Märchenhafter Geburtstag
19.02.2019 SarmenstorfFasnachtsumzug in Sarmenstorf
Das Wetter war fast so märchenhaft wie der Umzug selber: Etwa 8000 Personen feierten den Geburtstag der Heuröpfelzunft.
Von nah und fern folgten die Fasnächtler dem Ruf der Heuröpfler. ...
Fasnachtsumzug in Sarmenstorf
Das Wetter war fast so märchenhaft wie der Umzug selber: Etwa 8000 Personen feierten den Geburtstag der Heuröpfelzunft.
Von nah und fern folgten die Fasnächtler dem Ruf der Heuröpfler. Gemeinsam wurde das 55-jährige Bestehen der Zunft gefeiert: mit einer 55-Stunden-Bar, einer riesigen Party und dem krönenden Fasnachtsumzug. «Es war ein wunderbarer Umzug und ein wunderbares Wochenende», bilanziert Zunftmeister Meinrad Baur, der als «Mäni de Amme», den Umzug im neuen Wagen der Zunft eröffnen durfte. --chg
Ein Dorf im Ausnahmezustand
Die Sarmenstorfer Heuröpfler feiern ihr 55-jähriges Bestehen
Wenn die Heuröpfler Geburtstag feiern, dann richtig: Mit einem grossartigen Anlass lockten sie 8000 Besucher ins Dorf. So viele, dass sogar Getränke nachbestellt werden mussten.
Chantal Gisler
Sarmenstorf verwandelte sich in einen märchenhaften Ort. Einen Ort, wo der Zunftmeister Mandarinen und Bonbons verteilt. Wo Minnie Maus zum Greifen nah ist und für Fotos posiert. Wo Hexen mit grünen Gesichtern Süssigkeiten an Kinder verteilen. Und wo man mit Pandabären kuscheln kann. Der Fasnachtsumzug der Heuröpfler brachte Gross und Klein zusammen. «Es war ein wunderschöner Umzug», so Zunftmeister Meinrad Baur. Als «Mäni de Amme» durfte er mit seinem festlich dekorierten Wagen, dem «Heuröpfel-Liner», den Jubiläumsumzug der Heuröpfler eröffnen.
Schon früh bildete sich eine Menschenmenge am Rand der Marktstrasse, wo später die bunten und fantasievollen Fasnachtswagen hinunterfahren und sich den Zuschauern präsentieren. Fast pünktlich um 14.14 Uhr – 14 Uhr ist bei Fasnachtsumzügen gang und gäbe, die 14 Minuten wurden wegen der Sarmenstorfer Postleitzahl 5614 angepasst – startete der Umzug mit seinen insgesamt 53 Wagen.
Gemeinsam feiern
«Es ist phänomenal, was hier geschaffen wurde», freut sich Meinrad Baur. Selten sei es vorgekommen, dass man den Fasnachtsumzug bei solch frühlingshaftem Wetter veranstalten konnte. «Ich freue mich ausserordentlich, dass wir diesen Geburtstag gemeinsam feiern können», sprach der Zunftmeister an der Eröffnung des Fasnachtswochenendes zu den Besuchern. Der Umzug ist der Höhepunkt des Jubiläumswochenendes der Heuröpfler. Diese feiern heuer ihren 55. Geburtstag.
In einer festlich dekorierten Mehrzweckhalle und einer Bar, die ganze 55 Stunden geöffnet hatte, haben sich die Sarmenstorfer Narren selbst übertroffen. «Wir haben alle 4000 Plaketten verkaufen können», so OK-Präsident Tobias Kaufmann. Mit allen Kindern waren etwa 6000 Besucher alleine am Umzug mit dabei. «Wir schätzen die Besucherzahl des ganzen Wochenendes auf etwa 8000 Personen.»
Gleich drei Speisewagen
Dabei war auch für das leibliche Wohl der Besucher bestens gesorgt. «Das gab es bei uns noch nie», sagt OK- Präsident Tobias Kaufmann. Dass sich gleich drei Speisewagen beim Fasnachtsumzug um das Wohl der Besucher kümmern, ist eine Neuheit im Dorf. «Bei so vielen Besuchern muss man für alles gewappnet sein. Wir mussten sogar eine Extraladung Getränke liefern lassen, um alle versorgen zu können.»
