Von Federer, GC und dem FC Aarau
12.04.2019 Region Oberfreiamt45. Braunviehauktion auf dem Horben – bei perfektem Auktionswetter
Gantrufer Bruno Furrer versuchte bei den nebligen äusseren Bedingungen knapp 40 Tiere an den Bauer oder die Bäuerin zu bringen. Die Auktion von ausgewachsenen Kühen ...
45. Braunviehauktion auf dem Horben – bei perfektem Auktionswetter
Gantrufer Bruno Furrer versuchte bei den nebligen äusseren Bedingungen knapp 40 Tiere an den Bauer oder die Bäuerin zu bringen. Die Auktion von ausgewachsenen Kühen harzte, während die Preise für Jungvieh erfreulich ausfielen.
Annemarie Keusch
Rund läuft es anfangs nicht. Die Hälfte der ersten Kühe, die im Strohring vorgeführt werden, muss zurück in den Stall. Die Preisvorstellungen der Verkäufer wurden nicht erreicht, für eine Kuh schnellte überhaupt kein Katalog in die Höhe, was einem Gebot gleichkommt. «Die Preisvorstellungen sind sehr realistisch», sagt Gantrufer Bruno Furrer immer wieder. Richtig ins Laufen kommt die Auktion trotzdem nicht. Und das, obwohl Hugo Abt, Präsident von Braunvieh Aargau, eine seiner Kühe ein Stück unter der Preisvorstellung verkauft.
Vor der Auktion spricht Abt von perfekten Bedingungen. Nebel verdeckt die Weitsicht. «Würde die Sonne scheinen, wären wohl einige Landwirte zu Hause geblieben und hätten Arbeiten auf den Feldern ausgeführt», sagt Abt. Auch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Auktion seien gut. Nach dem heissen Sommer, der eine geringere Futterreserve für den Winter mit sich zog, seien die Ställe vieler Landwirte nicht voll. «Einige sind auf der Suche nach Tieren und bei uns werden sie auf alle Fälle fündig», zeigte er sich zuversichtlich. Auch, weil die knapp 40 Tiere im Katalog die ganze Bandbreite abdecken: besonders schöne, besonders leistungsstarke oder ganz «normale».
Viele langjährige Käufer nicht vor Ort
Gantrufer Bruno Furrer macht, was er kann. «Kataloge in die Höhe», ruft er immer wieder ins Mikrofon. «50 gehen noch», seinen zweiten meistbenutzten Spruch. Furrer spricht von einer starken Rinderleistung, von guten Zellzahlen, hohen Milchleistungen und der perfekten Abstammungslinie. «In einer Viertelstunde scheint die Sonne, dann braucht ihr Kühe, um eure Weiden zu grasen», animiert er weiter. Dass es mittlerweile auch auf dem Horben grün geworden ist, erachtet Hugo Abt als wichtigen Faktor. «Niemand will Tiere kaufen, um sie noch lange im Stall zu füttern, wenn das Winterfutter sowieso schon knapp ist. Vielmehr wollen die Landwirte das Vieh auf die Weide lassen.»
Bruno Furrer kennt die Szene, kennt die Landwirte. «Viele, die Jahr für Jahr kommen und Kühe kaufen, sind heute nicht da», sagt er. Dann spricht er eben andere an. «Dieser Kuh würde es bestimmt gefallen im Baselbiet. Die Rechnung könntest du Roger Federer schicken. Mit einem Aufschlag ist sie bezahlt.» Zwischen 2000 und 3200 Franken werden die Kühe und die trächtigen Rinder verkauft. Steigt der Preis schleppend an, animiert Furrer. «Du hast noch viel von GC, die mögen auch nicht mehr», meint er zu einem Mitbietenden.
Hälfte der Tiere von Abts Hof
Erfolgreich war sie dann aber trotzdem, die 45. Braunviehauktion auf dem Horben. Wie Abt vor Auktionsbeginn prophezeite, kamen viele Käufer wegen dem Jungvieh. Wurden Rinder und Kalber in den Ring geführt, streckten einige ihre Kataloge in die Höhe – der Preis tat das Gleiche. «Diese Auktion ist wie der FC Aarau», zieht Furrer einen weiteren sportlichen Vergleich, «am Anfang gar nichts und am Schluss steigen sie auf.»
Dass die Auktion auf dem Horben aber überhaupt zum Erfolg werden konnte, hängt eng mit Hugo Abt zusammen. Nicht nur in organisatorischer Hinsicht hat der Rottenschwiler eine wichtige Funktion. Knapp die Hälfte der Tiere, die versteigert wurden, sind aus Abts Stall. «Seit auch ausserkantonale Verkäufer ihre Tiere zur Auktion bringen können, hat sich die Situation verbessert», sagt Abt. Trotzdem: ohne die Tiere von seinem Hof könnte die Auktion nicht mehr durchgeführt werden. «Ja, es täuscht vielleicht ein Stück weit über die tiefe Beteiligung hinweg.» Aber er mache das nicht nur, um die Auktion am Leben zu erhalten. «Das ist unsere Strategie auf dem Betrieb. Wir produzieren, züchten und verkaufen Tiere.» Ob dies direkt ab Hof erfolge oder an einer Auktion, spiele keine grosse Rolle.



