Das Warten hat ein Ende
09.04.2019 WohlenRe-Opening des Skateparks
Der Schüwo-Park verfügt über eine weitere Attraktion. Die Jungen haben den Platz bereits für sich entdeckt.
Am 18. Februar 2017 hiess es Abschied nehmen. An diesem Samstag war der Skatepark bei ...
Re-Opening des Skateparks
Der Schüwo-Park verfügt über eine weitere Attraktion. Die Jungen haben den Platz bereits für sich entdeckt.
Am 18. Februar 2017 hiess es Abschied nehmen. An diesem Samstag war der Skatepark bei der alten Eisbahn zum letzten Mal offen. Mit dem Start der Bauarbeiten für die neue Eisbahn musste der Treffpunkt weichen. Zwei Jahre später konnte endlich die Wiedereröffnung gefeiert werden. Man tat dies mit einem kleinen und friedlichen Fest. --chh
Endlich wieder schwerelos
Das Re-Opening des Skateparks lockte viele Benutzer und Zuschauer an
Zwei Jahre mussten die Skater, auf andere Plätze ausweichen. Jetzt steht ihnen ihr eigener Park wieder zur Verfügung. Mit einer Bowl weist die neue Anlage eine besondere Attraktion auf. Von Profi Simon Stricker erhielt der Park gemischte Noten.
Chregi Hansen
Die einen versuchten sich vorsichtig an der neuen Bowl, andere wagten sich schon mutig und mit Schwung in die «Schüssel» hinein. Und da war da noch der eine, der über die Wellen kurvte und über die Kanten abhob, als sei es ein Kinderspiel. Und der damit andere zum Staunen brachte.
Zur Wiedereröffnung des Wohler Skateparks kam mit Simon Stricker ein ganz Grosser der Schweizer Szene. Der 27-Jährige lebt für seinen Sport. Sein grosses Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, wo Skateboard erstmals mit dabei ist. «Die Chancen, dass ich dabei sein kann, sind intakt», sagt Stricker. Seit über sechs Jahren ist der Zürcher als Profi- Skateboarder im Team von Red Bull, nimmt an zahlreichen internationalen Contests teil und ist Mitglied im Nationalkader von Swiss Skateboard. Daneben betreibt er eine eigene Freestyle-Sportschule in Winterthur.
«Skaten ist ein super Sport. Es braucht kaum Ausrüstung, und man kann fast überall aktiv sein», sagt er. Die neue Anlage in Wohlen beurteilt er differenziert. «Es ist toll, dass der Park über eine Bowl verfügt. Diese ist auch gut verarbeitet. Schade ist, dass man die restliche Fläche nicht auch noch mit einem richtigen Belag versehen hat.» An diesem Nachmittag beweist der Profi bei Showeinlagen sein grosses Können, dazwischen versorgt er die jüngeren Skater mit Tipps und Tricks. «Es ist einfach lässig, wie die Jungen mitmachen und wie schnell sie lernen», freut er sich. Dieser Nachmittag sei doch der Beweis, dass das Skateboard noch immer populär ist.
Pumptrack nur auf Zeit
Auch Jugendarbeiter Luca Baldelli freut sich über die gute Stimmung an diesem Nachmittag. «Es ist schön zu sehen, dass die neue Anlage bereits vor der Eröffnung fleissig genutzt wurde», sagt er. Das hat auch mit dem Pumptrack zu tun, einer Wellenbahn aus Kunststoffelementen, die auf dem hinteren Platz aufgestellt wurde. Hier sind nicht nur Skater, sondern auch viele Velofahrer und Kids auf Kickboards unterwegs und drehen Runde um Runde. «Die Bowl ist relativ anspruchsvoll. Auf dem Pumptrack können sich alle austoben», so Baldelli. Darum sei es schade, dass dieser nur noch bis Donnerstag vor Ort ist und dann abgebaut wird. «Aber ein stationärer Pumptrack hätte nicht ins Budget gepasst», weiss der Jugendarbeiter, der auch Mitglied der Planungskommission war. Man habe versucht, mit den vorhandenen Mitteln das Beste für die Skater herauszuholen. Darum habe man auch Nutzer in die Planung eingebunden. «Mit der neuen Bowl haben wir jetzt eine Attraktion, mit der wir uns klar abheben von anderen Parks in der Region», ist Baldelli überzeugt.
Vom Schüwo-Park profitieren
Auf der übrigen Fläche kommen hingegen Elemente aus dem alten Park zum Einsatz. Genutzt werden kann nur das halbe Feld der ehemaligen Eisbahn, die Restfläche wird für einen Veloparcours zur Verkehrserziehung genutzt. Trotzdem ist der Jugendarbeiter mit dem Resultat zufrieden. «Die Anlage ist jetzt offen zugänglich und weniger versteckt als früher. Und sie ist jetzt ein Teil des Schüwo-Parks. Damit können auch die Toiletten und das Restaurant genutzt werden», erklärt er.
Bei den Nutzern fällt die Bilanz durchzogen aus. Die Bowl finden alle toll. Der Rest des Skateparks kann da nicht mithalten. «Der Boden ist zu rau und uneben», erklärt ein junger Skateboarder. Die alten Elemente seien willkürlich angeordnet, der Platz generell sehr eingeschränkt. «Natürlich hätten wir gerne mehr gemacht», gibt Baldelli zu, «aber die Mittel waren eben beschränkt.» Das Wichtigste sei, dass Wohlen wieder über einen eigenen Skatepark verfügt. Dass dieser ein Bedürfnis ist, das beweisen die vielen Jugendlichen und Kids, die an der Eröffnung dabei sind und den älteren Zuschauern zeigen, was auf Rädern alles möglich ist.






