«Scheesewagerönne» der Fasnachtsgesellschaft Variété
Das traditionelle Scheesewagerönne lockte Besucher aus Dorf und Region an die Marktstrasse. Insgesamt 18 Gruppen präsentierten den Zuschauern ihre fantasievoll ...
«Scheesewagerönne» der Fasnachtsgesellschaft Variété
Das traditionelle Scheesewagerönne lockte Besucher aus Dorf und Region an die Marktstrasse. Insgesamt 18 Gruppen präsentierten den Zuschauern ihre fantasievoll gestalteten Wagen.
Chantal Gisler
Innert kürzester Zeit hat sich die Marktstrasse in Sarmenstorf in einen kunterbunten Ort verwandelt. Auf dem Asphalt schimmerten bunte Konfetti, am Strassenrand haben sich die Fasnächtler von nah und fern in fantasievollen Kostümen versammelt, um die mit viel Herzblut gestalteten Fasnachtswagen zu bestaunen. Ob Hexen mit Pilzen im Gesicht, Ninjas oder Cowboys, auf der Sarmenstorfer Strasse kommen alle zusammen. Traditionell organisiert die Fasnachtsgesellschaft Variété das «Scheesewagerönne». 18 Gruppen «und genau 150 Nasen haben sich für das Rennen angemeldet», so Moderator Hansjörg «Hausi» Köchli.
Bei den «Scheesewagen» können die Fasnächtler ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Egal ob grosser oder kleiner Wagen, wichtig ist nur, dass etwas mit Rädern dabei ist. Besonders auffällig ist dieses Jahr der «Wagen» von Familie Abächerli aus Bettwil: Als kleine «Jim Knopfs» sind die Kinder kurzerhand mit «Emma, der Lokomotive» nach Sarmenstorf gefahren. Aus dem Schornstein strömt weisser Rauch, sobald die Lokomotive sich gemächlich die Marktgasse hoch bewegt und die grossen und kleinen Zuschauer in ihren Bann zieht.
Geschwindigkeit ist zweitrangig
Dabei ist es nicht wichtig, wie schnell die Gruppen wieder im Ziel sind. «Es geht darum, den Zuschauern unsere schönen Wagen zu präsentieren und Spass zu haben», meint eine als Hexe verkleidete Fasnächtlerin. Das Rennen zu gewinnen, wäre aber noch das Tüpfchen auf dem i. An der Startlinie haben sich mittlerweile «Cupcakes» bereitgemacht. Unter dem Motto «de Junior Chäller het Geburtstag» haben sich sieben Fasnächtler in Schale beziehungsweise in Muffinform geworfen. Mit einer Torte als Sujetwagen stürmen sie los und rennen die Marktstrasse hoch. Nach genau einer Minute und 53 Sekunden kommen die sieben ins Ziel. Für den Sieg hats damit aber nicht gereicht. Doch davon lassen sich die kleinen Narren nicht ausbremsen: Fleissig werden noch kleine Küchlein, Süssigkeiten und Konfetti an die Zuschauer verteilt.
Bei den verschiedenen Sujets wurde auch die zweite Fasnachtsgesellschaft im Dorf, die Heuröpfel, etwas auf die Schippe genommen. So war eine Gruppe als «Streuöpfel» unterwegs, die in diesem Moment ihr «55-Minuten-Jubiläum» feiern. «Damit wurden sie genau um 13.30 Uhr gegründet», witzelt «Hausi». In einer kleinen Holzkarre sitzt «Zunftmeister» Nämi de Buur mit seiner «Ehefrau» und verteilt eine ganz spezielle Fasnachtsplakette: eine Kette, aus «hochwertigem» Seil hergestellt, daran ein Büschel Stroh. «Ich finde es immer wieder lustig, wie man sich gegenseitig auf den Arm nimmt», meint ein Besucher. Für ihn gehört die Narrenfreiheit an der fünften Jahreszeit einfach dazu. «Typisch fasnächtliches Treiben eben.»