Mit Experten die Lösung finden
24.05.2019 WohlenBadi Wohlen: Bericht des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (ESTI) wird jetzt erwartet
Die Untersuchungen in der Badi laufen. Aber die Ursache für die elektrische Überspannung im Wasser ist noch nicht gefunden. Die Badi bleibt ...
Badi Wohlen: Bericht des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (ESTI) wird jetzt erwartet
Die Untersuchungen in der Badi laufen. Aber die Ursache für die elektrische Überspannung im Wasser ist noch nicht gefunden. Die Badi bleibt geschlossen.
Daniel Marti
Langsam kündet sich der Sommer an. Aber die Türen der Badi sind weiterhin zu – dies ist seit zehn Tagen aus Sicherheitsgründen der Fall. Die Informationen fliessen nur knapp. Immerhin gab Christian Meier, Geschäftsleiter des gesamten Schüwo-Parks, eine Standortbestimmung ab. Dies bei einem Rundgang für die CVP-Ortspartei. Er kann alle Badi-Fans beruhigen. Es gebe auf der ganzen Anlage keine gefährliche Situation, sagt er. Im Becken des Sprungturms sei dieses «Chrüsele».
Die Gemeindebehörden hoffen, dass sie bald mehr sagen können. In diesen Tagen wird der Bericht des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (ESTI) erwartet. Bis dieser vorliegt, könne nicht viel Neues berichtet werden, sagt Stefan Leuenberger auf Anfrage. Der Abteilungsleiter des Bereichs Planung, Bau und Umwelt betont, dass man «möglichst keine Zeit ungenutzt verstreichen lassen will». Deshalb wurden vor Wochenfrist die involvierten Unternehmen aufgefordert, «mit der unverzüglichen Behebung bereits bekannter Mängel zu beginnen». Diese Massnahme erfolgte in Absprache mit dem ESTI.
Leuenberger informiert, dass die «eigentliche Ursache des Problems noch immer unklar ist». Sobald der ESTI-Bericht vorliegt, «werden wir die darin gemachten Vorgaben unverzüglich an die Hand nehmen. Mithilfe erfahrener Experten werden wir die Umsetzung der Vorgaben mit Hochdruck vorantreiben und durchsetzen.»
Wann die Badi Wiedereröffnung feiern kann, steht nicht fest. «Das lässt sich erst abschätzen, wenn wir die konkrete Ursache und die Möglichkeiten zu deren Behebung kennen», so Stefan Leuenberger. CEO Christian Meier äusserte sich am CVP-Rundgang ähnlich. --dm
Nur ein «Chrüsele» sorgt für Ärger
Dank der CVP: Rundgang in der Badi, die noch weiterhin geschlossen bleibt
Im Becken des Sprungturms liegt das Problem. Es ist eine elektrische Überspannung im Wasser, die jedoch kaum spürbar sei. Die Abklärungen laufen auf Hochtouren, immerhin das konnte Geschäftsleiter Christian Meier bei einem Rundgang versichern. Das Datum der Wiedereröffnung steht allerdings in den Sternen.
Daniel Marti
Es wird mit Hochdruck gearbeitet. Und es werden verschiedene Tests durchgeführt. Mit dieser aktuellen Bestandesaufnahme muss momentan auch Christian Meier, Geschäftsführer des Schüwo-Parks, leben. «Aber verlässliche Daten gibt es noch nicht.» Dies beteuerte er den Parteimitgliedern der CVP.
Die Wohler Ortspartei hat ihre Generalversammlung schon lange mit einem Rundgang in der Badi und in der Eisbahn geplant. Nun wurde durch die vorübergehende Schliessung der Badi aus Sicherheitsgründen der Rundgang zum topaktuellen Ereignis.
Nur ein «Chrüsele»
Seit über zehn Tagen ist die Badi zu. Ein unglücklicher Start in die neue Saison. Mängel an der elektrischen Installation der Schwimmbecken sind die Gründe für die Schliessung. Er sei zu wenig Stromfachmann, ergänzte der CEO der Anlage. Ein «Chrüsele» beim Anfassen der Geländer könne die Badi-Gäste stören, mehr nicht. In Olten sei in der Vergangenheit einmal ein ähnliches Problem aufgetaucht, so Meier. Aber es könne viele verschiedene Gründe geben für den Störfall.
Eine erste Reaktion gab es im letzten Sommer. Da meldete ein Badi-Gast dieses «Chrüsele». Für den Sicherheitsnachweis der Anlage blieb ein halbes Jahr Zeit. Die Hoheit bei der Abnahme der Anlage und beim Sicherheitsnachweis liegt bei der örtlichen ibw. Aufgrund des fehlenden und mangelhaften Sicherheitsnachweises wurde das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) eingeschaltet. Und die Schliessung veranlasst. «Die Liste der Mängel ist lang», stellt Meier jedenfalls fest.
