen
«Jour de fête» – so nennt sich das neue Programm des Circus Monti. Die Manege ist dabei Schauplatz für die Jahrmarkt-Inszenierung. Zirkusdirektor Johannes Muntwyler ist voller Zuversicht und verspricht dem Publikum einen Festtag in seinem Zelt. Nach einer achtwöchigen Vorbereitungszeit ist die 14-köpfige Artistentruppe bereit für die Premiere vom kommenden Freitag in Wohlen. Für Konzept und Regie zeichnen die beiden Clowns Andreas Manz und Bernard Stöckli verantwortlich. --dm
Festtag voller Emotionen
Circus Monti: Am nächsten Freitag erfolgt mit dem Programm «Jour de fête» der Start in die 35. Saison
Atemberaubende Artisten, amüsante Gaukler und übermütige Künstler verwandeln die Manege in einen Jahrmarkt. Das alles soll in einem Volksfest gipfeln. Der Circus Monti verspricht ganz viel mit dem neuen Programm «Jour de fête». Auf die Umsetzung darf sich das Publikum freuen.
Daniel Marti
Jahrmarkt im Circus Monti. Das verspricht das Programm «Jour de fête». Nach der beliebten und erfolgreichen Inszenierung «Villa Monti» im vergangenen Jahr nun also ein Festtag in der Manege. «Und wir sind bereit für ein grosses Fest», versprüht Zirkusdirektor Johannes Muntwyler viel Zuversicht. «Wir sind im Fahrplan, wir sind bereit für die Premiere.» Gewiss doch, die letzten Wochen waren hektisch beim Circus Monti, aber auch das ist normal. Acht Wochen Probezeit mit einem illustren Artistenteam müssen genügen, um ein neues Programm ins Monti-Zelt zu zaubern. «Jetzt herrscht grosse Spannung, grosse Freude, bis es losgeht.» Traditionell findet der Startschuss in Wohlen statt, mitten im Dorf auf dem Merkur-Areal.
Artistenteam ist aufgestellt, motiviert, vielseitig
Und die Monti-Crew hat eine umfangreiche Vorbereitungsarbeit geleistet. Der Festplatz steht, wirkt sehr einladend, und das Bühnenbild erinnert sofort an einen Jahrmarkt. «Es passt», freut sich Muntwyler. Ein halbes Riesenrad thront vor der Manege Und diese ist geprägt von einem alt aussehenden Boden, der an ein Karussell erinnert. Der Circus Monti wird in den nächsten vier Monaten Schauplatz eines bunten Treibens sein. Und die Verantwortlichen versprechen dem Publikum ganz viel: lebensfrohe Energie, exotische Düfte, kreisende Bewegungen der Karusselle, wirbelnde Kurven der Bahnen, schwingende Masten, unverkennbare Marktfahrer und Schausteller, Gejohle von Halbstarken, hüpfende Kinder, tanzende Menschen. Alle auf dem Dorfplatz, ein beliebter Treffpunkt.
«Fast so wie in meiner Kindheit», schwelgt der Direktor in schönen Erinnerungen. Und natürlich, die Kostüme passen auch in diese Zeit. Die Farben sowieso.
Das Regie-Duo (siehe Artikel unten) will keine Geschichte erzählen, es will prägende Bilder zeigen. Bilder, die eine ganze Geschichte erzählen könnten. Andreas Manz und Bernard Stöckli feierten als Clowns ihre persönliche Monti-Premiere im Jahr 1998, als Dimitri erstmals Regie führte. Von da an sind die beiden zusammengeblieben. Und nun versprechen auch die Regie-Verantwortlichen einen wahren «Festtag für die Menschen und ein Treffen voller Emotionen auf dem Dorfplatz». Auch Zirkusdirektor Muntwyler freut sich auf die angekündigte Bilder-Vielfalt. «Hinzu kommt ganz viel Lockerheit, die es eben braucht», betont er.
Die Vorfreude wird auch durch das Artistenteam verstärkt. 14 Artistinnen und Artisten aus Frankreich, Kanada, den USA und aus der Schweiz werden die Monti-Manege bereichern. Die Auswahl der Artistentruppe war Teamarbeit von Regie und Direktion. «Wir haben tolle Artisten. Passend zum Thema», so Johannes Muntwyler, «alle sind aufgestellt, motiviert, vielseitig und voller Lust, bei uns aufzutreten.»
125 Vorstellungen und Ritterschlag in Luzern
Die Disziplinen im Programm «Jour de fête» sind ebenso vielfältig: Clownerienfiguren, Diabolo, komische Illusion, chinesischer Mast, Jonglage, Roue Cyr, Rhönrad, Schleuderbrett, Skateboard, Strapaten, Vertikalseil und diverse Auftritte des gesamten Artistenensembles.
