Zwischen Rock ’n’ Roll und Comedy
21.05.2019 Dottikon«Fetzengaudi» am Sonntag, 27. Oktober in Dottikon
Reini Sax ist als Comedian bekannt, René Wettstein als begnadeter Elvis-Darsteller. Gemeinsam stellen sie nun im Hotel Bahnhof ihren ersten Unterhaltungsnachmittag auf die Beine. Dabei kennen sich die beiden ...
«Fetzengaudi» am Sonntag, 27. Oktober in Dottikon
Reini Sax ist als Comedian bekannt, René Wettstein als begnadeter Elvis-Darsteller. Gemeinsam stellen sie nun im Hotel Bahnhof ihren ersten Unterhaltungsnachmittag auf die Beine. Dabei kennen sich die beiden schon länger, als sie gedacht haben.
Chantal Gisler
Vor dem Hotel Bahnhof stehen zwei schwarze SUV nebeneinander. Die genau gleiche Marke, dieselbe Ausstattung, dasselbe Modell. Ein Zufall, wie sich später herausstellt. Einer, der zu einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft zwischen René Wettstein und Reini Sax führte.
Die beiden Männer sind in der Comedybranche tätig. Sie standen auch schon gemeinsam auf der Bühne. Aber jetzt organisieren sie zum ersten Mal einen ganzen Unterhaltungsnachmittag. «Es soll ganz anders sein als unsere bisherigen Shows», erklärt René Wettstein. Einen ganzen Sonntagnachmittag gestalten die beiden abwechslungsweise mit ihrem Programm. «Wir haben uns bewusst für einen Sonntag entschieden», erklärt Sax. «Denn am Sonntag ist die Stimmung oft gemütlicher. Ausserdem soll es auch nicht zu spät werden, sodass man am nächsten Tag gut gelaunt in die Woche starten kann.» Und zwischen den Blöcken werden die Gäste auch kulinarisch auf ihre Kosten kommen. «Dazu passt das Restaurant in Dottikon ideal», so Sax. Es sei zentral für ihre Gäste. Und im Freiamt, in ihrer Heimat.
Bei einem anderen Auftritt lernten sie sich zufällig kennen – eben durch ihre schwarzen Autos. «Wir begegneten uns auf dem Parkplatz und bemerkten, dass wir nicht nur die gleichen Autos haben, sondern diese auch vom gleichen Händler», erinnert sich Wettstein. Ein Foto musste her. Dieses posteten sie auf Facebook, um es dem befreundeten Händler zu zeigen. «Später schrieb ein befreundeter Wirt, wann wir beide denn bei ihm auftreten würden», erklärt Sax. Daran hatten sie noch gar nie gedacht. «Aber wir beschlossen, es mal auszuprobieren.» Nach und nach stellten sie fest, dass sie vieles gemeinsam haben. Eine Männerfreundschaft, die schöner nicht sein könnte.
Als kennten sie sich schon ewig
Während dem Gespräch ziehen sich die beiden freundschaftlich auf. Man merkt, sie verstehen sich super. Als würden sie sich schon ewig kennen. «Eigentlich stimmt das ja auch», bemerkt Reini Sax. «Wir haben uns zwar erst vor etwa zwei Jahren kennengelernt, aber wir wussten schon viel früher voneinander.» Früher, das war noch in Jugendzeiten. Damals, als beide im Dorfturnverein dabei waren. Sax in Büttikon, Wettstein in Sarmenstorf. Beiden wurde in den Vereinen klar, dass sie später mal in der Unterhaltungsbranche dabei sein wollen. «Ich habe damals angefangen, zwischen den Turnblöcken Comedy zu machen», erinnert sich Sax. Eine ähnliche Idee hatte auch Wettstein in Sarmenstorf. «Ich begann, Elvis zu interpretieren.»
Die Turnshows waren schon damals über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Mit dem Comedyprogramm gehören sie auch heute zum fixen Jahresprogramm der beiden Dörfer. «Aber leider waren die Shows immer am gleichen Wochenende, sodass wir uns gegenseitig nie auf der Bühne sehen konnten», erklärt Wettstein. «Aber wir wussten voneinander», erinnert sich Sax und mit einem spitzbübischen Grinsen fügt er hinzu: «Ich habe damals gehört, dass es in Sarmenstorf einen gibt, der wie Elvis singt und den Spagat auf der Bühne macht. Könntest du ja wieder machen.» «Ui nein, die Gelenke», erwidert Wettstein und lacht. «Diese Zeiten mit dem Turnen sind vorbei.»
Nicht erzwungen, sondern ganz locker
Generell reden sie sich in ihrem Programm nicht drein. «Jeder macht sein Ding», so Sax. «Es würde ja auch nicht gut kommen, wenn ich ihm bei seinen Songs dreinreden würde.» Dasselbe gilt für Wettstein. «Wir unterhalten die Leute auf zwei verschiedene Arten», erklärt er. Sax sei schon immer ein «Laferi» gewesen, meint Wettstein und klopft ihm freundschaftlich auf die Schulter. «Stimmt, in der Schule der Pausenclown und auch im Militär.» Irgendwie sei der Weg, als Comedian zu arbeiten, daher ja logisch gewesen. Anders bei Wettstein: Er arbeitet noch 100 Prozent neben seinen Auftritten. «Das finde ich sehr beeindruckend», sagt Reini Sax. «Du hast ein super Zeitmanagement.» Wettstein winkt ab. «Ich bewundere eher dich», sagt er und fügt hinzu: «Du kannst von deinen Programmen leben. Das wäre mir zu unsicher.»
Aber genau das sei ja das Schöne, sagt Sax. «Ich muss keine Werbung machen. Bei mir funktioniert das alles über Empfehlungen.» Und genau so soll es auch am Unterhaltungsnachmittag sein: Nicht erzwungen, sondern ganz locker. «Wir wollen, dass unsere Zuschauer wie Gäste behandelt werden.» Daher gibt es anstelle von Tickets persönliche Einladungen und die Plätze können auch erst am Schluss zusammengestellt werden. «Ganz locker eben», so die zwei Comedians.