Das eigentliche Problem liegt im Becken des Sprungturms. «Es gibt aber auf der ganzen Anlage nirgends Strom, der gefährlich ist», sagt Meier und verweist auf das angesprochene und kaum spürbare «Chrüsele». Die Erdung sei wohl das Problem. «Nun wird getestet, ob das Problem tatsächlich nur beim Becken mit dem Sprungturm ist. Oder ob es noch an anderen Orten der Anlage auftaucht.»
«Dann haben wir die sicherste Badi …»
Man werde ganz bestimmt vorsichtig umgehen. Nur die Vorgaben macht nun das Eidgenössische Starkstrominspektorat. «Und diese gilt es nun abzuarbeiten.» Die Abklärungen laufen also. Und erst wenn alles erledigt ist, wird die Öffnung der Badi veranlasst.
Die gegenwärtige Situation sei für ihn und die Mitarbeiter unangenehm, erklärt er noch. Um dann relativ rasch den Humor wieder zu finden. Wenn der Schadenfall dann überstanden ist, «haben wir die sicherste Badi der ganzen Schweiz. Denn hier wurden dann am meisten Tests gemacht.» Aber bis es so weit ist, steht die Sicherheit im Vordergrund, deshalb werde man damit «äusserst vorsichtig umgehen».
Einen Zeithorizont für die allfällige Öffnung der Badi kann Geschäftsführer Christian Meier nicht nennen: «Es ist unser Zielt, die Badi so schnell wie möglich wieder zu öffnen.» Die Abklärung, wer die Verantwortung für Sicherheitslücken zu tragen hat, werde danach erfolgen.
Verbesserungen bei der Rutschbahn
Geschäftsleiter Christian Meier konnte jedoch auch von etlichen positiven Aspekten berichten. Beispielsweise dass der Auslauf der Rutschbahn nun korrigiert und optimiert ist. Im letzten Sommer wurde die Wiese bei der Rutschbahn regelrecht überschwemmt. Nun wurde der Auslauf mit einem seitlichen Ausstieg erweitert, damit sollten alle Probleme gelöst sein. Zumindest habe sich die Situation sicher verbessert, «Ich glaube, das Problem ist gelöst. Aber wie gut die Lösung tatsächlich ist, werden wir sehen, wenn die Rutschbahn wieder in Betrieb ist.» Sowieso hat die Rutschbahn es dem Geschäftsleiter angetan. Es sei richtig gewesen, den Zustand der alten Rutschbahn genau zu analysieren. Und zu ersetzen. Da dürfe es keine Mauscheleien geben, erklärte er. Hinstehen, ehrlich sein und einen Ersatz fordern, das sei richtig gewesen. Nun ist man in der Badi glücklich mit der neuen Rutschbahn. «Für den Betrieb ist es wertvoll, dass wir mit der längsten Rutschbahn des Freiamts Werbung machen können.»
Viel Wasser ging letztes Jahr nicht nur bei der Rutschbahn verloren. Riesig waren die Verluste in der gesamten Badi vor allem vor der Sanierung. Das habe sich deutlich verbessert, konnte Meier informieren. Der Wasserverbrauch sei deutlich tiefer, so Meier. Aber genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Vor allem die neu verlegten Folien spielen beim Wasserverbrauch eine wichtige Rolle. Zudem ergibt die graue Folie zusammen mit dem Wasser ein schönes Farbenspiel.
Beach-Partys, Minigolf und geniale Velowege
Neu gegenüber der letzten Saison ist auch der erneuerte Bereich beim alten Eingang, der nun in Betrieb genommen werden kann. Der Kiosk und die Beach-Bar sind fertig, der Sandbereich davor macht sich sehr gut. Und er wird die Beach-Partys, die bei schönem Wetter jeweils am Freitag und Samstag bis 24 Uhr steigen werden, bereichern. Auch drei Grillstellen stehen nun zur Verfügung. Dieser Bereich der sanierten Badi war letzte Saison noch eine Baustelle – heuer könnte er zu einer zusätzlichen Attraktion werden.
Bislang keine Korrekturen sind beim heissen Belag vor dem Restaurant vorgesehen. «Eine Beschattung ist dort kompliziert», sagt der Geschäftsführer. Dagegen hat sich der Spielplatz beim Eingang bewährt. Und die Minigolf-Anlage wird nur gelobt. Es ist seit 25 Jahren die erste neue Anlage in der Schweiz – deshalb zieht sie ganz viele Minigolf-Fans an. Am benachbarten Skatepark haben viele Jugendliche grossen Spass, er ist sehr oft gut frequentiert. Und die aktuellste Neuheit im Schüwo-Park betrifft den Veloweg auf dem Platz der alten Eisbahn. Dort werden die jungen Menschen für den Veloverkehr geschult. Christian Meier: «Da hat sich die Regionalpolizei Wohlen etwas Geniales ausgedacht.»



