Erfrischende Abkühlung
23.08.2019 WohlenIn der Beilage «Thema» werden die Möglichkeiten angeschaut, wie man sich im Freiamt «Abkühlung» verschaffen kann. Zwar ist der Sommer mit seinen heissen Tagen schon fast vorbei, trotzdem wird es bestimmt noch den einen oder anderen Tag geben, bei dem man sich nach ...
In der Beilage «Thema» werden die Möglichkeiten angeschaut, wie man sich im Freiamt «Abkühlung» verschaffen kann. Zwar ist der Sommer mit seinen heissen Tagen schon fast vorbei, trotzdem wird es bestimmt noch den einen oder anderen Tag geben, bei dem man sich nach einer Erfrischung sehnt. Zum Auftakt der Beilage ziehen die Badmeister der Badis Bremgarten, Wohlen und Muri eine erste Bilanz zur Saison 2019. --sab
Ein Auf und Ab für die Badis
«Abkühlung»: Die Badmeister in Wohlen, Bremgarten und Muri ziehen ein durchzogenes Fazit für die Saison 2019
Die Hitzetage bescherten den Badis Spitzenresultate bei den Eintritten. Trotzdem beschreiben Martin Burkart (Badi Muri), Roger Marti (Badi Bremgarten) und Daniel Hürzeler (Badi Wohlen) den Sommer 2019 als mittelmässig. Interessant ist das Verhaltensmuster der Badigäste.
Sabrina Salm
«Wir hatten mit 27 870 Eintritten seit Jahrzehnten nicht mehr einen so guten Juni wie in diesem Jahr», sagt Roger Marti, Badmeister der Badeanlage Isenlauf in Bremgarten. Kein Wunder, im Juni hatte die erste Hitzewelle im Jahr 2019 die Schweiz im Griff. Dies noch vor den Sommerferien, was den Badis einen Grossandrang bescherte. Bis Mitte August verzeichnete die Badi Bremgarten 59 557 Eintritte. «Wenn wir bis Mitte September noch bis auf 70 000 Eintritte kommen, ist für mich persönlich die Saison gut gewesen», so Roger Marti. Trotzdem bezeichnet er den Sommer 2019 allgemein als mittelmässige Saison.
Schlechter Saisonstart
Der schlechte Freibadstart im Mai konnte Bremgarten dank dem Hallenbad nicht viel anhaben. Mehr zu kämpfen im Mai hatte die Badi Muri. «Der Mai war sehr schlecht. Der Saisonkartenverkauf mit Schneefall gar erschreckend. Der Juni war sehr gut und der Juli dank den Schwimmkursen, die wir bei uns anbieten, ok», fasst Martin Burkart, Betriebsleiter und Badmeister der Badi Muri, den ersten Teil der Saison zusammen. «Ohne diese Schwimmkurse wäre der Juli auch eher mager gewesen.» Dies, obwohl im Juli die zweite Hitzewelle über die Schweiz rollte. «Man hat das Sommerferienloch gut bemerkt», sagt auch Daniel Hürzeler, Bad- und Eismeister im Schüwo-Park Wohlen. Die neu gestaltete Badi in Wohlen ist in diesem Jahr in die zweite Saison gestartet. Schlecht, wegen dem verregneten, kalten Mai. Doch das Team um Daniel Hürzeler und den Geschäftsleiter Christian Meier musste noch mit einer anderen Herausforderung kämpfen: elektrische Spannungen im Wasser. Nachdem diese aber behoben waren, lief das Tagesgeschäft. «Wir konnten unsere Jahresaboverkäufe im Vergleich zum letzten Jahr verdoppeln», erzählt Christian Meier. 500 Jahresabos gingen an den Kunden. «Das zeigt, dass die Akzeptanz uns gegenüber in der Region hoch ist. Das freut uns natürlich.» Besonders die vielen Schattenplätze und auch die «schöne Pflanzenvielfalt» seien oft gehörte Komplimente. «Und natürlich kommt bei den Kids die Rutschbahn gut an», sagt Badmeister Daniel Hürzeler. «Da nehmen sie auch die Warteschlange auf sich.»
