Frische Luft statt «Ufzgi»
22.03.2019 Region OberfreiamtProjektwoche der Schule Waltenschwil – mit ganz vielen Aktivitäten ausserhalb des Schulzimmers
Die einen im Skilager in Wildhaus, die anderen in der Bannegg-Halle hinter dem beleuchteten Tuch. Während der Projektwoche verbringen die ...
Projektwoche der Schule Waltenschwil – mit ganz vielen Aktivitäten ausserhalb des Schulzimmers
Die einen im Skilager in Wildhaus, die anderen in der Bannegg-Halle hinter dem beleuchteten Tuch. Während der Projektwoche verbringen die Waltenschwiler Kinder viel Zeit draussen – getreu dem Jahresmotto «Natur pur».
Annemarie Keusch
«Nicht ziehen», mahnt eine Erstklässlerin ihren Klassenkameraden. Dieser hält die Zügel eines Ponys in der Hand. Umgeben von Kindern, verschwindet das Tier fast, die Schulterhöhe unterscheidet sich von jener der Erstklässler nur um Zentimeter. «Ich will streicheln», ruft ein Mädchen. «Nicht rennen», sagt die Lehrerin. Ein Morgen auf dem Bauernhof. Was für viele Kinder schon alleine ein spezielles Ereignis ist, machten die Lehrerinnen zu einem noch spezielleren. Dem Thema Indianer entsprechend verkleidet konnten die Schülerinnen und Schüler die Ponys nicht nur streicheln, auch reiten und gar anmalen war möglich. «Unglaublich, dass das Pferd so lang stillstand», meint Lehrerin Selina Wietlisbach schmunzelnd. Unglaublich sei auch, dass die Schülerinnen und Schüler sich auch vom regnerischen Wetter Anfang Woche nicht entmutigen liessen. Und das, obwohl das Programm am Montag und Dienstag ausschliesslich in der Natur stattfand. Schnitzen, Indianerlieder singen, vom Häuptling etwas über Waldkunde erfahren. Die Sechstklässler schnitzten gar einen Marterpfahl und Pfeilbogen. Bräteln, selber Feuer machen und Schlangenbrot backen – die Projektwoche bringt einige Abenteuer mit sich.
Nur mit Bewegungen sprechen
Etwas ruhiger, aber nicht weniger interessant geht es in der Bannegg-Halle zu und her. Unter der Leitung von Judith Antognini und Regula Müller üben die Zweitklässler ein Schattentheater ein. In Zweiergruppen oder alleine überlegen sie sich Handlungen, die gut nur mit Bewegungen dargestellt werden können. Ein Balletttanz beispielsweise, oder das Kochen nach einem strengen Arbeitstag. Die Kritik bekommen die kleinen Schauspieler direkt nach ihren Proben – von den anderen Kindern. «Ich fand es nicht gut, dass man einige der Gesten nicht gesehen hat», sagt ein Mädchen zu einem andern. «Ihr bewegt euch viel zu schnell», sagt Judith Antognini zu fast allen Gruppen. Anderes Programm, Abwechslung – Projektwochen kommen bei Schülern gut an. Mit ein Grund: die Hausaufgaben fallen weg. Das betont auch einer der Zweitklässler, als Antognini meint, er könne sich zu Hause aus Karton ein Auto basteln, um die Polizeikontroll-Situation besser darzustellen. «Das mache ich höchstens in der Schule. In der Projektwoche mache ich keine Hausaufgaben.»
58 Kinder im Skilager
Ob die Kindergärtler als Ritter und Prinzessinnen, die Klasse 2b unter dem Motto «Sonnengelb und Erdbeerrot», die Viertklässler zum Thema Frühling oder die Drittklässler mit Einblicken in den Bauernhof – mit dem Thema Natur zu tun hatten alle. Auch wenn das Osternest im Schulzimmer gekleistert werden musste.
Auch ein Blick in den Skilager-Blog zeigt, dass auch dort nicht jede Minute draussen verbracht werden kann. In Wildhaus geniessen die 58 Kinder plus Leiter nach anfänglichen Wetterkapriolen jetzt tolle Schneeverhältnisse, unterhaltsame Spiele am Abend und natürlich gutes Essen aus der Lagerküche. Ski- und Snowboardfahren machen bekanntlich hungrig.



