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26.02.2019 WohlenIn Wohlen wurden letzte Woche zwei Storchennester aufgestellt
Vermutlich im Jahr 1941 wurde das Storchennest vom Dach des alten Bezschulhauses entfernt. Seither haben diese Vögel in Wohlen nicht mehr genistet. Dank einer privaten Initiative soll sich ...
In Wohlen wurden letzte Woche zwei Storchennester aufgestellt
Vermutlich im Jahr 1941 wurde das Storchennest vom Dach des alten Bezschulhauses entfernt. Seither haben diese Vögel in Wohlen nicht mehr genistet. Dank einer privaten Initiative soll sich dies jetzt ändern.
Chregi Hansen
«Der Mensch ist schuld am Rückgang und Verschwinden vieler Tierarten. Es ist Zeit, dass wir der Natur etwas zurückgeben», sagt Kurt Meier.
Der frühere Mitinhaber des gleichnamigen Wohler Transportunternehmens ist zusammen mit seinen beiden Brüdern der Initiant der Aktion. Letzte Woche war es so weit. Nach längerer Planung und Bauzeit konnten entlang des Büelis acherkanals beim Hochwasserrückhaltebecken zwei Masten aufgerichtet und die Nester installiert werden.
Die Idee dazu hatte Meier schon lange. Nachdem er seine Firma der Tochter übergeben hatte, schritt er nun zur Tat. Den Anstoss dazu gaben nicht zuletzt die Sarmenstorfer, die in ihrem Dorf schon länger Nester aufstellen. «Wir dachten uns: Wenn die das können, können wir das auch», scherzt Meier. Als Konkurrenz sieht man sich nicht, im Gegenteil, die Wohler Nestbauer bekamen wertvolle Tipps aus Sarmenstorf. Der dortige «Storchenvater» Marco Stettler stellte auch den Kontakt zu Willi Müller her, der aus seiner Zeit bei der AEW noch über viele alte, hölzerne Strommasten verfügt. Und diese eignen sich ideal für den Bau der Nester.
Viel Unterstützung erfahren
Hilfe bekam Kurt Meier auch von vielen Freunden. Auch etliche Firmen unterstützten das Projekt und stellten gratis Material zur Verfügung. «Ohne diese Hilfe wäre es nicht gegangen», bedankt sich Meier bei allen. Das Basteln der Nester benötigte einiges an Zeit und Material. So mussten etwa für das Nest selber Weiden geschnitten und geflochten werden. «Das war etwas Neues für mich», lacht Meier. Insgesamt habe ihm das Projekt mehr Arbeit beschert als gedacht. Aber als Naturliebhaber leistet er diesen Einsatz gerne. «Der Storch war in der Schweiz teilweise fast ausgestorben. Schön, dass er jetzt wieder heimisch ist», findet er.
Nicht nur der Bau war eine Herausforderung. Wer den Störchen etwas Gutes tun will und ihnen ein «Haus» baut, der braucht eine Bewilligung von Kanton und Gemeinde. «Wir hatten das Glück, dass wir unser Projekt quasi in den Bau des Hochwasserschutzdamms integrieren konnten. Das Land gehört dem Kanton, er stellt es uns zur Verfügung», erklärt Meier. Weil der Untergrund sehr sumpfig ist, konnte er nicht mit Lastwagen befahren werden, für den Transport kamen darum Pferde zum Einsatz.
Warten auf den Einzug
Nun also sind die Nester bereit und warten auf interessierte Vögel. «Man weiss nie, ob die Störche die Nester auch nutzen. Und wie lange es dauert, bis sie entdeckt werden», weiss Meier. Er hofft, dass das «Angebot» möglichst bald genutzt wird. Derzeit kehren viele Störche aus dem Süden zurück und suchen ein neues Nest. «Der Zeitpunkt ist ideal. Und Störche sind etwas faul. Sie nutzen darum gerne fertige Nester», erklärt der Initiant. Er wird regelmässige kontrollieren, ob Tiere Einzug halten. Und mit dem Bau und dem Aufstellen ist es nicht getan. «Auch nachher braucht es regelmässig Kontrollen und müssen die Nester ab und zu gereinigt werden», weiss Meier. Auch das erfordert Einsatz. Einsatz, den er aber gerne leistet. Unentgeltlich. «Für die Natur», wie er betont.