Mehrere Tage um die 30 Grad – dann kommen die Leute
«Wenn es mehrere Tage hintereinander schön und warm ist, kommen die Leute eher in die Badi», weiss Daniel Hürzeler. Diese Aussage unterstreicht auch Roger Marti. «Ist es nur an einem Tag um die 30 Grad warm, ist der Ansturm deutlich kleiner. Die Menschen brauchen Anlaufzeit, bis sie in die Badi gehen.» In den letzten Jahren sei zu beobachten, dass die Leute 25 Grad und mehr brauchen, um einen Badetag einzuplanen. Dieses Verhaltensmuster hat auch Martin Burkart, der seit dreissig Jahren Badmeister ist, davon zwei in Muri, festgestellt. «Die Leute passen sich den Temperaturen an. Es braucht mindestens zwei bis drei schöne, warme Tage hintereinander, sonst geht man nicht in die Badi.» Der Tagesgast entscheidet kurzfristig, ob er sich einige Stunden in der Badi gönnt oder doch einer anderen Beschäftigung nachgeht.
Zwar brachten die Hitzetage die Menschenmasse in die Schwimmbäder. Aber es waren weniger als letztes Jahr. «Vergleiche mit dem Vorjahr empfinde ich als sehr schwierig, da der Sommer 2018 ein Jahrtausendsommer war», sagt Martin Burkart. «Den Sommer 2019 würde ich als Durchschnittssommer bezeichnen.» Schlecht reden über die Saison will er aber nicht. Jammern über den mittelmässigen Sommer möchten auch die Badmeister aus Wohlen und Bremgarten nicht. Glücklich sei man darüber, dass keine Badeunfälle zu verzeichnen sind. «Die Saison war eben wie das Wetter – ein Auf und Ab», bringt Daniel Hürzeler die Situation auf den Punkt. Es sei eben, wie es ist, und es gelte, das Beste daraus zu machen, sind sich die drei Badmeister einig.
Thema Littering als Herausforderung
Als Herausforderung für die Zukunft bezeichnen alle das Thema Littering. Vieles wird sogar direkt vor dem Abfalleimer auf den Boden geworfen. Mit Schildern und Hinweisen möchte man in den kommenden Saisons vermehrt darauf aufmerksam machen, dass dieses Verhalten nicht geht. Auch an die Aufsichtspflicht der Eltern sowie an den gegenseitigen Respekt möchte man vermehrt appellieren. «In einer Badi treffen sich alle – die Planscher, die Schwimmer, die Sportler, die Sonnenanbeter, Familien, Jugendgruppen wie auch Einzelpersonen. Viele Leute und Ansichten prallen aufeinander. Allen gerecht zu werden, ist eine Knacknuss», sagt Roger Marti. Und allen recht machen, könne man es sowieso nicht. Da gilt es einfach Rücksicht zu nehmen und gegenseitigen Respekt zu schenken. Dann kann man die Abkühlung in der Badi auch richtig geniessen.
Spielend Wasser entdecken
Es ist ein Spielplatz und Lernplatz zugleich: der Murimoos-Wasserspielplatz. In seiner Form ist er einzigartig im Aargau. In einer Zusammenarbeit von W WF Aargau und Murimoos werken und wohnen wurde an der revitalisierten Bünz ein Spielplatz mit Hängebrücke und Baumhäusern gebaut und durch einen Bachnebenarm der sichere Zugang zum Wasser ermöglicht.
Auf dem Wasserspielplatz im Murimoos können die Kinder das Element Wasser mit allen Sinnen spielerisch erfahren. «Sie erleben die Bünz hautnah», ist Tonja Zürcher, Geschäftsleiterin des WWF Aargau, überzeugt. --sab
Planschen und erfahren
«Abkühlung» in der Region Muri: Der Wasserspielplatz im Murimoos
Es ist ein spezieller Spielplatz, den es im Aargau nur einmal gibt: Der Wasserspielplatz beim Murimoos verbindet Spielen und die Natur. Und an heissen Tagen bietet er sogar eine «sinnvolle» Abkühlung.
Sabrina Salm
Der Wasserspielplatz Murimoos lässt jedes Kinderherz höherschlagen. Vor allem das Baumhaus mit Brücke fasziniert die Kleineren. Auf dem Wasserspielplatz im Murimoos können die Kinder das Element Wasser beim Plantschen, Stauen, Waten und Spritzen mit allen Sinnen spielerisch erfahren. Sie erleben die Bünz hautnah.
In einer Zusammenarbeit von WWF Aargau und Murimoos werken und wohnen wurde an der revitalisierten Bünz ein Spielplatz mit Hängebrücke und Baumhäusern gebaut und durch einen Bachnebenarm der sichere Zugang zum Wasser ermöglicht.
