Seit 50 Jahren können Landwirte ihr Getreide in Villmergen anliefern. Es ist ein zentraler Standort. «Ausserdem versuchen wir, die Gebühren so tief wie möglich zu halten», erklärt Geschäftsführer Anton Küng. --chg
In die Zukunft der Bauern ...
Seit 50 Jahren können Landwirte ihr Getreide in Villmergen anliefern. Es ist ein zentraler Standort. «Ausserdem versuchen wir, die Gebühren so tief wie möglich zu halten», erklärt Geschäftsführer Anton Küng. --chg
In die Zukunft der Bauern investiert
50-Jahr-Jubiläum des Getreidecenters Freiamt
Für die Landwirte aus der Region war es eine grosse Erleichterung, als das Getreidecenter gebaut wurde. Hier können sie ihr Getreide anliefern und sich beraten lassen.
Chantal Gisler
Das grosse Gebäude beim Villmerger Aldi kennt fast jeder. Doch: Hier steckt mehr dahinter, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Viele denken, dass das Getreidecenter von Landwirten aufgebaut wurde. Dem ist nicht so. «Volg und Landi haben das Land gesucht und das Center aufgebaut», weiss Geschäftsführer Anton Küng. Seit zehn Jahren ist er für das Getreidecenter Freiamt zuständig. Jahrelang hatte er Erfahrungen in der Futterbranche gesammelt. Er weiss: «Alleine hätten das die Bauern nicht stemmen können.» Der Volg hatte das Bedürfnis der Bauern erkannt und unterstützte sie auf der Suche nach einem zentralen Standort, von wo aus man regionale Mühlen beliefern konnte. «Man hat die Produzenten von Anfang an für die Zusammenarbeit ins Boot geholt.» Zuvor wurde in Boniswil und Bremgarten gesucht. Fündig wurde man erst in Villmergen. «Der Standort ist ideal», so Küng. Er zeigt auf die Schienen vor dem Getreidecenter. Die Anbindung an den Zugverkehr ist ein grosser Vorteil. «Wir können damit die Swissmill, die führende Schweizer Getreidemühle in Zürich, beliefern.»
Drei Mitarbeiter sorgen dafür, dass im Getreidecenter alles rund läuft. «Wir müssen viel vorausplanen», so Küng. Beispielsweise, wann welcher Bauer sein Getreide liefert und wo es gelagert wird. «Heute können wir über 40 verschiedene Produkte annehmen.» Fast dreimal so viel wie zu Anfangszeiten.
Immer wieder angepasst
Damals, vor 50 Jahren, mussten die Bauern weite Strecken fahren, um ihr Getreide trocknen und lagern zu können. Durch das Getreidecenter ist beides an einem zentralen Ort möglich. «Heute gehören wir zu den Leadern unter den Getreidecentern», verkündet Küng. Bei vielen kleineren Zentren mangelt es an Platz, um die verschiedenen Sorten lagern zu können. 1969 wurde das erste Silo eröffnet und in Betrieb genommen. Landwirte vom Seetal bis zum Mutschellen bringen ihr Getreide nach Villmergen. Schnell war klar: Man braucht mehr Platz. Knapp sieben Jahre später wurde das Silo 1 um sechs Zellen vergrössert. «1988 wollten wir das zweite Silo bauen, doch die Anwohner hatten Bedenken, dass es mehr Landwirte anlocken und somit mehr Lärm geben würde.»
Die Betreiber des Getreidecenters suchten das Gespräch mit den Anwohnern. Und es klappte. 2009 wurde ein drittes Silo fertiggestellt. 2017 stand die letzte grosse Veränderung an: Die gesamte Steuerung im Silo 1 und 2 wurde angepasst.
Gute Böden im Freiamt
Heute verfügt das Getreidecenter Freiamt über 106 Zellen. Das ist wichtig, denn: «Heute gibt es immer mehr Labels. Von ‹Bio› über ‹Regional›, alles läuft unter verschiedenen Bezeichnungen.» Das Getreidecenter hat seit jeher auch eine beratende Funktion. «Wir haben einen Proteinmesser», erklärt Küng. Mit diesem kann man bestimmen, welches Getreide für welche Produkte am besten geeignet ist. «Getreide mit vielen Proteinen bleibt länger frisch und qualitativ hochwertiger», weiss Küng. Generell kann man sagen: «Im Freiamt haben wir gute Böden, auf denen das Getreide ideal wachsen kann.»