Baubeginn des neuen Dreifachkindergartens
Was lange währt, wird endlich gut. Oder im Fall vom Dottiker Dreifachkindergarten herzig: Drei Klassen durften die Baustelle mit Liedern, Versen und Tänzen eröffnen.
Chantal ...
Baubeginn des neuen Dreifachkindergartens
Was lange währt, wird endlich gut. Oder im Fall vom Dottiker Dreifachkindergarten herzig: Drei Klassen durften die Baustelle mit Liedern, Versen und Tänzen eröffnen.
Chantal Gisler
Die Grube ist etwa einen halben Meter tief. Knallgelbe Helme leuchten in der Sonne. In orangefarbenen Westen bewegen sich die Menschen in der Grube. Mit bunten Schaufeln wird der Boden gelockert, um ein Loch zu graben. Auf den ersten Blick wirkt es wie auf einer normalen Baustelle. Doch dieser Eindruck täuscht: Die Menschen in den orangefarbenen Westen sind Kindergärtler, die Schaufeln Spielzeug. Die Kinder kichern und haben sichtlich Spass in der Grube. «Wir haben uns für diesen Spatenstich etwas Besonderes ausgedacht», sagt Gemeindeammann Roland Polentarutti. Er blickt zu den Kindergärtlern, die sich mittlerweile in ihre drei Klassen aufgeteilt haben. Denn diese Kinder werden nach der Fertigstellung in den neuen Dreifachkindergarten einziehen. Sie werden die ersten sein, die hier spielen und lernen können. «Daher haben wir sie eingeladen, am Spatenstich dabei zu sein», so Polentarutti. «Es ist ein super Anlass. Am Montag hatten sie ihren Ersten Kindergartentag und heute dürfen sie bereits eine Baustelle eröffnen.»
Diese Einladung lassen sich die Kindergärtler nicht entgehen. Mit Freude und Eifer singt die erste Gruppe die Titelmelodie von «Bob, der Baumeister». «Stiefel, Gürtel, Bauhelm, bau wie Bob der Meister!»
Das Geheimnis der Baustelle
Bis im Sommer standen auf dem Gelände zwei Kindergarteneinheiten. Neu soll hier ein Dreifachkindergarten entstehen. «Ein Reihenhaus mit drei Eingängen», erklärt Architektin Maja Stoos. «Wir bauen grosse, helle Räume mit viel Platz zum Spielen.» Sie wendet sich an die Kinder: «Ihr alle werdet euch daran erinnern, dass ihr in eurer ersten Kindergartenwoche eine Baustelle eröffnet habt. Und nur ihr werdet das Geheimnis dieses Kindergartens kennen.»
Das Geheimnis wird in Form einer dunklen Box übergeben. Alle Kinder haben dort etwas hineingelegt. Die Zeitbox wird anschliessend auf dem Areal vergraben. «Und wenn der Kindergarten eines Tages abgerissen werden sollte, wird man eure Erinnerungen und Gedanken finden», verspricht Stoos.
Langer Weg zum Kindergarten
2017 sprach die Gemeindeversammlung den Kredit von 3,8 Millionen Franken für den Bau des Dreifachkindergartens aus. «Wir brauchten lange, bis wir uns einig waren», sagt Roland Polentarutti. Noch 2016 hatten sich die Dottiker gegen einen neuen Kindergarten beim Schulhaus Hübel ausgesprochen. Es war das zweite Projekt, das Schiffbruch erlitten hatte, zuvor war bereits der Standort Husmatt bei den Stimmbürgern durchgefallen. Die Haltung der Dottiker war eindeutig: Sie wollen am bisherigen Standort im Dorfkern festhalten. Im Wettbewerb haben sich insgesamt 52 Teams beworben. Sechs davon wurden von der Jury eingeladen. Nach eingehender Prüfung hatte man sich für das Projekt der Stoos Architekten aus Brugg entschieden. «Wir sind froh, dass diese Entscheidung getroffen wurde», sagt Vizeammann Franz Lötscher. «Und auch, dass wir den Spatenstich mit den Kindern verbringen können. Das ist definitiv der süsseste Spatenstich, an dem ich je war.»