«Wohlen will vorwärtsgehen»
12.04.2019 WohlenEntwicklung Bahnhof Wohlen: Spatenstich fürs nächste Grossprojekt
Der Handlungsbedarf ist gross am Bahnhof. Nun wurde mit dem Spatenstich die Umsetzung der Modernisierung gestartet. Ein wichtiger Moment für die Verkehrs-Drehscheibe in ...
Entwicklung Bahnhof Wohlen: Spatenstich fürs nächste Grossprojekt
Der Handlungsbedarf ist gross am Bahnhof. Nun wurde mit dem Spatenstich die Umsetzung der Modernisierung gestartet. Ein wichtiger Moment für die Verkehrs-Drehscheibe in Wohlen.
Daniel Marti
Gemeindeammann Arsène Perroud sprach vor dem Spatenstich von einem denkwürdigen Tag. Damit lag er genau richtig. Denn der Startschuss zur baulichen Entwicklung des Bahnhofs Wohlen ist wahrlich symbolträchtig. Vorbereitungsarbeiten über sechs Jahre hinweg waren nötig, um an diesen entscheidenden Punkt zu gelangen.
Die Modernisierung und Entwicklung des Bahnhofs Wohlen sei eines der wichtigsten Infrastruktur-Projekte der Gemeinde Wohlen, so Perroud. «Es ist ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte. Das zeigt auch, dass Wohlen vorwärts gehen will.» Vor allem das aus dem Jahr 1986 stammende Bushäuschen entspricht schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen. Mit den Neuerungen gilt es auch den Spitzenzeiten mit einer Frequenz von 800 Personen Rechnung zu tragen. Der neue Bushof mit einem modernen Dach und elf Buskanten, eine neue Tiefgarage mit 110 Parkplätzen und die Bahnhofplatz-Gestaltung sind die Eckpfeiler des Projekts. Gemeindeammann Perroud betonte auch einen anderen wesentlichen Punkt: «Die Sicherheit ist sehr wichtig. Bis jetzt gibt es am Bahnhof Ecken, wo man sich unwohl fühlt.» Mit der gesteigerten Aufenthaltsqualität wird auch dieser Aspekt in Zukunft deutlich verbessert.
In der ersten Bauphase werden die Werkleitungen angepasst und die Ersatzparkplätze erstellt. Danach folgt der anspruchsvolle Aushub für die Tiefgarage. Es wird mit einer gesamten Bauzeit von zweieinhalb Jahren gerechnet.
Positiven Schwung ausnützen
Spatenstich beim Bahnhof: Das wichtigste Verkehrsbauwerk ist gestartet – Bauzeit beträgt zweieinhalb Jahre
Bushof, Tiefgarage, Bahnhofplatz-Gestaltung. Mit diesen Neuheiten wird in Wohlen der Bahnhof der Zukunft gebaut. Die Baustelle ist komplex, spannend und herausfordernd. Im Frühherbst 2021 soll die Einweihung gefeiert werden.
Daniel Marti
Ein gewisser Stolz ist schon spürbar. Notabene nicht nur beim Gemeinderat, sondern bei allen Beteiligten. «Ein grosses Projekt ist nun endlich am Start», sagt Gemeindeammann Arsène Perroud. Die Entwicklung des Bahnhofs sei «das wichtigste Verkehrsbauwerk», fügt er an. Wichtig für Wohlen und für die ganze Region. Der Bahnhof sei die künftige Visitenkarte der grössten Freiämter Gemeinde. «Aber heute ist der Bahnhof keine Visitenkarte», so Perroud. «Er bietet vor allem einen trostlosen Anblick.» Dies gilt es jetzt zu verändern. Der Gemeindeammann freut sich nun auf «eine schöne Entwicklung».
