Frostig-windige Premiere
12.03.2019 WohlenMoskitoturnier auf der Eisbahn Wohlen
Rund 180 Eishockeyspieler, 110 Helfer und zahlreiche Eltern besuchten das erste Moskitoturnier auf der neuen Eisbahn.
Spätestens am Samstag und Sonntag war der HC Wohlen Freiamt froh, ein Dach ...
Moskitoturnier auf der Eisbahn Wohlen
Rund 180 Eishockeyspieler, 110 Helfer und zahlreiche Eltern besuchten das erste Moskitoturnier auf der neuen Eisbahn.
Spätestens am Samstag und Sonntag war der HC Wohlen Freiamt froh, ein Dach über der neuen Eisbahn zu haben. Sonst wäre das Moskitoturnier wortwörtlich ins Wasser gefallen. So mussten Besucher und Veranstalter nur mit dem eiskalten Wind kämpfen.
Die kleinen Eishockeyspieler zeigten sich davon unbeeindruckt und liefen zu Topleistungen auf. --jl
Wo Wohler auf Wohler treffen
31. Moskitoturnier auf der Eisbahn Wohlen
Die Premiere des Moskitoturniers auf der neuen Eisbahn ist gelungen. Die Organisatoren ziehen ein positives Fazit. Auch bei den Auswärtigen hinterlässt das Turnier einen guten Eindruck. Beispielsweise bei der Familie Sahli aus Bern.
Josip Lasic
Sonntagnachmittag auf der Eisbahn . Am Moskitoturnier trifft der HC Wohlen Freiamt auf Bern 96. «Die Nummer Fünf und Zehn bei den Bernern sind auch Wohler», sagt Peter Sahli. Er ist Vater der Berner Nummer Fünf. Die Familie Sahli und Sohn Niklas kommen aus Wohlen bei Bern.
Kurz nach 6 Uhr morgens sind die Berner Richtung Freiamt aufgebrochen. Kein Problem. Im schönsten Berndeutsch erklärt Peter Sahli, dass die «Giele» Lust darauf haben, Eishockey zu spielen. Niklas Sahli zeigt, wie gross seine Lust ist. Kurz nach dem Start der Partie erzielt er das 1:0 für Bern. Familie Sahli und die restlichen Berner Eltern jubeln. Sie vergessen kurz, dass sie unter dem Dach der neuen Eisbahn in Wohlen frieren. «Letztes Jahr war die Bahn also noch nicht überdacht», fragt Peter Sahli nach. «Die Anlage ist sehr gut. Hier oben zieht es bloss ein wenig.»
Vollgas mit Hand und auf Hosenboden
Bei den Zuschauern zieht es. Auf dem Eis geht es hitzig zu und her. Tor. 2:0 für Bern. Der Torschütze heisst Niklas Sahli. Die Wohler kriegen den Wohler nicht in den Griff. «Die Jungs freuen sich, dass sie über das gesamte Feld spielen können», erklärt Vater Sahli. «Das war der grösste Diskussionspunkt auf der Hinfahrt. Sie wollten nicht nur auf dem halben Feld spielen.»
In der Zwischenzeit ist die erste Hälfte zu Ende. Bern 96 führt gegen mit 2:0. Ein Spiel dauert zweimal 13 Minuten. Der Sieger einer Halbzeit erhält einen Punkt. Endet eine Halbzeit unentschieden, erhalten beide Teams je einen halben Punkt. Niklas Sahli hat den Bernern den ersten Zähler gesichert. Der Berner Trainer motiviert seine Mannschaft in der Pause. Er will die volle Punktzahl. Der Eishockeynachwuchs hat verstanden. Sie geben alles für den Sieg. Egal ob es regelkonform ist oder nicht. Niklas Sahli wird in der zweiten Halbzeit zurückgepfiffen. Ein Teamkollege ist gestürzt, hat den Puck in die Hand genommen und dem Berner Goalgetter zugeworfen. Eltern beider Teams schmunzeln auf den Zuschauerrängen. Ebenso, als die Spieler beider Teams sich auf der Jagd nach dem Puck einer nach dem anderen auf den Hosenboden legen.
Wohler schiesst Wohler ab
Plötzlich lachen nur noch die Berner Eltern. Es steht 3:0. Torschütze: Niklas Sahli. Ein Kollege sagt zu Peter Sahli: «Dein Sohn entscheidet die Partie im Alleingang.» Am Ende steht es 4:0 aus Sicht der Berner. Den vierten Treffer hat ausnahmsweise nicht Sahli Junior erzielt.
Die Eltern sind stolz. Wohlen verliert 0:4. Ein Wohler ist Matchwinner. Eine Geschichte, wie sie das Moskitoturnier schreibt.
«Fazit ist sehr positiv»
OK-Chef Rolf Waldner zieht Bilanz
Der HC Wohlen Freiamt hatte mit Schwierigkeiten im Vorfeld des Moskitoturniers zu kämpfen. Diese wurden gut gemeistert. «Das Fazit ist sehr positiv», sagt OK-Chef Rolf Waldner. «Wir haben von allen Seiten ein gutes Feedback bekommen.»
Im Normalfall beginnt die Organisation des Turniers fünf Monate vorher. Dieses Jahr hatten die Wohler nur dreieinhalb Monate Zeit. Auf den Veranstalter kommen auf der neuen Eisbahn höhere Kosten zu. Deshalb mussten Sponsoren gesucht werden, um das Turnier stemmen zu können. Das Piccolo- und Bambini-Turnier des Clubs musste bereits abgesagt werden. «Dort haben wir niemanden gefunden, der bei der Organisation hilft», sagt Waldner. Beim Moskitoturnier war der Vorstand des HC Freiamt selbst tätig.
Unfall und Wind als Wermutstropfen
«Es ist nicht leicht, Helfer zu finden, die an so einem Turnier mitarbeiten», sagt Waldner. Ihm ist es gelungen. Fünf Schiedsrichter und rund 110 weitere Mitglieder des HC Wohlen Freiamt waren an den zwei Tagen im Einsatz.
Besucher hatte der Anlass ebenfalls zahlreiche. Die Eisdisco und die Bars hatten am Samstagabend laut Waldner Hochbetrieb. Einziges Manko: Auf der Eisdisco kam es zu einem kleinen Unfall. Die Mutter eines Juniors fiel auf den Hinterkopf. «Ihr Mann hat sie zur Abklärung nach gebracht.», sagt Waldner. «Es scheint nichts Grösseres zu sein.» Ansonsten verlief der Anlass ohne grössere Verletzungen.
Eine weitere Schwierigkeit war der Wind. Die oberste kalte Schicht vom Eis wurde permanent weggewindet. «Der Eismeister kann so die Fläche nicht optimal aufbereiten.» Dennoch war das Eis permanent bespielbar. Nach zwei Spielen kam es jeweils zur Eisreinigung. Das Turnier konnte ohne grössere Schwierigkeiten durchgeführt werden. Die Premiere auf der neuen Eisbahn ist dem HC Wohlen Freiamt gelungen. --jl







