Einfach mal weg
15.03.2019 Region UnterfreiamtDer Freiämter Tommy Heimberg berichtet über seine abenteuerlichen Reisen durch die Welt
Irgendwann hatte er genug. Tommy Heimberg schwang sich auf sein Motorrad und fuhr los. Jetzt berichtet er, was er auf seinen Reisen erlebt hat. ...
Der Freiämter Tommy Heimberg berichtet über seine abenteuerlichen Reisen durch die Welt
Irgendwann hatte er genug. Tommy Heimberg schwang sich auf sein Motorrad und fuhr los. Jetzt berichtet er, was er auf seinen Reisen erlebt hat.
Chregi Hansen
Vor fünf Jahren hatte Heimberg noch zwei Arbeitgeber. Der gelernte Landmaschinenmechaniker aus Niederwil war Projektleiter bei einer Event-Agentur und fuhr zusätzlich Lkws für ein Wohler Unternehmen. «Aber dann fragte ich mich: Was tue ich hier eigentlich? Warum verkaufe ich komplizierte Marketing-Dienstleistungen wenn es auch einfacher als Handwerker mit meinem eigenen Werkzeug geht?», schaut er auf die damalige Zeit zurück.
Heimberg brach seine Zelte im Freiamt ab und schiffte über nach Neuseeland. Später folgten lange Touren von Süd- bis Nordamerika, durch Spanien und Portugal. Sein Plan: Als reisender Handwerker, nur mit Motorrad und Werkzeugkasten, die Welt entdecken. Es kam aber ganz anders, als er geplant hat. Doch daraus hat er eine wichtige Erkenntnis gewonnen. «Ich habe gelernt, geduldig zu warten und Dinge einfach geschehen zu lassen. So führt mich mein Glück sicher auf meinem Weg», sagt er heute.
Inzwischen ist Tommy Heimberg ins Freiamt zurückgekehrt. Doch die Erinnerungen an seine Reisen, die vielen Begegnungen und Erlebnisse sind noch frisch. Jetzt will er auf einer kleinen Freiämter Tour seine Erfahrungen teilen. An vier Abenden wird er in Wort und Bild von seinem Abenteuer berichten. Seine wichtigste Botschaft an die Zuhörer: «Fangen Sie an, Überraschungen zu erleben. Nehmen Sie sich ab und zu Zeit, ohne sie zu verplanen. Improvisieren tut gut und bringt einen auf neue Gedanken.»
Dass dies funktionieren kann, zeigt sein eigenes Beispiel eindrücklich.
Zurück zu den Wurzeln
Der Niederwiler Tommy Heimberg berichtet von seinen Reiseabenteuern als Handwerker
2014 packte er sein Werkzeug auf das Motorrad und fuhr los. Tommy Heimberg wollte die Welt kennenlernen. «Ich habe so viel erlebt, das möchte ich teilen», erzählt der Niederwiler. In vier Vorträgen wird er von seinen Reisen berichten.
Chregi Hansen
Die Idee dazu kam ihm, als er letztes Jahr das Festival Dreiraumkultur in Wohlen besuchte. «Da habe ich viele alte Bekannte getroffen, und sie haben mich ermuntert, meine Geschichte zu erzählen», erklärt Tommy Heimberg. Schnell war der Kontakt mit dem Sternensaal hergestellt – am 21. März wird er dort einen Vortrag halten. Inzwischen sind drei weitere Termine dazugekommen. «Das wird eine richtige Freiämter Tour», freut sich Heimberg.
Und das passt zu ihm. Aufgewachsen in Niederwil, lebt er heute in Schongau – und ist trotz seiner vielen Reisen noch immer mit dem Freiamt verwurzelt. Ob er aber noch länger hier leben wird, weiss er nicht. «Ich war letztes Jahr viel in der Schweiz unterwegs. Ich habe gesehen, in welch schönem Land wir leben. Es würde mich reizen, im Tessin zu leben und zu arbeiten», erzählt er.
