Viele Hürden übersprungen
23.07.2019 BremgartenDer Reitverein Muri-Bremgarten feiert sein 100-jähriges Bestehen
Anfangs war der Verein nur für Angehörige der Armee. Die Dragoner sollten dort ihre «Eidgenossen» fit halten. Mittlerweile steht der sportliche Aspekt zuvorderst und im Verein haben ...
Der Reitverein Muri-Bremgarten feiert sein 100-jähriges Bestehen
Anfangs war der Verein nur für Angehörige der Armee. Die Dragoner sollten dort ihre «Eidgenossen» fit halten. Mittlerweile steht der sportliche Aspekt zuvorderst und im Verein haben die Frauen die Mehrheit übernommen. Präsidentin Carla Grod blickt auf die Geschichte des Reitvereins zurück.
Annemarie Keusch
Herausforderungen. Sie prägten die Geschichte des Reitvereins Muri-Bremgarten. Und das wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. «Wir brauchen einen Sandplatz und eine Reithalle», sagt Carla Grod. Sie ist Präsidentin des Reitvereins Muri-Bremgarten. Mit ihrem Anliegen aber spricht sie der ganzen Reitszene des Freiamts aus dem Herzen. Zur vor fünf Jahren gegründeten IG Regionale Pferdesportanlage gehören auch der Reitverein Lindenberg, der Kavallerieverein Bünztal, der Reitverein Klosterdorf Muri, die Genossenschaft Fohlenweide Bremgarten und die Pferdezuchtgenossenschaft Bremgarten.
Alle haben sie das gleiche Problem: sie sind ohne Sandplatz. «Viele Reiter nehmen nur noch an Concours teil, die auf Sand stattfinden. Vor allem bei Regen haben wir mit unseren Wiesenplätzen zu kämpfen», weiss Carla Grod. Dass die Suche nach einem geeigneten Ort nicht einfach ist, das haben sie schon erfahren. Ein Projekt in Muri scheiterte an der Raumplanung. Aktuell hat die IG bei der Stadt Bremgarten ein Projekt eingereicht, wonach der Sandplatz direkt an die bestehende Fohlenweid realisiert werden sollte. Die Suche nach einem passenden Standort läuft parallel weiter. «Wir sitzen alle im selben Boot», sagt Carla Grod dazu.
Ohne Vereinsmitgliedschaft keine Wettkämpfe
Die Rottenschwilerin ist seit neun Jahren Präsidentin des Reitvereins Muri-Bremgarten, der seinen Sitz in Merenschwand hat. Noch länger gehört sie dem Verein an und noch viel länger ist Reiten ihre grosse Leidenschaft. «Seit klein auf faszinieren mich Pferde, obwohl ich gar nicht in eine Reiterfamilie geboren wurde», sagt die dreifache Mutter. Ins Freiamt kam sie durch ihren Mann. Dass sie hier einem Reitverein beitreten würde, stand ausser Diskussion. «Um an Wettkämpfen teilzunehmen, muss man Mitglied eines Vereins sein», weiss sie.
An Springkonkurrenzen nimmt Carla Grod mit ihrem Pferd «Estate» regelmässig teil. Erfolge alleine oder in der Equipe durfte sie schon einige feiern. Grod kennt aber auch die andere Seite, das Organisatorische. Zuerst in der Fohlenweid, zwischenzeitlich beim Holzerhof und aktuell in Merenschwand: seit 1924 organisiert der Verein Springkonkurrenzen.
Streit um Vereinsnamen
Seit hundert Jahren gibt es den Reitverein Muri-Bremgarten. Über die Anfänge weiss Carla Grod bestens Bescheid. Unter dem Namen Kavallerieverein Freiamt fand die Gründung 1919 statt. «Damals gehörten ausschliesslich Dragoner dazu», erklärt Grod. «Der Verein war dafür da, dass sie sich regelmässig zu Übungen treffen konnten.»
Lange ging das aber nicht gut. Ein Streit zwischen der nördlichen und der südlichen Sektion führte bald zur Trennung. 1935 bewilligte der spätere Reitverein Muri-Bremgarten die ersten eigenen Statuten. Vorbei mit dem Streit wars damit aber nicht. Wer einen neuen Namen suchen müsse, dessen waren sich die getrennten Vereine nicht einig. Die Delegierten des Verbands Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine mussten schliesslich entscheiden und die nördlichere Sektion musste einen neuen Namen suchen. So entstand der Reitverein Muri, 1944 in Reitverein Muri und Umgebung und 1974 in Reitverein Muri-Bremgarten geändert.
Weniger Anlässe als vor Jahrzehnten
Ab 1965 war es auch Zivilreitern und Frauen möglich, dem Verein beizutreten. Für Carla Grod ein wichtiger Schritt. Die Arbeit mit den Pferden gibt ihr grosse Befriedigung. Angesprochen auf ihren grössten Erfolg sagt sie entsprechend: «Kürzlich bin ich mit ‹Estate› in die Kategorie bis 135 Zentimeter hohe Hürden vorgestossen. Dies gemeinsam mit einem anfangs sehr jungen Pferd zu erreichen, das ist der grösste Erfolg.»
Dem Reitverein Muri-Bremgarten gehe es gut. Das sagt Carla Grod überzeugt. «Auch wenn wir schon mehr Mitglieder hatten.» Es sei das Familiäre, das sie schätzt. «Wir ziehen an einem Strang.» Dies sei spürbar, obwohl die Intensität der Anlässe in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen habe. «Das ist in allen Reitvereinen so. Individualität ist auch in diesem Bereich erwünscht.» Der Nachwuchs lasse hoffen, dass die Geschichte des Vereins noch lange weitergehe. Mit dabei ist auch Grods Tochter. «Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.»
Mehr Infos: www.rv-muri-bremgarten.ch. Auf der Videoplattform Youtube ist ein Video zur 100-jährigen Geschichte des Vereins zu sehen.



