Damit der Brief auch ankommt
05.07.2019 WohlenFahrkurs für Elektro-Dreirad-Roller der Post im Driveswiss Center
Seit 2012 sind die Pöstler in den Gemeinden auf flotten Elektro-Rollern unterwegs. Auch wenn diese sicherer sind als die alten Fahrzeuge, wird der Umgang mit ihnen regelmässig geübt. ...
Fahrkurs für Elektro-Dreirad-Roller der Post im Driveswiss Center
Seit 2012 sind die Pöstler in den Gemeinden auf flotten Elektro-Rollern unterwegs. Auch wenn diese sicherer sind als die alten Fahrzeuge, wird der Umgang mit ihnen regelmässig geübt. «Die Sicherheit unserer Mitarbeiter ist uns ein grosses Anliegen», sagt Thomas Greminger.
Chregi Hansen
Rundkurs des Driveswiss Centers im Wil. Da, wo sonst die Autoreifen quietschen und die Motorräder aufheulen, da ist heute nur ein leises Brummen zu hören, unterbrochen von einem Piepsen, wenn die Fahrzeuge starten. Unterwegs sind an diesem Morgen 36 Briefträger aus den Kantonen Zürich, Aargau und Zug, alle auf den bekannten gelben Flitzern.
Schnelles Bremsen muss gelernt werden
«Der Verkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen», erklärt Thomas Greminger, Leiter Sicherheitsausschuss der Zustellzone Zürich. «Zudem gibt es auch immer mehr Hindernisse auf der Tour.» Unübersichtliche Stellen, Schwellen, Trottoirkanten, Poller. Damit die Pöstler mit ihren Elektro-Rollern schnell und gefahrlos ans Ziel kommen, dafür braucht es regelmässiges Training. «Das Driveswiss Center bietet uns hier eine optimale Anlage, erfahrene Instruktoren und ein gutes Schulungsprogramm», berichtet Greminger weiter.
In drei Gruppen werden die Pöstler an diesem Vormittag geschult. Während eine Gruppe Theorie büffelt, widmet sich die andere Gruppe dem Fahren an schwierigen Stellen. Elegant schlängeln sie sich durch einen Slalom, rangieren rückwärts oder befahren steile Trottoirkanten. Die dritte Gruppe befindet sich im Bremstraining. Erst bei regennasser Bahn, dann bei (simuliertem) Schnee. Erst eher langsam, dann immer schneller geht es auf die Stelle zu.
«Das ist schon eindrücklich, wenn man die Kräfte spürt, die plötzlich wirken», sagt Serena Castellano nach dem Training. Sie findet das Training eine gute Sache. «Gerade das Bremsen. So schnell läuft einem eine Katze auf die Strasse oder missachtet ein Autofahrer den Vortritt», berichtet die Zürcherin. Und letztlich sei man auf dem Roller mehr oder weniger ungeschützt. Der Kurs macht ihr Spass. «Und er bringt mir sicher etwas für den Alltag.»
Unfallzahlen senken
Das ist auch das Ziel der Post. Seit 2012 sind die dreirädrigen Elektro-Roller unterwegs. «Anfangs haben viele Briefträger etwas die Nase gerümpft, heute finden sie praktisch alle toll», weiss Greminger. Heute verfügt die Schweizerische Post über die europaweit grösste elektrisch betriebene Rollerflotte. Mit ihnen seien die Mitarbeiter viel sicherer unterwegs als mit den zweirädrigen Rollern zuvor. «Sie sind ideal für den Zustelldienst von Briefen und kleinen Paketen», ist der Leiter überzeugt. Und sie machen die Tour leichter, weil man das Fahrzeug nicht mehr aufbocken muss, sondern einfach stehen lassen kann, wenn man zu Fuss an einen Briefkasten muss», sagt Greminger.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden regelmässig geschult mit ihrem Fahrzeug. Wer anfängt, absolviert innerhalb eines Jahres eine Grundausbildung. Danach wird man alle sieben Jahre fürs Training aufgeboten. «Unser Ziel ist ganz klar, die Unfallzahlen zu senken», erklärt Greminger. Das lässt sich die Post auch etwas kosten – arbeiten doch schweizweit nicht weniger als 12 000 Personen im Zustelldienst.
Mit Sandra Kriebitsch ist auch eine Wohler Pöstlerin dabei. Sie ist erst seit vier Monaten im Postdienst und schätzt das Training umso mehr. «Grundsätzlich fühle ich mich sicher im Verkehr, aber es gibt eben immer wieder gefährliche Momente», sagt sie. Gerade das Aeschquartier mit den vielen Seitenstrassen erfordere volle Konzentration. Ziel sei es, dass die Kunden ihre Post möglichst schnell erhalten, aber die Sicherheit gehe vor. «Bisher war ich hauptsächlich bei schönem Wetter unterwegs. Darum schätze ich vor allem das Bremstraining, dann bin ich im Winter gut vorbereitet», so Kriebitsch am Schluss des Kurses.



