Lebensraum für Gross und Klein
12.04.2019 WohlenInfoabend zum Thema «Bringen Sie Ihren Garten in Form»
Im Jubiläumsjahr wird der Naturmärt von zwei Veranstaltungen umrahmt, welche auf die einstigen Aktivitäten zur Aktion «Gartenlehrpfad» im Jahr 1998 zurückgehen. ...
Infoabend zum Thema «Bringen Sie Ihren Garten in Form»
Im Jubiläumsjahr wird der Naturmärt von zwei Veranstaltungen umrahmt, welche auf die einstigen Aktivitäten zur Aktion «Gartenlehrpfad» im Jahr 1998 zurückgehen. Dabei zeigt sich: Das Öffnen von Privatgärten stösst heute immer noch auf grosses Interesse.
Der eigene Garten ist ein wertvoller Rückzugsort – auch für Kleintiere, Insekten und Vögel. Am Infoabend der Grünen wurden Interessierte und Neugierige zu einer Gartenbegehung mit Christian Siegrist, Fachmann für naturnahe Gartengestaltung mit eigener Baumschule, eingeladen. Dabei diente der Garten von Monika und Rolf Küng an der Waltenschwilerstrasse als gutes Beispiel für eine naturnahe Pflanzenwelt, welche die Kulturlandschaft mit schönen und nützlichen einheimischen Pflanzen bereichert.
Christian Siegrist hat seine Baumschule vor acht Jahren aufgebaut. Mit dem naturnahen Gartenbau beschäftigt er sich bereits seit elf Jahren und fördert als Fachmann die einheimische Artenvielfalt in der Region. Naturnähe bedeutet, dass «man versucht, etwas zu kopieren oder zu fördern, wie es auch draussen vorkommt», so Siegrist. Es gibt zahlreiche Gartenelemente, die für den Menschen zwar nicht attraktiv, aber für Kleintiere und Insekten sinnvoll sind.
All diese Anforderungen werden vereint, wenn im Garten eine «Wellenlandschaft» entsteht: Das Säen und Pflegen vieler verschiedener einheimischer Pflanzen hat Vorteile für alle Anspruchsgruppen. So hat der Schattenwurf von Bäumen und Hecken eine kühlende Wirkung für Mensch und Tier, die besonders im Hochsommer zur Geltung kommt. Auch die unterschiedlich grossen Wurzeln lockern die Erde auf und erleichtern das Durchsickern von Regenwasser. «In vielfältigen Gärten fühlen sich auch die Tiere wegen dem Nahrungsangebot und der Wellenlandschaft wohl. Dadurch können wir der Natur und den Tieren etwas Wertvolles zurückgeben», betont Fachmann Siegrist.
Starkes Naturbewusstsein
Ziel dieser Veranstaltung ist nach wie vor, möglichst viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer zu animieren, ihre Gärten naturnaher zu gestalten und so einen wichtigen Beitrag für die Siedlungsökologie zu leisten. Damit kann lokal dem Rückgang der Singvögel und dem Insektensterben entgegengewirkt werden.
So ist das Thema der naturnahen Gärten auch nach 20 Jahren aktueller denn je. Das wird auch in der Besucherzahl des Anlasses reflektiert: 65 Besucherinnen und Besucher haben am Infoabend teilgenommen. «Es ist schön, dass so viele gekommen sind und Interesse haben. Dass es so vielen gefällt, macht uns Mut. Wenn man Tiere im Garten haben möchte und etwas Gutes tun will, muss man umdenken», sind sich Grüne-Präsidentin Marianne Keusch und Vorstandsmitglied Monika Küng einig, «es gibt so viele schöne Pflanzen, die einheimisch sind.»
Während die Erwachsenen sich über naturnahen Gartenbau kundig machten, konnten die Kinder gemütlich Pflanzen eintopfen oder sich von Franziska Matter Garten-Geschichten im Pavillon erzählen lassen. Zum Schluss wurden alle Teilnehmer mit einem Frühlingsapéro kulinarisch verwöhnt.
Zielpublikum erweitern
Am Infoabend wurde auch die «Wandzeitung» der Grünen aufgestellt. Sie zeigt die Entwicklung dieser Veranstaltung. Auslöser war die nationale Kampagne des Bundes «Gartenlehrpfad» im Jahr 1998, an der sich die Grünen und der Naturund Vogelschutzverein Wohlen mit einem eigenen Programm beteiligten. Im Zentrum standen die natur- und umweltschonende Gartenpflege und die Förderung von standortgerechten einheimischen Pflanzen.
Im Nachgang wurde entschieden, dass eine einmalige Aktion nicht nachhaltig genug ist – so wurde im Folgejahr der Wildblumenmarkt ins Leben gerufen. Dieser hat sich dann innert 15 Jahren von einem kleinen Anlass zum heutigen Naturmärt entwickelt und bietet neben einheimischen Wildpflanzen auch verschiedenste landwirtschaftliche, lokale und regionale Produkte an.
Nun findet dieser am Samstag, 4. Mai, im Park beim Strohmuseum statt. Wie gewohnt findet ein bunter Marktbetrieb mit einer Vielzahl an Ausstellern statt. Besonders der Auftritt von «CleverCork», dem von Erfolg gekrönten YES-Miniunternehmen der Kantonsschule Wohlen, wird von Marianne Keusch und Monika Küng mit grosser Freude erwartet: «Die Umwelt und die Natur sind momentan in aller Munde. Vielleicht spornt das auch Jüngere an, bei uns vorbeizuschauen.» --mnj