Insgesamt 65 Mitarbeitende gehen auf die 35. Tour. Sie werden neun Gastspielorte in der Deutschschweiz besuchen. Nach Wohlen mit vier Vorstellungen am 9., 10. und 11. August folgen Basel, Aarau, Winterthur, Luzern, Wettingen, Solothurn, Bern und Zürich. In Luzern geht sogar ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung: Der Circus Monti darf erstmals auf der grossen Allmend sein Zelt aufschlagen. Das ist – zumindest in Luzern – wie ein Ritterschlag.
Rund 125 Vorstellungen stehen bevor, ehe die Tour am 24. November enden wird. Der Circus Monti geht übrigens bereits zum fünften Mal auf die verkürzte Tour. Der Wechsel von der achtmonatigen auf die viermonatige Saison habe sich wahrlich gelohnt, blickt Muntwyler zurück. «Das war und ist eine gute Lösung, die immer besser wird», so Muntwyler. Der Circus Monti freut sich also über eine positive Entwicklung, die natürlich mit dem neuen Programm anhalten soll.
Cool im Zelt und aussergewöhnlich in der Szene
Auch das neue Zelt, das vor einem Jahr Premiere feierte, hat sich bewährt. Ein Zelt ohne Masten bedeutet einen klaren Mehrwert fürs Publikum. «Das war ein guter Entscheid, wir durften uns über viele schöne Rückmeldungen freuen.» Und auf diese Saison hin soll es eine weitere Neuerung geben: An heissen Tagen kann das Zeltinnere gekühlt werden, frei nach dem Motto: heisse Vorstellung, coole Angelegenheit. Das gilt auch für die Jahrmarkt-Inszenierung «Jour de fête».
Die Montis versprechen heuer ein komplett neues Zirkus-Erlebnis und sie wollen damit ihren wegweisenden Platz in der vielseitigen Schweizer Kulturszene bestätigen. «Nicht umsonst gilt Monti als aussergewöhnlicher Circus», heisst es in der Medienmitteilung. Und weiter: «Die Programme sind ein Mosaik aus artistischem Spektakel, visueller Inszenierung und musikalischem Genuss für alle Sinne.»
Monti: Auftritt in Vevey
Dieses Angebot konnte der Zirkusdirektor unmöglich ablehnen. Am nächsten Dienstag, drei Tage vor der Premiere in Wohlen, absolviert der Circus Monti in Vevey einen Auftritt. An der «Fête des Vignerons», dem Fest der Winzer, darf der Circus Monti den Kanton Aargau vertreten. Rund 40 Minuten wird die Darbietung dauern, die Montis werden dabei auch einen Einblick ins neue Programm gewähren.
Das grösste Schweizer Weinfest findet ungefähr alle 25 Jahre in Vevey im Kanton Waadt statt. Heuer dauert es vom 18. Juli bis 11. August. Eine Einladung ist eine grosse Ehre. «Darum ist das für uns eine sehr wichtige Sache», betont Johannes Muntwyler.
Auch sie treffen sich wieder
Andreas Manz und Bernard Stöckli führten Regie beim neuen Monti-Programm
Sie haben sich vor 20 Jahren beim Circus Monti kennengelernt. «Deshalb ist es uns eine grosse Ehre, in diesem Jahr die Regie zu führen», sagen die Kreativköpfe von «Jour de fête».
Sie haben viel Kreativität. Doch vor Leuten zu sprechen, das mögen sie eher nicht. Bei der Vorstellung des neuen Programms erzählen Andreas Manz und Bernard Stöckli von ihrem Hintergrund für das neue Programm. «Es treffen sich alle einmal im Jahr auf dem Dorfplatz und feiern miteinander», sagt Manz. Und so ist es in der Realität irgendwie auch. Denn einmal pro Jahr feiert der Circus Monti die Premiere des jeweiligen Programms auf dem Merkur-Areal. Für die Regisseure ist der Wohler Circus irgendwie ein Stück Heimat. Denn vor 20 Jahren lernten sie sich dort kennen. «Witzig», sei es, «dass wir nun wieder hier sind und gemeinsam etwas auf die Beine stellen konnten», meint Stöckli.
Denn seit diesem Kennenlernen vor 20 Jahren, als sie clowneske Figuren im Monti-Programm «ZirKuss» darstellen, arbeiten Andreas Manz und Bernard Stöckli zusammen und bilden gemeinsam die «Compagnia Due». Der Circus Monti schreibt zu den beiden: «Mit dreister Theatralik, feiner Komödie und umwerfendem Slapstick – gewürzt mit Poesie, Clownerie, Improvisation und einer fesselnden Stimmung – haben sie sich einen Namen geschaffen». Mit verschiedenen Produktionen («Avanti», «Libero», «SensoUnico» oder aktuell «OH!») sind sie erfolgreich im In- und Ausland unterwegs und bilden während den Wintermonaten den roten Faden im «Tingel-Tangel Variété» im Walter Zoo in Gossau. Nun sind sie erstmals für Konzept und Regie des Monti-Programms verantwortlich. «Und das freut uns riesig.» --spr





