Mit ganz viel Leidenschaft
05.04.2019 WohlenAm Jahreskonzert präsentierte sich die Musikschule von ihrer besten Seite
Über 700 Kinder, Jugendliche und Erwachsene besuchen den Unterricht an der Regionalen Musikschule Wohlen. Rund 200 von ihnen durften ihr Können im voll besetzten ...
Am Jahreskonzert präsentierte sich die Musikschule von ihrer besten Seite
Über 700 Kinder, Jugendliche und Erwachsene besuchen den Unterricht an der Regionalen Musikschule Wohlen. Rund 200 von ihnen durften ihr Können im voll besetzten Casinosaal beweisen. «Für mich ist das jedes Mal der Höhepunkt des Jahres», sagt Schulleiter Markus Beeler.
Chregi Hansen
Manchmal lohnt es sich eben doch, in der ersten Reihe Platz zu nehmen. Denn wer das Erfolgsgeheimnis der Regionalen Musikschule Wohlen verstehen will, der braucht bloss den Leitern der verschiedenen Ensembles beim Dirigieren zuzusehen. In ihren Gesichtern spiegelt sich Stolz, Freude, Begeisterung und Leidenschaft, und dirigiert wird nicht einfach mit dem Taktstock, sondern mit Händen, Füssen, Augen und Mund – ja der ganze Körper scheint mitzuschwingen.
Ja, das Leiten dieser Ensembles, das ist für die Musiklehrer nicht einfach nur Arbeit. Darin steckt ganz viel Herzblut. Und die Begeisterung überträgt sich auf die Schüler und Schülerinnen. Schnell legen sie die vorhandene Nervosität ab, schnell lassen sie sich von der Leidenschaft der Lehrpersonen anstecken. Und diese Begeisterung ist der Grundstein für einen rundum gelungenen Konzertabend.
Immer mehr Überschneidungen
Tatsächlich will die Musikschule Wohlen mehr sein als nur ein Ort, an dem die Kinder und Jugendlichen ein Instrument lernen. Sie will ein Ort sein, an dem Musik gelebt wird. «Und darum fördern wir mit unseren Ensembles ganz bewusst das Zusammenspiel. Musik machen ist etwas Schönes, es mit anderen zusammen zu tun, ist aber noch schöner. Fast wie im Fussball», sagt denn auch Schulleiter Markus Beeler. Oder wie es ein junger Akkordeonist in einer Ansage formuliert: «Statt gelangweilt zu Hause zu sitzen oder bloss zu gamen, üben wir lieber alle zwei Wochen im Ensemble.»
Diese verschiedenen Formationen sollen möglichst allen offen stehen. So gibt es zum Beispiel nicht nur das Querflötenensemble Magic Flutes unter der Leitung von Sabina Bürger, sondern auch die Mini Magic Flutes, welche etwas einfachere Stücke spielen. Und neben dem aufstrebenden Jugendblasorchester dirigiert Stephanie Herzog auch die Beginners-Band. Das Akkordeonensemble von Ruth Stutz wiederum erhält Verstärkung durch verschiedene erwachsene Musikanten und profitiert erst noch von einer eigenen Begleitband. Und die Zahl der Chöre, die Prisca Zweifel unter sich hat, ist kaum noch zu überblicken: Stimmglöcklein, Stimmperlen 1, Stimmperlen 2, Stimmperlen 3, Stimmperlen 4 und die Vocalines. Bei Letzteren machen einige ganz grosse Talente mit, da wünscht man sich ein baldige Wiederholung von «Voice of Wohlen». Wann schon wieder ist das nächste Jugendfest?
Beeler ist stolz darauf, welche Entwicklung diese Formationen nehmen. «Da gibt es immer mehr Überschneidungen, da unterstützt man sich gegenseitig», freut er sich. Und wenn eine Formation aufgelöst wird wie kürzlich das Harfenensemble, so dauert es nicht lange bis zur Wiederauferstehung. Unter der Leitung von Julia Weissbarth kam dieses uralte Instrument in Wohlen am Konzert zu neuen Ehren. Während bei der Harfe die zarten Klänge dominieren, sorgt das Percussionsensemble von Micha Dettwyler für viel Lärm und noch mehr Stimmung. Am Schluss klatscht der ganze Saal im Rhythmus mit.
Primarchor sorgte für Abschluss
Das traditionelle Jahreskonzert der Musikschule ist eigentlich den Ensembles vorbehalten. Für den ganz grossen Höhepunkt sorgen aber in diesem Jahr andere. Der Chor der 4. Klassen des Bünzmatt beweist an diesem Abend, dass auch in einzelnen Schulhäusern der Musik grosses Gewicht beigemessen wird.
Unter der Leitung der beiden Lehrpersonen Lukas Arnold und Cornelia Bossy haben die zwei Primarschulklassen ein tolles Programm einstudiert, mit vielen Chor-, Solo- und Theatersequenzen. Eine temporeiche Tour de Suisse, gesungen in allen vier Landessprachen. Mit viel Witz, aber auch ganz viel gesanglichem Können. Die grosse Bühne und das grosse Publikum haben sich diese Klassen verdient. Und den riesigen Applaus am Schluss sowieso.





