Klares Ja zur Fusion
19.03.2019 WohlenGV der Raiffeisenbank Wohlen
Eine Woche nach den Boswilern und Bünzern stimmen auch die Genossenschafter der Wohler Bank der Fusion zu.
Schon vor dem Auszählen stand das Ergebnis fest. Überall in der grossen Halle schossen die ...
GV der Raiffeisenbank Wohlen
Eine Woche nach den Boswilern und Bünzern stimmen auch die Genossenschafter der Wohler Bank der Fusion zu.
Schon vor dem Auszählen stand das Ergebnis fest. Überall in der grossen Halle schossen die gelben Zettel in die Höhe. Mit 999 Ja zu 15 Nein sagen die Wohler sehr deutlich Ja zum Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Boswil-Bünzen. Letztere gibt es schon bald nicht mehr – die neue Bank heisst lediglich Raiffeisenbank Wohlen. Die Fusion der beiden Genossenschaften erfolgt rückwirkend auf den 1. Januar. --chh
Per Schnapszahl in die Zukunft
Die Genossenschafter der Raiffeisenbank Wohlen stimmten der Fusion mit Boswil deutlich zu
Für einmal musste das Essen etwas warten. Zuvor legte der Verwaltungsrat ausführlich dar, warum die Fusion mit der Raiffeisenbank Boswil-Bünzen der richtige Weg in die Zukunft ist. Der Entscheid fiel auch in Wohlen deutlich aus.
Chregi Hansen
21 Stimmenzähler waren notwendig, um das Resultat zu ermitteln. Und sie benötigten etwas Zeit. Denn so eine Fusion, die muss korrekt verlaufen. Die Stimmen müssen genau ermittelt werden. Bei 1034 Stimmberechtigten, die an der diesjährigen GV teilnahmen, keine einfache Sache. Spannend war das Warten allerdings nicht, denn die Zustimmung zum Zusammenschluss fiel fast einstimmig aus.
Doch als Präsident Ruedi Peterhans den Zettel mit dem Resultat erhielt, fing er trotzdem an zu strahlen. «So eine schöne Zahl», meinte er schmunzelnd. 999 Anwesende hatten der Fusion zugestimmt, lediglich 15 Genossenschafter sagten Nein. Die übrigen Abstimmungen waren dann reine Formsache. Mit Erich Thalmann, Leo Werder und Selina Christen wurden drei Vertreter aus Boswil in den Verwaltungsrat gewählt. Und in Zukunft sind die Genossenschafter nicht mehr zu einer GV geladen, sondern zu einer Orientierungsversammlung. «Für sie ändert sich nichts. Es gibt weiterhin ein Nachtessen und ein Unterhaltungsprogramm. Nur die Abstimmungen fallen weg», betonte zuvor der Präsident.
Die rückwirkend auf den 1. Januar erfolgte Fusion stand natürlich im Zentrum der Versammlung. «Wir wollen unsere Bank fit machen für die Zukunft. Sie vorbereiten auf das, was kommt», erläuterte Präsident Peterhans. Zwar ist die Raiffeisenbank Wohlen in den letzten Jahren stetig gewachsen, aber es gibt keine Garantie, dass dies einfach immer so weitergeht. Durch den Zusammenschluss mit Boswil könne man die Marktpräsenz ausbauen, Synergien nutzen, die Arbeiten und Dienstleistungen noch professioneller angehen und nicht zuletzt die stetig zunehmenden Vorschriften und Regularien besser bewältigen.
Kunden profitieren
Gleichzeitig soll sich für die Kunden möglichst wenig ändern. «Wir wollen unsere jetzigen Geschäftsstellen alle behalten und weiterhin ein fairer Partner sein», versicherte Peterhans. Auch Mitarbeiter werden durch die Fusion nicht entlassen. Und die Fusion hat sogar einen grossen Vorteil. «Wir können drei Arbeitsplätze von Wohlen nach Boswil verlagern. Denn hier in Wohlen geraten wir platzmässig bereits wieder an unsere Grenzen», so Peterhans. Auch Bankleiter Erich Füglistaler sieht im Zusammenschluss nur Vorteile. «Wir können gewisse Prozesse effizienter gestalten. Die so gewonnenen Kapazitäten können wir dann für die Beratung der Kunden nutzen», sagte er.
Dank der Fusion wird die Raiffeisenbank Wohlen zum «Milliardär». Im letzten Jahr wies sie eine Bilanzsumme von 966 Millionen Franken aus, zusammen mit Boswil kommt die neue Bank auf einen Betrag von rund 1,24 Milliarden Franken. Die Zahl der Genossenschafter steigt von 8618 auf rund 11 000, die Zahl der Mitarbeiter von 30 auf 40. Die Raiffeisenbank Wohlen verfügt über vier Geschäftsstellen: in Niederwil, Waltenschwil, Boswil und natürlich Wohlen.
Gutes Ergebnis erzielt
Für die Fusion haben Verwaltungsrat und Bankleitung viel zusätzliche Arbeit auf sich genommen. Parallel dazu lief das normale Geschäftsjahr auf einem weiterhin hohen Niveau. Und erst noch sehr erfolgreich. «Wir konnten auch im letzten Jahr viele neue Kunden gewinnen», freut sich Füglistaler. Die Bilanzsumme wurde ebenfalls deutlich gesteigert, und mit 1,35 Millionen Franken lag der Gewinn um 8 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Besonders stolz ist der Bankleiter auf die vorhandenen Eigenmittel in der Höhe von 91 Millionen Franken. «Dieser Wert liegt dreimal höher als vorgeschrieben», erklärte er.
Zwei Verabschiedungen
Die letzte GV der Raiffeisenbank in Wohlen – in Zukunft gibt es nur noch Orientierungsversammlungen und Urabstimmungen – endete mit zwei Verabschiedungen. Um Platz zu machen für die Vertreter aus Boswil, räumten Joe Huwiler und Luzia Schädeli freiwillig ihren Platz. Beide waren seit 2004 Mitglied des Verwaltungsrates, Huwiler als Vizepräsident, Schädeli als Aktuarin. Beide erhielten ein Präsent und einen lang anhaltenden Applaus. Neuer Vizepräsident wird Erich Thalmann, der bisher die Raiffeisenbank Boswil-Bünzen präsidierte. Diese Bank hingegen wird es nicht mehr geben. «Wir werden gleich am Montag den Antrag zur Löschung einreichen», machte Präsident Peterhans deutlich.