Ohne Ziel, ohne Zeitdruck
Alles abbrechen und irgendwo neu anfangen – das kennt der gelernte Landmaschinenmechaniker zur Genüge. Im Jahr 2014 zog es ihn zum ersten Mal hinaus in die Welt. «Ich habe damals in ganz verschiedenen Berufen gearbeitet, aber richtig glücklich bin ich nirgends geworden», sagt er. Seine Idee: Als reisender Handwerker die Welt durchqueren. Ohne konkretes Ziel. Ohne Zeitdruck. Und immer wieder auf der Suche nach Arbeit. «Einfach leben», wie er es ausdrückt. Während 30 Monaten durchquert er mit seinem Motorrad 20 Länder. Seine Reise und seine Begegnungen dokumentiert er in vielen Bildern. Er tauchte tief in fremde Kulturen ein, lernte neues Handwerk, machte kürzere und längere Pausen auf seinem Weg. 2016 kehrt er zurück. 2017 folgen weitere Reisen nach Spanien und Portugal, ein Jahr später erkundet er die Schweiz.
Auf seinen Reisen lernt er viele Menschen kennen, erlebt viele Abenteuer, arbeitet in unterschiedlichsten Berufen. Er präpariert in Neuseeland Eispisten für Autotests, hilft in Chile bei einem Hotelumbau und packt in Kolumbien in einem Hafen bei Servicearbeiten eines Schiffes mit an. «Ich habe in dieser Zeit ganz viel Neues gelernt. Zum Beispiel, wie man Strohballenhäuser baut. Einfach, weil ich Zeit hatte», erklärt er. Seine Reisen haben seinen Blick auf das Leben verändert. Er wollte nicht einfach fremde Länder konsumieren, sondern eintauchen in diese Welt.
Zum Nachdenken anregen
Improvisieren und mit dem auskommen, was er dabei hat. Verzicht, Veränderung und das Vertrauen in das eigene Leben prägen ihn. Nun will er das, was er erlebt hat, auch anderen nahebringen. Aber: «Ich will nicht einfach unterhalten, ich will zum Nachdenken anregen, meine Philosophie vermitteln», macht Heimberg deutlich. Eine Philosophie, die ihn weg von der gewohnten Bequemlichkeit und hin zum einfachen Leben führte.
Vor Menschen zu referieren ist auch eine neue Erfahrung
«Es war keine Ferienreise, es gab viele Momente, in denen ich an meine Grenzen stiess», sagt er. So schuftete er inmitten von Schneestürmen, ertrank fast in einem reissenden Fluss, fuhr durch einen Waldbrand. Erlebnisse, die ihn nachhaltig geprägt haben. Erlebnisse, die er nun mit anderen teilen will. 20 Länder hat er während 30 Monaten mit seiner umgebauten KTM durchquert. Rund 90 Minuten wird sein Vortrag dauern. Im Zentrum stehen Abenteuer in Japan, Neuseeland und von Süd-, Zentral- und Nordamerika.
Vor Zuhörern zu stehen, seine vielen Bilder zu zeigen und von seinen Erlebnissen zu erzählen, das ist noch etwas Neues für ihn. «Ich habe letzten Herbst an den Discovery Days in Laax mitgemacht und gemerkt, dass mir das Freude macht», erklärt er. Dort dauerte der Auftritt 30 Minuten, Jetzt freut er sich auf seine ersten abendfüllenden Vorträge. «Ich freue mich, wenn ich andere inspirieren kann. Und wenn es nach dem Vortrag zu einem Meinungsaustausch kommt», schaut er auf die vier Abende voraus. Einmal mehr stellt sich Tommy Heimberg einer neuen Herausforderung. Aber das ist er sich ja längst gewohnt.
Vier Vortragsabende
An vier Abenden wird Tommy Heimberg in Wort und Bild über seine Reise und seine Erlebnisse berichten: Am 20. März in Fischbach-Göslikon in der Schnüzi-Schür, am 21. März im Sternensaal Wohlen, am 27. März im Bahnhöfli-Pub Boswil und am 28. März in Oberlunkhofen im Lokal zum Bauernhof. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Reservationen sind möglich unter www.rootbase.ch. Auf dieser Seite gibt es zusätzliche Infos zum Projekt.