Wie 30 Einfamilienhäuser und 1300 Lastwagenfahrten
Und diese wird auch imposant. Vor allem die 120 Meter lange Baugrube für die neue Tiefgarage zeigt die besonderen Dimensionen. Die Baufläche wird gegen 3500 Quadratmeter betragen oder mehr als ein halbes Fussballfeld. Es werden rund 16 000 Kubikmeter Aushubmaterial bewegt. Dies ist vergleichbar mit dem Bau von 30 Einfamilienhäusern. Oder rund 1300 Lastwagenfahrten werden nötig sein, um den Aushub zu transportieren und das Baufeld für die Tiefgarage zu erstellen. «Bis zum Jahreswechsel sollte die Baugrube fertig sein, danach erfolgt der Bau der Tiefgarage», sagt Chefbauleiter Robert Strukely. Neben der neuen, eingeschossigen Park+Ride-Anlage mit 110 Parkplätzen und direktem Zugang zur neuen Personenunterführung West ist der neue Bushof das Herzstück der jetzigen Entwicklung. Das geschwungene Dach auf dem Bushof ist eine weitere Herausforderung und erinnert an die Strohindustrie in Wohlen. «Die Strohindustrie ist prägend für Wohlen», betont Gemeindeammann Perroud. Der neue Bushof wird zudem eingebettet in einen Ort, der in der Nachbarschaft denkmalgeschützte Bauten aufweist. Dies musste bei der Planung laut Perroud berücksichtigt werden. Der neue Bushof sollte also auf alle Seiten passen. «Er ist schlicht und schön», sagt Arsène Perroud.
Und noch eine beeindruckende Zahl: Auf der grössten Wohler Baustelle werden 540 Tonnen Stahl verbaut.
Sportlichen Zeitplan bisher eingehalten
Das Projekt ist nicht nur eindrücklich, es geniesst auch eine grosse Akzeptanz. Das Stimmvolk stimmte dem Verpflichtungskredit von 17,7 Millionen Franken mit fast 80 Prozent Ja-Stimmen zu. Und beim Baugesuchsverfahren ging keine Einsprache ein. «Wir haben nicht gedacht, dass alles so schlank durchgeht», freut sich der Gemeindeammann. Dies ist auch der Grund, warum der sportliche Zeitplan nach der Volksabstimmung eingehalten werden konnte. Im Februar haben die Vorbereitungsarbeiten begonnen. Vorgestern Mittwoch konnte der Spatenstich ausgeführt werden. In der ersten sechsmonatigen Bauphase werden nun die Werkleitungen angepasst und die Ersatzparkplätze erstellt. Dann erst folgen der Bau der Tiefgarage und des daraufliegenden neuen Bushofs.
Drehscheibe muss weiter funktionieren
«Eine der grössten Herausforderungen ist die Sicherung des bestehenden Busverkehrs», betont Chefbauleiter Strukely. Dieser muss stetig gewährleistet sein. Mit Haltestellen beim Güterschuppen (2), entlang der SBB-Streckenführung (5) und bei der Unteren Farnbühlstrasse (3) wird dies erreicht. Auch die Parkplätze, die nun im Bereich der Baustelle sind, werden an die Untere Farnbühlstrasse verlagert.
Die erste Umstellung der Verkehrssituation wird am 22. April erfolgen, also nach Ostern. «Jede Umstellung der Verkehrsführung wird immer über eine lange Zeit erfolgen», so Strukely weiter. «Es wird Einschränkungen geben, aber auch Automobilisten werden beim Bahnhof stets Durchfahrt haben.» Überhaupt sei ein Ziel oberstes Gebot: «Die Drehscheibe muss weiter funktionieren und alle Umsteigefunktionen müssen stets gewährleistet sein.» Man habe es beim Bahnhof mit einem «innerstädtischen Projekt» mit vielen Beteiligten zu tun. Umso präziser muss die Vorbereitung sein.
Wichtige Anliegen: Optimierung und Flexibilität
Anlässlich des Spatenstichs wurde der gute Stand der Vorbereitungen nur gelobt. Der Gemeindeammann schwärmte vom Planungsteam. «Dieses hat das Projekt technisch und architektonisch geprägt», so Arsène Perroud.
Generalplaner Michael Nöthiger bestätigte die angenehme Zusammenarbeit. Optimierung und Flexibilität seien seine steten Anliegen gewesen, erklärte er. «Das Projekt garantiert eine gute Übersichtlichkeit.» Das Planerteam habe zudem von der Spiegelgruppe profitiert. «So konnten Lösungen erarbeitet werden.» Zudem sei auch für das Planerteam die hohe Akzeptanz der Bevölkerung wichtig. «Das gibt positiven Schwung für die Realisation.»
Und diese Aufbruchstimmung gilt es auszunützen. «Das wird in den nächsten zweieinhalb Jahren eine spannende Baustelle»« freute sich Gemeindeammann Arsène Perroud. Er sagte es, nahm in einem Bagger Platz und setzte gekonnt schon vor dem offiziellen Spatenstich das erste Material in Bewegung.






