Viele schöne Geschichten
25.06.2019 WohlenUnterhaltsame Maturfeier der Kanti Wohlen
Die grösste Geschichte am Anlass schrieb Sarah Springman. Die Rektorin der ETH Zürich überzeugte mit ihrer Rede Jung und Alt. Mit ihrer begeisternden Art brachte sie gar eine «La-Ola»-Welle in die Wohler Kirche. Die ...
Unterhaltsame Maturfeier der Kanti Wohlen
Die grösste Geschichte am Anlass schrieb Sarah Springman. Die Rektorin der ETH Zürich überzeugte mit ihrer Rede Jung und Alt. Mit ihrer begeisternden Art brachte sie gar eine «La-Ola»-Welle in die Wohler Kirche. Die grösste Geschichte in den letzten vier Jahren schrieben aber die 140 Maturandinnen und Maturanden. Sie erreichten mit dem Maturzeugnis einen Meilenstein.
Eine spezielle Geschichte schrieb Beatrice Good. Als erste Schülerin aus Birrhard besuchte sie die Kanti Wohlen und konnte gleich den Preis für den besten Abschluss entgegennehmen. Speziell ist auch die Geschichte von Hermes und Dalilah Schmid, Geschwister, 19- und 16-jährig, die beide Matura feiern. --ake
Herausforderungen in Stücke teilen
Die ETH-Rektorin Sarah Springman hielt an der Maturfeier eine packende und motivierende Ansprache
Sie nahm mehrfach am Ironman auf Hawaii teil. Sie ist Professorin der Geotechnik. Sie ist quasi ein Zahlen-Genie und sie ist Rektorin der ETH Zürich. Seit Jahren war Sarah Springman auf der Wunschliste als Rednerin an einer Maturfeier. Nun bewies sie warum.
Annemarie Keusch
Alleine wegen ihres Akzents ging mehrmals ein Schmunzeln durch die gefüllten Bänke in der Wohler Kirche. Sarah Springman ist Engländerin, lebt seit über 20 Jahren in der Schweiz, ihren englischen Akzent aber, den wurde sie noch nicht los. In ihrer Ansprache betonte sie, dass die Maturandinnen und Maturanden nun die behütete Welt der Schule verlassen. «Ich gönne Ihnen das – dass sie keine Mathematik, kein Französisch und keine Geschichte mehr lernen müssen. Für den Moment zumindest», meinte sie schmunzelnd. «Aber was auch immer Sie tun, Sie werden auf Ihre Mathematik-, Sprach- oder naturwissenschaftlichen Kenntnisse angewiesen sein.»
Springman rief den jungen Leuten ihre breite und solide Bildung in Erinnerung, die sie mit dem Tag der Maturfeier abschliessen. «Nun können Sie Ihren eigenen Weg wählen und sich darauf konzentrieren, was Sie interessiert und wofür Sie sich begeistern können.» Springman setzt grosse Hoffnung in die kommende Generation. «Sie gehören zu jener Gruppe der Gesellschaft, die das Potenzial hat, die Zukunft aktiv und positiv mitzugestalten.» Aus ihren Worten klingt nicht nur Hoffnung, sondern auch eine Erwartungshaltung. «Leisten Sie Ihren Beitrag, beispielsweise um Armut entgegenzutreten oder um Lösungen gegen den Klimawandel zu finden, allgemein um globale Probleme zu lösen.»
Geht nicht, gibts nicht
Springman verglich in ihrer Rede kommende Herausforderungen mit dem Ironman auf Hawaii. «Als ich zum ersten Mal dort war, war ich überzeugt, dass ich es nicht schaffen werde.» Geschafft hat sie es, und das gleich mehrmals. Gar Rangierungen in den besten zehn hat sie vorzuweisen. «Wenn man die Herausforderungen in kleine Schritte aufteilt, dann kann man alles schaffen», ist sie überzeugt. Die gleiche Taktik habe sie auch in ihrem Beruf, in ihrem Studium und in ihrer wissenschaftlichen Karriere angewandt.
Ob es die gleiche Taktik war oder nicht, auf jeden Fall erfolgreich absolvierten Nathalie Lerjen und Beatrice Godd ihre Kanti-Karriere. Mit einem Notendurchschnitt von 5,58, respektive 5,61 bestanden sie die Matur. «Vor solchen Leistungen habe ich hohe Achtung», betonte Markus Stutz vom Kiwanis-Club Lindenberg. Dafür brauche es die nötige Intelligenz, das Interesse, die Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen, «und das über Jahre». Überhaupt gratuliere er allen 140 Maturandinnen und Maturanden.
Darunter waren auch zwei Geschwister: Hermes und Dalilah Schmid. Speziell daran ist, dass Dalilah Schmid erst 16-jährig ist. «Für uns ist das nie ein Thema gewesen. Ich freue mich für meine Schwester, dass sie das so machen konnte», sagt der 19-jährige Hermes Schmid. Sie habe nur profitieren können, dass ihr Bruder auf der gleichen Stufe sei, betont die jüngere Schwester. Einen Konkurrenzkampf habe es nie gegeben. Nun trennen sich aber die Wege der beiden. Hermes Schmid will Jazz studieren, seine Schwester Agrarwissenschaften.







