Gute Beispiele präsentiert
24.05.2019 WohlenGartenrundgang «Naturvielfalt im Quartier» als Abschluss des Jubiläums
Das Doppeljubiläum von Wildblumenmarkt und Naturmärt wurde diesen Frühling mit drei Anlässen zelebriert. Den Abschluss machte ein Gartenrundgang unter dem Motto ...
Gartenrundgang «Naturvielfalt im Quartier» als Abschluss des Jubiläums
Das Doppeljubiläum von Wildblumenmarkt und Naturmärt wurde diesen Frühling mit drei Anlässen zelebriert. Den Abschluss machte ein Gartenrundgang unter dem Motto «Naturvielfalt im Quartier». Die Organisatoren verbuchten trotz Regen einen erfolgreichen Besucheraufmarsch.
Das Jubiläumsjahr des Naturmärts wird durch einen Gartenrundgang in einem Wohler Quartier abgerundet. Auch diese Aktivität geht auf die Kampagne des Bundes «Gartenlehrpfad» aus dem Jahr 1998 zurück, an der sich die Grünen Wohlen zusammen mit dem örtlichen Natur- und Vogelschutzverein Wohlen beteiligten. Wie auch damals findet eine Gartenbegehung statt, welche heute noch immer auf grosses Interesse stösst.
Das Öffnen von Privatgärten für interessierte Besucherinnen und Besucher ist eine gute Möglichkeit, Inspirationen für eine naturnahe Gestaltung des eigenen Gartens zu sammeln. Diesmal wurden drei vorbildliche Gärten aus einem Quartier präsentiert. Das Ziel dieses Projekts ist es, der Bevölkerung zu zeigen, dass die Bedeutung des Gartens als Aufenthaltsraum für Kleintiere die Menschen damit nicht einschränkt, sondern den Qualitätsstandard erhöht.
Geschenk für Mensch und Tier
Auf dem Rundgang wurde in verschiedenen Gärten gezeigt, wie die natürliche Artenvielfalt in Form von standortgerechten einheimischen Pflanzen und weiteren einfachen Massnahmen gefördert werden kann. Vorbildlich ist die nachhaltige Gartenführung von Hedy Perroud. Weil die Strassenränder nicht mehr mit Herbizid gespritzt werden, schmücken immer mehr Esparsetten und Margeriten die lokalen Grünflächen – Blumen aus ihrer Kindheit.
«Wir sollen nicht mit Gift gegen die Natur kämpfen, sondern mit ihr leben», findet Perroud. In ihrem Garten findet man Beerensträucher, Blumen und allerlei Gemüse, welche sie für Mensch und Tier zur Verfügung stellt. «Mein Garten ist für mich und meine Familie Erholung. Die Kinder dürfen drin spielen. Altholzhaufen und Steinhaufen sind mir sehr wichtig, aber auch möglichst viele Blumen, Gemüsesorten, Nistplätze für Vögel und Ruheplätze für die Menschen.»
Weiter wurde darauf eingegangen, wie wichtig dabei eine natur- und umweltschonende Gartenpflege ist. Anna Keller schildert in ihrem Garten, inwiefern sie und ihre kleinen Gartenbewohner davon profitieren: «Wir geniessen unseren Garten in der warmen Jahreszeit als Wohnraum, wo wir uns je nach Temperatur an verschiedenen Plätzen wohlfühlen. Besonders angenehm ist es im Sommer im kühlen Schatten der vielfältigen Hecke. Mit uns leben Vögel, Igel, Schmetterlinge und unzählige weitere Tiere in unserem Garten, ziehen ihre Jungen gross und finden Nahrung. Wir selber haben Obst und Beeren, Gemüse und überall Kräuter, die wir frisch und getrocknet essen.»
Thema lebt weiter
Zuletzt waren die Teilnehmenden bei Patrik Stocker zu Besuch. Er erklärt, weshalb ihm die naturnahe Gartenpflege am Herzen liegt: «Unser Garten ist Spielplatz, Erholungszone,
Hobbyraum und Bioreservat. Vielfältigkeit ist uns deshalb wichtig. Darum achten wir auf Diversität in der Pf lanzenwahl, Flächengestaltung und Nutzungsmöglichkeiten.» Wichtig ist, dass ein einzelner Garten mit naturnahen Elementen an Bedeutung gewinnt, wenn in einem Quartier mehrere ähnliche Gärten existieren. Dadurch wird gewährleistet, dass sich Pflanzen und Tiere entsprechend verbreiten können, was zu einem ökologischen Mehrwert für das ganze Quartier wird.
Mit dem Gartenrundgang konnten die Organisatoren die Jubiläumsaktivitäten erfolgreich abschliessen. Trotz regnerischem Wetter sind über 30 Interessierte erschienen, die wertvolle Tipps und Ideen zur naturnahen Gartenaufwertung mitnehmen konnten. «Die drei Veranstaltungen waren durchwegs gut besucht und wir wünschen uns, dass wir damit einen Beitrag dazu leisten, dass in unserem Dorf vermehrt Gärten mit naturnahen Elementen in möglichst vielen Quartieren entstehen und so die ganze Gemeinde dank einer grossen natürlichen Vielfalt zu einem wertvollen Lebensraum für uns Einwohnerinnen und Einwohner und die einheimische Natur werden wird», so Urs Kuhn, Mitglied der Grünen Wohlen.
Der Abschluss der Jubiläumsserie bedeutet nicht, dass das Thema an Aktualität verliert. Interessierte Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer können künftig einen Beitrag leisten, indem sie am Projekt «Natur findet Stadt» teilnehmen, welches von der Gemeinde und dem Natur- und Vogelschutzverein betreut wird. Die Teilnehmenden werden von Experten kostenlos beraten, wie sie mit einfachen Massnahmen einen Beitrag für die einheimische Natur- und Artenvielfalt leisten können. --mnj
«Natur findet Stadt»
Eine Übersicht möglicher Massnahmen gibt es auf www.naturfindet-stadt.ch. Weitere Informationen werden vom Natur- und Vogelschutzverein Wohlen und von der Gemeinde Wohlen zur Verfügung gestellt: Andrea Fuchs und Thomas Burkard, 056 622 55 83 oder nvwohlen@gmx.ch. Gemeinde Wohlen: Roger Isler, Leiter Umwelt und Energie unter 056 619 92 27 oder roger.isler@wohlen.ch.