«Wasserkoffer» kann man mieten
«Es war für uns eine gute Gelegenheit», erklärt Tonja Zürcher, Geschäftsleiterin des WWF Aargau, die Ambitionen der Organisation, in Muri den Wasserspielplatz zu unterstützen. «Als es klar wurde, dass die Bünz revitalisiert wird, wollten wir diese Chance nutzen, die Kinder an den Bach zu bringen und ihnen auf spielerische Weise die Funktion des Wasser näherzubringen.» Dank Pegelmessungen und allenfalls nötiger Sperrung des Wasserspielplatzes, kann gegenüber der Hochwassergefahr ein guter Schutz garantiert werden.
Beim Wasserspielplatz im Murimoos können Kinder nicht nur spielen und sich eine Abkühlung gönnen. Sie können sogar spielerisch noch viel mehr über den Lebensraum Wasser erfahren. Für Schulklassen oder andere Gruppen ist der «Wasserkoffer» vom WWF Aargau und dem Naturama Aarau zusammengestellt worden. Er kann gemietet werden. «Neben vielen Informationen zum Lebensraum Bach hat es im ‹Wasserkoffer› Materialien für die Erforschung des Bachs und des Spielplatzes», sagt Tonja Zürcher.
Mit einem Sieb können Kleinstlebewesen wie Larven aus dem Bach genommen und in einer Becherlupe mithilfe eines Bestimmungsblatts untersucht werden. «Die Tierchen werden nach der Bestimmung wieder vorsichtig im Bach freigelassen», erklärt Tonja Zürcher. Es hat auch Augenbinden im Koffer. Damit können sich die Kinder die Augen verbinden und als «Tatzelwurm» barfuss über den Spielplatz geführt werden. «Dadurch nehmen sie die unterschiedlichen Materialien und die Geräusche der Umgebung mit allen Sinnen wahr.»
Es hat auch viele Spielsachen drin wie Wasserbälle, Kessel, Rechen und ein Seil. Der «Wasserkoffer» wird rege genutzt und komme bei den Kindern gut an, sagt Zürcher.
Event-Tag von WWF Aargau
Der WWF Aargau organisiert am Samstag, 7. September, von 14 bis 17 Uhr auf dem Murimoos-Spielplatz einen Kids-Event für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren.
In Gruppen besuchen die Kids verschiedene Posten am Bachnebenarm der Bünz, lernen Tiere und die Natur auf spielerische Art näher kennen und geniessen zwischendurch einen feinen, gesunden Zvieri. Am Schluss erhält jedes Kind ein Überraschungsgeschenk.
Es sind noch ein paar Plätze frei. Informationen und Anmeldung: wwf-ag.ch/ events.
Glace im Sommer – ein Muss
Zwei spannende Gelaterias in Wohlen
Bei der einen Gelateria gibt es das klassische italienische «Gelato» bei der anderen Glace nach thailändischer Art.
Eine Abkühlung von innen gefällig? Kein Problem – in Wohlen sorgen die Gelaterias «La Gelateria» und «Süsses Leben» für ein Schlaraffenland für Schleckmäuler.
Seit elf Jahren betreibt Anita Scianos ihre «La Gelateria» am Markusplatz. Jeden Tag bereitet sie ihre Glaces nach italienischem Rezept selber zu. «Das Sortiment wechselt immer wieder und ist auch saisonal bedingt», sagt die Geschäftsführerin. Klassiker wie Vanille- oder Schokoglace sind ebenso dabei wie Aussergewöhnliches wie Blutorangen- oder Kinderschokoladenglace. Feines süsses Glace sei gut fürs Gemüt, erfrischt und ist immer eine kleine Sünde wert, meint die gebürtige Neapolitanerein mit einem Lächeln.
Jedes Glace ein Unikat
Vor einem Jahr eröffnete Barbara Marth ihre Gelateria «Süsses Leben» an der alten Bahnhofstrasse 1 neben dem Kino Rex. Ihr Lebenspartner Marek Lesniak hilft ihr im Laden. «Wir beide lieben Glaces jeglicher Art», schwärmt Barbara Marth von der süssen Erfrischung zum Essen. Ihre «Thai-Glaces» haben sie auf einer ihrer vielen Reisen entdeckt. Den Genuss davon wollen sie anderen nicht vorenthalten und bringen die Köstlichkeit nun an die Leute. Ein Gemisch aus Milch, Joghurt und Butter wird mit Früchten, Guezli oder anderem, was das Herz begehrt, vermengt und auf einer kalten Platte zuerst zu einem Rechteck ausgestrichen und dann gerollt. So entstehen Glaces ganz nach Wunsch des Kunden. Und bei der Geschmackswahl ist alles erlaubt: «Die Möglichkeiten sind schier unendlich», so Barbara Marth. --sab
Erfrischung geht durch den Magen
«Abkühlung» in der Region Wohlen: Glaces gehören im Sommer auf jeden Speiseplan
Gerollt oder italienische Klassik? Egal wonach einem der Sinn steht, in Wohlen sorgen die Gelaterias «La Gelateria» und «Süsses Leben» für die Abkühlung von innen. Zwei Geschäfte, in denen Schleckmäuler garantiert ins Schwärmen kommen.
