Bez-Klasse von Daniel Güntert überzeugt mit dem Theaterstück «Gnadenfrist»
Keine leichte Kost hat sich da die Abschlussklasse B3e für ihr Theater ausgesucht. In ihrem Stück «Gnadenfrist – der Tod kommt ungeladen» setzen ...
Bez-Klasse von Daniel Güntert überzeugt mit dem Theaterstück «Gnadenfrist»
Keine leichte Kost hat sich da die Abschlussklasse B3e für ihr Theater ausgesucht. In ihrem Stück «Gnadenfrist – der Tod kommt ungeladen» setzen sich die Schüler mit dem Thema Sterben auseinander. Trotz des ernsten Themas wissen sie die Geschichte mit Witz zu erzählen.
Sabrina Salm
Die Kleine Olivia Lea Notter musste schon viel Leid in ihrem jungen Leben ertragen. Der Verlust beider Eltern machte sie zur Vollwaise. Sie lebt bei den Grosseltern. Rosmarie Notter, eine gläubige Frau, die sich nicht sicher ist, ob sie und ihr Ehemann ihr geliebtes Enkelkind grossziehen können. «Sind wir nicht zu alt dafür?», fragt sie sich. Ihr Mann Ueli Notter ist kein umgänglicher Mensch. Er raucht, trinkt und flucht wie ein Rohrspatz. Kein sehr gutes Vorbild für ein kleines Mädchen. Doch die Beziehung zwischen ihm und seiner «Oli» ist eine ganz besondere und geht tief. Auf keinen Fall möchte er, dass seine Enkelin bei deren Tanten aufwächst. «Schreckschrauben» seien diese. Und im Verlauf des Stückes wird auch klar warum. Das Wohlergehen von Olivia ist ihnen nur zweitrangig. Viel mehr Interesse zeigen sie an dem Erbe, welches dem Mädchen zusteht.
Für sich oder für alle?
Der Tod, genannt Thanatos, scheint jedoch Gefallen an der Familie Notter gefunden zu haben. Immer wieder kreuzt dieser sowohl bei Ueli als auch bei Rosmarie auf. Doch Ueli kann ihn mit einer List auf dem Apfelbaum gefangen halten. Somit stirbt niemand mehr auf der ganzen Welt. Nur, wer den Baum berührt, gibt dem Tod die Ehre. Dieser Umstand bleibt nicht lange geheim und macht in der Stadt die Runde. Schnell wird Ueli von den Schwestern seiner Schwiegertochter als verrückt bezeichnet. Einer Einweisung in die Klapsmühle kann er aber immer wieder ausweichen. Wenn es nach ihm ginge, bliebe der Tod noch für lange Zeit, so lange, bis die kleine Oli seine Hilfe nicht mehr benötigt, auf dem Baum. Welche Auswirkungen das Wegbleiben des Todes aber auf die ganze Welt hat, hat der Grossvater vergessen. «In fünf Jahren wäre die Welt so überfüllt, dass man gar nicht mehr richtig leben könnte. Krankenhäuser hätten keinen Platz mehr, Altersheime wären überfüllt und todkranke Menschen würden leiden und vergebens auf Erlösung warten», reden ihm manche ins Gewissen. Bevor sich Ueli Notter entscheiden kann, ob und wie er Thanatos freilässt, wird ihm die Entscheidung abgenommen.
Zum Nachdenken angeregt
Die Schülerinnen und Schüler haben das Grundgerüst der Geschichte «Der Tod im Apfelbaum» entnommen und ihre eigenen Texte damit ergänzt. Sie haben sich bewusst mit dem Thema Tod auseinandergesetzt. «Wir wollten zeigen, dass der Tod gar nicht so böse ist, wie er üblicherweise dargestellt wird», erzählt Jara Burkard. Sie spielt Olivia Notter. «Er gehört zum Leben dazu und man sollte keine Angst davor haben.» So schwer der Umgang damit auch sei und so weh ein Verlust auch tut, ohne den Tod würde die Welt aus den Fugen geraten. Vor dem Stück seien alle sehr nervös gewesen. «Eine Herausforderung war, den richtigen Text zum richtigen Zeitpunkt zu bringen», gesteht Jara Burkard. Im Grossen und Ganzen ist das den Schülerinnen und Schülern gelungen und sie können zufrieden sein mit der geglückten Premiere. Ihr Stück begeistert mit spritzigen Sprüchen, guten musikalischen und lyrischen Einschüben und es regt zum Nachdenken an. Auf eine angenehme Weise.
«Gnadenfrist»: Theateraufführungen der Klasse Bez 3e: Dienstag, 25. Juni, 19.30 Uhr. Mittwoch, 26. Juni, 19.30 Uhr. Ort: Bleichi Wohlen. Eintritt frei – Kollekte.