Schweizer Militär informiert mit einem Kurzfilm über die Kaderlauf bahn
Filmrealisator Christian Dietiker drehte im Auftrag der Schweizer Armee in Waltenschwil den ersten Aufklärungsfilm über die Möglichkeiten, beim Militär Karriere zu ...
Schweizer Militär informiert mit einem Kurzfilm über die Kaderlauf bahn
Filmrealisator Christian Dietiker drehte im Auftrag der Schweizer Armee in Waltenschwil den ersten Aufklärungsfilm über die Möglichkeiten, beim Militär Karriere zu machen.
Susanne Schild
«Gestern mussten wir noch künstlich Regen erzeugen, heute ist das Wetter perfekt», freut sich Christian Dietiker über den strömenden Regen an diesem Dienstagabend. Auch für ihn und sein siebenköpfiges Team ist dieser Dreh eine Premiere. «Es handelt sich hier um einen eher aufwendigen Film», erklärt Dietiker. Man arbeite verstärkt mit Stimmungen wie Regen und Feuer. Gezeigt wird aber nicht nur, wie die Soldaten während der Kaderausbildung an ihre körperliche Leistungsgrenze stossen, sondern auch an ihre psychische. Auf den Drehort in Waltenschwil ist er per Zufall durch Google gestossen. «Ich suchte nach einer geeigneten Lokation und entdeckte das Areal der Wiederkehr Recycling AG in Waltenschwil.» Christian Pak, Standortleiter der Wiederkehr Recycling AG reagierte positiv auf die Anfrage. «Für mich ist das völlig in Ordnung. Wir unterstützen, wo wir können.»
Zielpublikum ist die junge Generation
Der gesamte Film dauert zwischen drei und vier Minuten und kostet rund 30 000 Franken. «Wir wollten den Film bewusst kurz halten, damit wir ihn auch in den modernen Medien wie Facebook einsetzen können. Unser Zielpublikum ist schliesslich die junge Generation.» Deshalb habe man sich bewusst für dieses Format entschieden und auch die Sprache der Jugendlichen verwendet. «Das Ganze ist sozusagen massgeschneidert», so Dietiker.
Drei Filme werden produziert
Neben dem Film über die Kaderlaufbahn sind zwei weitere zum Thema «Frauen im Militär» und «Sicherheitspolitik» in Produktion. «Wir drehen blockweise. Synergien können so genutzt werden, die Schauspieler sind die gleichen und daher können wir einige Szenen in allen drei Kurzfilmen verwenden», erklärt Dietiker.
Es handelt sich um keine linear erzählte Geschichte. Verschiedene Elemente stellen die Entwicklung des Hauptprotagonisten vom Befehlsempfänger zum Befehlsgeber dar. Stimmungsbilder und Emotionen, begleitet mit einem Kommentartext, formen den Film. Am Anfang ist ein Infanterieeinsatz in Kampfmontur zu sehen. Die Soldaten patrouillieren durch das Industriefeld, wobei die Gegenseite nicht ins Bild tritt.
Der Film lebt
Der Filmrealisator schrieb zuerst das Konzept. Aus diesem entwickelte sich das Drehbuch. «Ich hatte zwar meine Wünsche und Vorstellungen, doch die Truppe sagte mir, was machbar ist», erklärt Dietiker. Der ganze Film sei ein Prozess, der sich ständig entwickeln würde. «Der Film lebt sozusagen.» Vor Ort beim Dreh werden alle ständig informiert. Die Szenen werden geübt, dann fachlich begutachtet. Erst wenn taktisch alles stimmt, wird gedreht.
Alle Soldaten haben sich freiwillig für das Projekt zur Verfügung gestellt. Zu sehen wird der Film unter anderem an Orientierungs- und Rekrutierungstagen sein.