Weg mit dem Dreck
12.04.2019 WohlenLittering-Aktion des Wohler Kindergarten
Gestern waren alle Wohler Kindergärten im Dorf unterwegs und sammelten Abfall ein.
Es ist schon bedenklich, dass die Kleinen den Dreck der Grossen wegmachen müssen. Auf ihrer Tour durchs ...
Littering-Aktion des Wohler Kindergarten
Gestern waren alle Wohler Kindergärten im Dorf unterwegs und sammelten Abfall ein.
Es ist schon bedenklich, dass die Kleinen den Dreck der Grossen wegmachen müssen. Auf ihrer Tour durchs ganze Dorf sammelten die Kindergärtner ganz viele Zigarettenstummel ein. Achtlos weggeworfen. Irgendwer wird es dann schon auflesen. Irgendwer, das waren gestern Kinder. Mit dieser Aktion will der Kindergarten die Schüler schon in jungen Jahren sensibilisieren. --chh
Damit Wohlen sauber wird
Alle Kindergärtner beteiligten sich gestern an einer Littering-Aktion
Schon seit Längerem sammelt Christine Lütolf mit ihren Kindergärtnern einmal pro Jahr Abfall ein. In diesem Jahr schlossen sich alle Kolleginnen der Aktion an. Damit sollen die Kinder sensibilisiert werden. Diese finden es «gruusig», was alles herumliegt.
Chregi Hansen
Wenigstens hat es nicht geregnet. Aber kalt war es schon. Eigentlich Wetter, um im warmen Kindergarten gemütlich zu spielen, zu singen oder zu basteln. Doch die Sechsjährigen trotzten gestern Morgen der Kälte. Zusammen mit ihren Lehrerinnen liefen sie durch Wohlens Strassen, um weggeworfenen Abfall zu sammeln. Und davon gibt es genug.
Viele Zigarettenstummel
Die Motivation war bei allen gross. «Ich will nicht, dass Wohlen eine Müllhalde wird», erklärt ein Mädchen, als es nach getaner Arbeit ihr Znüni bekommt. Ein anderes Kind erzählt stolz, dass es gestern auf dem Spielplatz Chips gegessen und danach die leere Tüte wieder mit nach Hause genommen hat. Das machen leider viel zu wenig Menschen. Und was wird am meisten einfach fallen gelassen? «Zigarettenstummel», antworten die Kindergärtner im Chor. Diese aufzulesen war eine mühsame Arbeit. Und trotz der Handschuhe auch etwas «gruusig». Auch Scherben wurden viele gefunden. Dabei passten die Lehrerinnen besonders auf, dass sich niemand verletzte.
Initiiert wurde die Littering-Aktion durch Christine Lütolf vom Sprachheilkindergarten. «Ich finde es wichtig, das Thema schon sehr früh mit den Kindern zu behandeln. Rund um unseren Kindergarten habe ich das schon mehrfach durchgeführt. Und die Kinder machten immer gerne mit», berichtet sie. Mit der Aktion sollen die Schüler sensibilisiert werden, selber nichts wegzuwerfen. Zudem erzählen sie nachher zu Hause davon und verbreiten die Botschaft weiter.
Lütolf hat im Team von ihren bisher positiven Erfahrungen berichtet. Und darauf wurde beschlossen, dass in diesem Jahr alle Abteilungen mitmachen. Jeder Kindergarten bekam eine Route zugeteilt, welche sie ablief. Treffpunkt war dann für alle das Bünzmattschulhaus, wo der Abfall gesammelt und vom Bauamt abtransportiert wurde. Als Belohnung für die Arbeit gab es ein kleines Znüni. Der dabei anfallende Abfall kam – natürlich – in den Müllsack.
Strassenreinigung ist in Wohlen ein Full-Time-Job
Werkmeister Bruno Hunkeler nahm den Abfall persönlich entgegen. «Das habt ihr toll gemacht», lobte er die Kinder. Er hoffe, dass sie später nicht den gleichen Fehler machen und alles wegwerfen. «Und sagt euren Eltern, falls sie rauchen, dass man Zigaretten nicht einfach auf die Strasse fallen lässt.»
Hunkeler weiss, wovon er spricht. Die Reinigung der Strassen und Abfalleimer ist in Wohlen ein Full-Time-Job. Der betreffende Werkhofmitarbeiter füllt den 800-Liter-Container seines Fahrzeugs zwei- bis dreimal pro Tag. «Es ist schon frustrierend, wie viele Sauhunde es gibt», spricht Hunkeler Klartext. Umso mehr freut er sich über die Aktion des Kindergartens. «Hoffentlich macht ihr das jedes Jahr einmal», so sein Wunsch. Christine Lütolf jedenfalls kann sich vorstellen, dass die Littering-Aktion zur Tradition wird. «Man kann nicht früh genug damit anfangen», ist sie überzeugt.




