Novum in der Vereinsgeschichte
21.05.2019 WohlenVerein Freunde St. Nikolaus in Wohlen: Vier Ehrungen und eine Neuheit
Die Paramentenfrauen oder Chlausmütter, wie sie oft auch liebevoll genannt werden, und Chlausvater Röfe Wüst sind die Kräfte im Hintergrund des Brauchtums. Für ihr ...
Verein Freunde St. Nikolaus in Wohlen: Vier Ehrungen und eine Neuheit
Die Paramentenfrauen oder Chlausmütter, wie sie oft auch liebevoll genannt werden, und Chlausvater Röfe Wüst sind die Kräfte im Hintergrund des Brauchtums. Für ihr unermüdliches ehrenamtliches Engagement wurden sie nun vom Verein Freunde St. Nikolaus Wohlen geehrt.
Joel Gattlen
«Unzählige Stunden Aufwand und viel Herzblut haben unsere Chlausmütter in das Wohler St.-Nikolaus-Brauchtum gesteckt», betont Vereinspräsident Peter alias «Pörsil» Locher in seiner Ansprache.
Aus diesem Grund beschlossen die Mitglieder des Vereins Freunde St. Nikolaus Wohlen die drei langjährigen Mitglieder des Paramentenvereins Mily Koch, Maria Werder und Beatrice Fischer selig zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Letztere verstarb 2018 und wurde nun postum geehrt. Der Paramentenverein der Pfarrei St. Leonhard Wohlen ist einer der ältesten Vereine im Dienste der Kirche und hat eine jahrzehntelange Tradition. Die Gruppe engagierter Frauen widmet sich insbesondere der Instandhaltung und Neuanfertigung liturgischer Textilien und betreut diesbezüglich auch das St.-Nikolaus-Brauchtum.
Völlig überraschend
So schneidern und reparieren die Textilgestalterinnen die Chlaus-, Schmutzli- und Dienergewänder und leisten damit einen wertvollen Beitrag. Als Chlausmütter schminken sie zudem auch die St. Nikoläuse und deren Gefolge. Chlausvater Röfe Wüst schrieb für die drei heuer geehrten Frauen extra eine berührende Laudatio.
Speziell geehrt wurde auch Chlausvater und Brauchtumsleiter Röfe Wüst. Er verkörpert das Brauchtum wie kein zweiter und lebt förmlich für dieses. Für sein unermüdliches Engagement wurde er vom Verein nun ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannt. «Diese Überraschung kam für mich gänzlich unerwartet, sie freut mich natürlich unglaublich», zeigt sich Wüst sichtlich gerührt.
Die Ernennung von Ehrenmitgliedern ist ein Novum in der Geschichte des jungen Vereins. Allen vier neuen Ehrenmitgliedern wurde eine traditionelle Wohler St.-Nikolaus-Schelle mit eigenem eingraviertem Namen von der Glockengiesserei Uetendorf überreicht. Die Ehrenschelle für Beatrice Fischer selig nahm ihr Ehemann Franz Fischer entgegen. «Die Schelle wird einen schönen Platz bei uns zu Hause erhalten», sagt er.
Angeregte Diskussion
Im Rahmen der GV wurde auch ein Antrag (mit vier Alternativanträgen) von Christoph Hübscher diskutiert, der zum Kernanliegen hatte, dass darüber abgestimmt wird, dass zukünftig die Funktionen Schmutzli und Diener allen Interessierten und somit insbesondere auch Frauen offensteht. In einer fakultativen Abstimmung stimmten 45 der 56 versammelten Mitglieder für den Antrag.
Im Vorfeld wurde das Anliegen rege diskutiert, da dieses grundsätzlich bereits so in den Statuten enthalten war und diverse Unklarheiten besprochen werden mussten. Ergebnis der angeregten Diskussion war, dass der Vorstand zukünftig für die Besetzung der Ämter des Brauchtums noch intensiver Personen ausserhalb der Jungwacht rekrutieren solle, wodurch das Fortbestehen des Brauchtums langfristig gesichert wird.
Zufriedener Präsident
Sämtliche übrigen Traktanden wurden einstimmig gutgeheissen. So wurde insbesondere der Décharge des Vorstands zugestimmt. Der Verein erzielte einen Gewinn von 9375 Franken und verfügt über ein Aktivvermögen von 16 072 Franken. Die nächste GV wurde auf den Freitag, 8. Mai 2020, festgesetzt.
Der Verein umfasst aktuell 275 Mitglieder, wovon 56 an der GV anwesend waren. Der Verein wurde 2017 gegründet und fördert das St.-Nikolaus-Brauchtum, das seit 1941 in Wohlen durchgeführt wird. Vereinspräsident Locher übt sein Amt mit grosser Freude aus. «Ich war 20 Jahre hintereinander beim Brauchtum engagiert und habe alle Funktionen durchlaufen. Zehn Jahre war ich davon als St. Nikolaus tätig. Eine grosse Ehre. Dass ich nun nach Unterbrechung wieder zum Brauchtum zurückgefunden habe, freut mich umso mehr», betont Locher.