Sabrina Salm
In der Gelateria «Süsses Leben» geben soeben zwei Jugendliche ihre Bestellung auf: «Eine kleine Portion mit Nutella und Oreo bitte.» Marek Lesniak und Barbara Marth machen sich an die Arbeit. Zwei Löffel der Grundmasse aus Milch, Joghurt und Butter giessen sie auf die Minus 20 Grad kalte Platte. Einen Keks und einen Löffel Nuss-Nougat-Creme dazu und dann werden die Zutaten vermengt. Mit seinen Spachteln wischt Marek Lesniak die Masse auf der Platte glatt. Dann rollt er ein Stück nach dem anderen und Barbara Marth gibt die Rollen in einen Teller. Wer mag, bekommt Schlagsahne und Streusel dazu. Fertig ist die Glace-Rolle und die jungen Kundinnen freuen sich auf die süsse Erfrischung.
«Jede Glace ist ein Unikat»
Seit einem Jahr ist das Geschäft von Barbara Marth an der alten Bahnhofstrasse 1, neben dem Kino Rex, geöffnet. «Der Sommer war sehr gut besucht», freut sich ihr Lebenspartner Marek Lesniak, der hauptberuflich als Elektriker arbeitet. «Das Wintergeschäft holpert noch ein wenig», gibt er offen zu. Im Winter gebe es zudem noch Waffeln und heisse Schokolade. «Aber es braucht halt noch eine Weile, bis man uns kennt.» Auf verschiedenen Events wollen sie ihr Eis anbieten. Auch für Privatveranstaltungen kann man sie buchen.
Die beiden stammen ursprünglich aus Polen. Auf ihren vielen Reisen haben sie dann in Thailand diese speziellen Glaces entdeckt. «Wir lieben Glace aller Art und von dieser sind wir besonders begeistert.» In der Schweiz ist das Thai-Glace noch nicht sehr bekannt. Und viele Anbieter gibt es nicht. Was ein Vorteil für die Gelateria «Süsses Leben» ist. «Uns besuchen auch Kunden aus Luzern oder Zürich», erzählt Barbara Marth. Die Möglichkeiten der Sorten sind schier unerschöpflich. «Jede Glacerolle ist ein Unikat, das frisch zubereitet wird.» Am beliebtesten bei Schülern sei eben die Oreo-Nutella-Glacerolle. Auch oft bestellt ist ein Gemisch zwischen Raffaello und Himbeeren.
«Glace hilft bei schlechter Laune»
Mehr Zeit braucht da die Produktion von Anita Scianos Glace von «La Gelateria» am Markusplatz. Jeden Tag bereitet die gebürtige Neapolitanerin ihre Glaces frisch zu. Über Nacht wird gekühlt. Das Rezept stammt aus Neapel und viele Originalprodukte werden aus Italien importiert, der andere Teil kommt aus der Region.
«Die Klassiker wie Vanille, Stracciatella oder Erdbeere sind bei den Wohlern sehr beliebt», sagt die Geschäftsinhaberin. Sie bietet eine grosse Auswahl an verschiedenen Sorten an. Das Sortiment wechselt immer wieder und ist auch saisonal bedingt. «La Gelateria» ist das kleine Neapel in Wohlen. Die Familie von Anita Sciano hilft ihr im Laden, den sie seit 11 Jahren führt. «Es läuft sehr gut», sagt sie und klopft dreimal auf den Tisch. Es habe aber gedauert, bis sie ihren Kundenstamm auf bauen konnte. Mittlerweile sind aber auch die Wintermonate gut besucht. Crêpes, italienisches Süssgebäck oder Snacks wie Pizza wandern dann vor allem über die Theke. Alles ist auch hier selbsgemacht.
Warum eine Glace eine gute Abkühlung ist? «Es erfrischt und unsere Glace hilft bei schlechter Laune», meint sie lachend. «Dazu muntert unsere Freundlichkeit zusätzlich auf.»
