«Wohlen first»
03.08.2019 Wohlen1.-August-Feier mit Festansprache von Thomas Pauli-Gabi
Mit dem T-Shirt-Aufdruck «Wohlen first» beendete Thomas Pauli-Gabi, Leiter der Abteilung Kultur des Departements Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau, seine satirische Rede an der Bundesfeier. In der ...
1.-August-Feier mit Festansprache von Thomas Pauli-Gabi
Mit dem T-Shirt-Aufdruck «Wohlen first» beendete Thomas Pauli-Gabi, Leiter der Abteilung Kultur des Departements Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau, seine satirische Rede an der Bundesfeier. In der als Wahlkampfrede verkleideten Ansprache forderte er mehr Kultur in der Politik.
Josip Lasic
Er versprach keine gewöhnliche Rede zum 1. August und hielt sich daran. Thomas Pauli-Gabi ist Leiter der Abteilung Kultur des Departements Bildung Kultur und Sport des Kantons Aarau.
Er habe einen Brief erhalten, in dem er fälschlicherweise als Regierungsrat Pauli-Gabi angeschrieben wurde, was ihn auf die Idee brachte, für diesen zu kandidieren. Vor den anwesenden Wohlern hielt er eine Wahlkampfrede, die er mit den Worten beendete: «Wer die Satire in der Rede nicht erkannt hat, darf mit mir ein Bier trinken kommen. Ich erkläre es ihm dann.»
Kulturhauptstadt Wohlen
Trotz aller Satire, aller Ironie in seiner Rede sprach Pauli-Gabi einige Punkte an, die er durchaus ernst gemeint haben dürfte. Darunter auch den Einstieg, in dem er betont, dass sich der Kanton Aargau in der Schweiz unter Wert verkauft. Er habe schliesslich sehr viel zu bieten. Besonders im Bereich Kultur.
«Wenn ich gewählt werde, wird Wohlen noch vor Aarau und Baden die erste Kulturhauptstadt des Kantons», sagte der Festredner beispielsweise. Dabei betonte er diverse positive Einrichtungen und Anlässe der Gemeinde wie das Strohmuseum, das Kanti-Forum oder den Circus Monti. Letzterer wurde von Pauli-Gabi besonders positiv hervorgehoben. Schliesslich sei der Circus Monti nicht nur für Wohlen kulturell wertvoll. Er repräsentiert die Gemeinde positiv in der ganzen Schweiz. Dabei betonte er – obwohl im späteren Verlauf der Rede im Zusammenhang Wohlen und Kultur oft das Wort «Strohmuseum» fiel – die kulturelle Vielfalt, die es in Wohlen gibt.
«Mehr Kultur in der Politik», war der Slogan des kantonalen Kulturchefs. Auf den Autobahnen solle Werbung gemacht werden für die diversen Kulturgüter des Kantons Aargau und natürlich auch der Gemeinde Wohlen. Schulen im Kanton sollten eine kostenlose Möglichkeit haben, Museen zu besuchen. «Es kann nicht sein, dass Schüler aus Rheinfelden nicht nach Wohlen kommen können, um sich das Strohmuseum anzusehen, weil die finanziellen Mittel fehlen», meinte Pauli-Gabi.
Auf seinem T-Shirt standen vorne die Worte «für en läbige Kulturkanton» gemeinsam mit dem Aargauer Kantonswappen. Hinten waren, in Anlehnung an Donald Trumps «America first»-Slogan die Worte «Wohlen first» aufgedruckt, die er erst am Ende seiner Ansprache offenbarte und damit für Applaus auf dem Kirchenplatz sorgte.
Zumindest in Wohlen gewählt
Auch eine kantonale 1.-August-Feier war eine der Ideen von Pauli-Gabi, die er in seiner Rede präsentierte. Bereits zu Beginn bezog er sich auf «etwas, was wir Schweizer gut können. Nämlich abstimmen.» Die Abstimmung folgte am Ende der Ansprache. Die Besucher der Bundesfeier wählten den Festredner mit Handheben in den Regierungsrat.
Pauli-Gabi wird, wie seine Anmerkung bezüglich der Satire zeigt, natürlich nicht für den Regierungsrat kandidieren. Dass der Kulturchef des Kantons für mehr Kultur in der Politik einsteht und die kulturellen Vorzüge des Kantons und der Gemeinde Wohlen hervorhebt, wird kaum Satire gewesen sein.



