Für den festlichen Rahmen sorgen
12.07.2019 WohlenDie Wohler Alpenfahnen AG an der Fête des Vignerons in Vevey im Grosseinsatz
Der Event ist viel mehr als ein gewöhnliches Weinfest. Dieser einzigartige Anlass findet nur alle 20 bis 25 Jahre statt und dauert fast einen Monat. Rund eine Million Besucher werden ...
Die Wohler Alpenfahnen AG an der Fête des Vignerons in Vevey im Grosseinsatz
Der Event ist viel mehr als ein gewöhnliches Weinfest. Dieser einzigartige Anlass findet nur alle 20 bis 25 Jahre statt und dauert fast einen Monat. Rund eine Million Besucher werden dieses Jahr erwartet. Sie alle können dort viele Fahnen aus dem Freiamt bestaunen.
Chregi Hansen
Wenn es um die Fête des Vignerons geht, dann überschlagen sich die Kommentare und Zahlen. Die Fête gilt als grösstes Fest der Schweiz und wurde 2016 als erste lebendige Tradition der Schweiz in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Über 240 000 Zuschauer verfolgten die Festspiele bei der letzten Ausgabe 1999 in der extra erbauten Arena, insgesamt feierten rund 500 000 Besucher in Vevey. 5050 Statisten verwandelten die innerhalb von nur einer Woche ausverkauften Vorführungen in ein einmaliges Erlebnis.
Fest der Superlative
Für die diesjährige Ausgabe vom 18. Juli bis 11. August erwarten die Organisatoren noch einmal eine Steigerung. Die diesjährige Arena bietet 20 000 Zuschauern Platz. Zweimal täglich wird ein perfekt einstudiertes Spektakel mit 5500 Statisten und mehr als 1000 Sängern und Musikern aufgeführt. Rund 400 000 Tickets werden angeboten, die meisten sind allerdings schon längst verkauft. «Ich hatte schon im November Mühe, vier nebeneinanderliegende Plätz zu ergattern», sagt der Wohler Samuel Keller.
Jede Nacht im Einsatz
Sein Interesse an der Fête kommt nicht von ungefähr. Keller ist Geschäftsführer der Alpenfahnen AG in Wohlen. Und seine Firma hat für den Anlass in Vevey einen Grossauftrag an Land gezogen. Sie ist zuständig für die Beflaggung der Strasse, die vom Bahnhof zur Festarena führt. Und weil jeder Tag unter einem anderen Motto steht (fast jeder Kanton hat seinen eigenen Tag), werden diese Fahnen täglich ausgewechselt. Oder besser gesagt jede Nacht.
Zuständig dafür ist der Westschweizer Vertreter der Firma, Erwin Hofstetter. Er, der selber in Vevey lebt, kennt die Fête aus eigener Erfahrung. «Es ist ein unglaublicher Anlass, etwas, was man nie vergisst», berichtet er. Weil der Anlass so selten stattfindet, sei er bei den Jüngeren wenig bekannt. «Aber die älteren hier in Vevey schwärmen alle davon», berichtet er.
Schon vor zwei Jahren hat er mit den Organisatoren über den Auftrag verhandelt, letztlich konnte sich das Wohler Unternehmen mit seiner Offerte gegen die Konkurrenz durchsetzen. «Es ist einer der grössten Aufträge unserer Geschichte», freut sich auch Keller. Rund 600 Fahnen wurden im Vorfeld bedruckt, von Hand genäht und rechtzeitig nach Vevey geliefert. Darunter auch sehr grosse mit Massen von zwei mal zwei Metern. Damit wird die Strecke beflaggt, welche dann die Delegationen und ein Grossteil der Besucher zurücklegen werden. «Unsere Flaggen weisen sozusagen den Weg ins Festgelände», erklärt Keller. Daneben haben diverse Stände und Anbieter ebenfalls Fahnen aus Wohlen bestellt.
Auf Ernst Hofstetter warten stressige Zeiten. «Weil auf den Strassen so viel los ist, kann ich vermutlich erst weit nach Mitternacht die Fahnen auswechseln», erklärt er. Denn dafür muss er eine Hebebühne einsetzen, was zu gefährlich wäre, würde auf der Strasse noch viel Betrieb herrschen. Jede Nacht wird er also vor Ort sein und arbeiten. Die Verankerungen sind schon vorbereitet, der Grossteil der Fahnen und Flaggen bereits in Vevey vor Ort. Im Wohler Unternehmen werden derzeit die letzten Aufträge erledigt. «Alles ist bereit. Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen. Ausser, ich hänge die falschen Fahnen auf, beispielsweise die der Bündner am Tag der St. Galler», lacht Hofstetter.
Das Fest trotzdem erleben
Weil er jede Nacht arbeiten muss, kann er selber das Fest nur bedingt geniessen. «Ich will mir unbedingt die Vorführung ansehen», erklärt er, Diese sei durchaus vergleichbar mit der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Auch das Festgelände wird er mit seiner Familie besuchen. «Aber vermutlich eher am Nachmittag als am Abend. Denn schliesslich muss ich nachts topfit sein», sagt er. Ein Glas Wein liege da nicht drin. Denn er hantiert in mehreren Metern Höhe. «Aber ich freue mich, dass ich Teil dieses Festes bin.»
Nach dem Anlass werden die Fahnen zum Verkauf angeboten
Auch Samuel Keller ist voller Vorfreude auf den Anlass. «Ganz ehrlich, die Fête war mir zuvor kein Begriff. Aber inzwischen weiss ich, dass ganz viele Leute gute Erinnerungen an den Anlass haben. Und ich freue mich auf den Besuch.» Dass sein Unternehmen zum Zug kommt, das erfüllt ihn mit Stolz. Und was passiert mit den Fahnen nach dem Fest? «Wir werden sie nach dem Anlass zum Verkauf anbieten. Wir sind überzeugt, dass es viele Sammler gibt, die ein solches Exemplar haben möchten. Denn sie sind sozusagen Unikate», sagt Keller. Gerade die Fahne mit dem Logo des Festes selber werde sicher ein Renner, ist er überzeugt.
Die Wohler Fahnen, sie werden also auch nach der Fête fröhlich im Winde flattern. Auch wenn es dann wieder mindestens 20 Jahre geht, bis Vevey zum Nabel der (West-)Schweiz wird.
Fête des Vignerons
Die Fête des Vignerons wird von der örtlichen Weinbruderschaft namens «Confrérie des vignerons» organisiert. Im Mittelalter wurde nur eine schlichte Prozession in Form eines Umzugs jährlich in Vevey durchgeführt. Ab dem Jahre 1741 wurde der Umzug noch alle drei Jahre und ab 1783 nur noch alle sechs Jahre durchgeführt. Erst im Jahre 1797 wurde aus dem schlichten Umzug ein grosses Weinfest, welches im Schnitt alle 20 bis 25 Jahre durchgeführt wird. In diesem Jahr findet die Fete vom 18. Juli bis 11. August statt. Alle Infos zum Fest und den verschiedenen Anlässen findet man unter www.fetedesvignerons.ch





