Eine Fasnacht nicht von dieser Welt
01.03.2019 Region UnterfreiamtVillmergen: Die Jahrgänger präsentieren an der «Ahöslete» ihren 1969er-Umzugswagen
Vor 50 Jahren landete mit Neil Armstrong der erste Mensch auf dem Mond. Im gleichen Jahr fand das legendäre Woodstock-Konzert statt. Diese ...
Villmergen: Die Jahrgänger präsentieren an der «Ahöslete» ihren 1969er-Umzugswagen
Vor 50 Jahren landete mit Neil Armstrong der erste Mensch auf dem Mond. Im gleichen Jahr fand das legendäre Woodstock-Konzert statt. Diese beiden Grossereignisse nahmen die Jahrgänger zusammen und kreierten daraus ihr Motto «All(es) esch andersch».
Chantal Gisler
Der Himmel ist sternenklar, der Mond leuchtet hell. Schon von Weitem ist der Bass der Musik zu hören, die einen gedanklich an einen Weltallfilm erinnert. Schnelle Bässe, gemischt mit elektronischer Musik. Auf einer weissen Leinwand werden die Gesichter der 50-Jährigen gezeigt. Gespannt warten die Besucher auf die grosse Enthüllung. Dass das Motto etwas mit der Mondlandung zu tun hat, dürfte spätestens jetzt allen klar sein. Vor rund einer Woche hatten die Jahrgänger zusätzlich eine Rakete vor dem Restaurant Güggibueb aufgestellt, die einen Hinweis auf das Motto gab. «Wir haben unseren Wagen erst heute fertig bauen können», erklärt OK-Präsident Pitsch Meyer. Um die Raumsonde auf den Wagen legen zu können, mussten ihn die Jahrgänger aus der Garage fahren «und ihn noch dazu den ganzen Tag versteckt halten», schmunzelt Meyer.
Nun ist die Sonde mit «Puppe Stella», dem Astronauten, zu sehen. Der hintere Teil des Wagens ist jedoch mit einer dunklen Plane verdeckt. Was verbirgt sich darunter? Unter den Besuchern wird gewerweisst. Haben die Jahrgänger möglicherweise die Hippiebewegung aus der 69er-Bewegung ebenfalls aufgenommen? Oder verbirgt sich unter der Plane doch ein ganz anderes Motto als vermutet?
«Houston, wir sind in Villmergen»
Eine Stimme aus dem Off zählt den Countdown herunter. Die Spannung steigt. Da tritt Pitsch Meyer im Weltraumanzug hervor. «Houston, wo sind wir hier?», fragt er und sieht sich um. «Houston, das sieht nicht so aus wie der Mond.» Er habe doch darauf bestanden, witzelt er, dass beim Budget für die Mondlandung nicht gespart werden dürfe. «Wir sind in Villmergen», führt er nach einem Blick auf sein Navigationssystem aus. Auch gut, dann steigt die grandiose Party hier. «In Villmergen ist eben alles anders.» Ein Feuerwerk hinter der Kirche impliziert, dass auch der Güüggibueb in Villmergen gelandet ist, ebenfalls im Weltraumkostüm. Doch etwas ist anders: Anstelle eines Güügi hängt eine «glühende» Zigarette in seinem Mund. «Das hat mit unserem zweiten Motto zu tun», so Meyer.
Und dieses wird sogleich eröffnet: Feierlich wird die Plane heruntergezogen, farbige Lichter einer Discokugel beleuchten den Wagen. «Woodstock» prangt gross auf dem hinteren Teil des Wagens. Mit Blumenketten und Sonnenbrillen kommen nun die «Hippienauten» hervor und begeistern mit ihrem Auftritt, aber auch mit dem Jahrgängerbier, ist doch Otto Sorg von der Erusbacher Brauerei bei den Jahrgängern mit dabei.
Bier mit «Pfupf» kommt gut an
Doch wieso vermischen die Jahrgänger zwei Themen zu einem Motto? «Schon bei den ersten OK-Sitzungen wurden diese beiden Grossereignisse angesprochen. Es war klar, dass wir aus einem von diesen beiden etwas machen würden», so Pitsch Meyer. «Schliesslich kam irgendwann die Idee auf, dass wir uns nicht entscheiden, sondern einfach beides machen könnten.» Dabei kam die Idee mit den «Hippienauten» relativ schnell auf. Die Zigarette, die im Mund vom Güüggibueb «glüht», ist dabei eine Anlehnung an Woodstock, «schliesslich hat man dort auch etwas geraucht», meint Pitsch Meyer mit einem Augenzwinkern.
Stunden, Tage und Wochen haben sie in den Bau des Wagens investiert. Mit Erfolg: Das Motto kommt bei den Villmerger Bevölkerung hervorragend an. «Vor allem die Idee mit der Puppe über dem Mond ist einfach genial», meint eine Besucherin.
Und dass es dazu noch ein hervorragendes Bier «mit Pfupf» gibt, sei das Tüpfelchen auf dem i und ein grossartiger Auftakt in die Fasnachtssaison.