Achtung beim Baden im Fluss
Was wäre das Kelleramt und die Region Bremgarten ohne die Reuss? Nicht ganz so schön. Das Reusstal ist ein wunderschöner Ort, um seine Freizeit zu gestalten. Auch aktiv am, im und auf dem Wasser. Besonders das Schlauchbootfahren gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit. Immer mehr Flussabschnitte sind an Wochenenden und an schönen Sommerabenden bevölkert von «Gummiböötlern». Auch wenn meistens alles gut geht: Flüsse sind unberechenbar.
Der Badespass in Flüssen birgt jedoch einige Risiken. Mit ein paar Verhaltensweisen können diese aber minimiert werden. --sab
«Wissen, was auf einen zu kommt»
«Abkühlung» in der Region Bremgarten: Die Reuss lädt zur Erfrischung ein – aber bitte mit Vorsicht geniessen
Sie schlängelt sich durch das Kelleramt und die Region Bremgarten: die Reuss. Besonders im Sommer reizt der Fluss für einen Hupf in das fliessende Wasser. Sich mit dem Schlauchboot treiben lassen liegt auch im Trend. Alles schön und gut – wenn man sich an bestimmte Regeln hält.
Sabrina Salm
Nach Feierabend oder am Wochenende die Badesachen einpacken und sich irgendwo an der Reuss ein freies Plätzchen suchen. Nur schon das ist einfach herrlich. Eine kühle Erfrischung im Fluss – an heissen Tagen gibt es fast nichts Schöneres. Baden, Schwimmen und Gummibootfahren gehören an warmen Tagen einfach dazu. Dass es nicht ungefährlich ist, ist vielen dabei gar nicht bewusst. In offenen Gewässern ist jedoch besondere Vorsicht geboten, denn es lauern mehr und andere Gefahren als in den Schwimmbädern.
Risiko minimieren
Jedes Jahr ertrinken in der Schweiz durchschnittlich 49 Personen. Untersuchungen der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung – zeigen, dass die Opfer vor allem junge Männer und ausländische Staatsangehörige sind. Höhere Risikobereitschaft, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie Unkenntnisse bei Flüssen und Seen können Gründe dafür sein. Das Baden und Schwimmen sowie «Böötle» am Fluss ist immer mit gewissen Risiken verbunden. Wenn man jedoch einige Vorsichtsmassnahmen beachtet, können diese Risiken minimiert werden. «Trotzdem: Schwimmen im Fluss empfiehlt sich nur für geübte Schwimmer», hält auch Martin Burkart, Präsident der SLRG (Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft) Freiamt-Reusstal, fest. Das Tückische an Flüssen ist, dass sie in Bewegung sind. Es entsteht eine Strömung, gegen die zu schwimmen ist auch für einen geübten Schwimmer fast unmöglich. Bei Brückenpfeiler sowie Wehren ist die Gefahr besonders hoch. «Strudel entstehen und können Menschen in die Tiefe ziehen.» Bevor man sich dem Spass im fliessenden Gewässer hingibt, sollte man sich die Flussregeln vor Auge führen. «Ausserdem sollte man sich einen Überblick über die Strecke verschaffen», betont Martin Burkart. «Das ist etwas vom Wichtigsten. Damit man weiss, was auf einen zukommt.»
Eine Bootsfahrt, die ist lustig...
Das Schlauchbootfahren auf Schweizer Flüssen liegt im Trend. Eine bfu-Erhebung zeigt, dass nur gerade 8 Prozent der Schlauchboot-Passagiere eine Rettungsweste tragen. Dabei bietet diese den besten Schutz: «Eine Schwimmweste zu tragen ist ein Muss», so Burkart und unterstreicht, dass dies vor allem für Kinder gilt. «Egal ob Kinder nur mit den Füssen in die Reuss gehen oder im Schlauchboot sitzen.» Am sichersten ist es mit Schwimmweste. Kinder sollten allgemein nie unbeaufsichtigt am, im und um das Gewässer sein.
Das «Böötle» ist für die meisten einfach nur Spass. Viel zu schnell werden einfache Sicherheitsregeln missachtet und so unnötig Menschen in Gefahr gebracht. «Zum Beispiel ist das Anbinden von mehreren Booten aneinander sehr gefährlich. Dies sollte man unbedingt unterlassen.» Wehre stellen eine ernsthafte Gefahr auch für «Gummiböötler» dar. Um der Gefahr aus dem Weg zu gehen, müssen Boote, Kanus und Co. um die Wehre getragen werden. Schuhwerk empfiehlt Martin Burkart ebenfalls für das Schwimmen im Fluss. «Wenn man abstehen muss, ist ein guter Schuh am Fuss überlebenswichtig.»
Mehr Informationen zur Sicherheit auf und im Wasser findet man unter www. slrg.ch.