Einen riesigen Erfolg nennt Kaufmann das Jubiläumswochenende. «Es war grossartig, einfach bombastisch.» Auch die Rückmeldungen, die er erhalten hat, sind alle positiv.
Narren aus aller Welt dabei
Bunter Umzug mit insgesamt 53 Cliquen
Am Fasnachtsumzug präsentierten sich verschiedene Cliquen mit ihren fantasievollen Wagen. Darunter auch drei Sarmenstorfer Gemeinderäte.
Chantal Gisler
Sarmenstorf ist ein Fasnachtsdorf. Anders kann man es sich nicht erklären, dass ein Fünftel der Umzugswagen am Jubiläumsumzug der Heuröpfler aus dem Dorf kamen. «Es sind etwa zehn Fasnachtswagen nur aus Sarmenstorf dabei», so Umzugschef Heinz Joho. Mit dabei waren neben den vier Fasnachtsgesellschaften – Variété, Opus, Heuröpfel-Zunft und Heuröpfel-Gugge – auch Vereine und einzelne Quartiere machten mit. Dabei war eine Gruppe sehr spontan mit der Anmeldung: «Etwa eine Woche vor dem Umzug meldete sich eine Gruppe bei uns und fragte, ob sie mitlaufen dürfe», erzählt Joho. Unter dem Motto «Yeti, Klimawandel überlebt» hat «Eisgekühlt» einen Wagen gestaltet. «Es war sehr kurzfristig, aber wir konnten sie am Umzug noch hinten anhängen und so mitlaufen lassen.»
Es freut ihn, dass so viele Sarmenstorfer sich die Mühe machen und einen Fasnachtswagen gestalten. «Wir sind auch den Fasnächtlern aus der Umgebung sehr dankbar, dass sie uns unterstützen und wir so gemeinsam einen unvergesslichen Umzug machen konnten.»
Ein Sarmenstorfer bei den Wohlern
Dabei unterstützt man sich in Sarmenstorf, wo man nur kann. So kam es auch, dass zwei Gemeinderäte und der Gemeindeammann am Umzug dabei waren: Meinrad Baur war als «Mäni de Amme» als Zunftmeister der Heuröpfler unterwegs. Gemeinderat Matthias Baur half als Chauffeur bei einem der Speisewagen mit, die die Besucher am Umzug verpflegten. Der dritte im Fasnachtsbund ist Gemeinderat Matthias Fricker. Er ist schon seit Jahren Mitglied bei der Wohler Kammergesellschaft. Und auch diese war am Umzug mit einem Wagen vertreten. Unter dem Motto «Geisterschloss» präsentierten sie einen gruselig gestalteten Umzugswagen und stellen ihren neuen Ehrenkammerer «Erik de Boufüerer» den Besuchern vor. Dass ein Sarmenstorfer Gemeinderat bei den Wohlern mitläuft, nimmt man in Sarmenstorf mit Humor. «Seht ihr, es gibt doch einen guten Wohler», witzelten die Moderatoren Marc Taeschler und René Fischer. Die Moderatoren hatten für jede der 53 Gruppen einen Spruch bereit. Mal frech, mal informativ.
Doch es waren nicht nur Fasnachtscliquen aus der Umgebung dabei, wie beispielsweise die Heid-Heid aus Villmergen oder die Stiefeliryter aus Muri. Sogar die befreundeten Fasnächtler aus Deutschland, die Lerchen-Clique-Lörrach 1963 e.V. Als Schneeflocken mit Glöckchen an den Spitzen brachten sie «Schnee» ins Freiamt. Jeder einzelne Wagen wurde vom Zunftmeister Meinrad Baur begrüsst. «Es war ein wunderbarer Anlass», bilanziert Baur. Trotz den vielen Besuchern, die dieses Wochenende nach Sarmenstorf strömten, gab es kaum Zwischenfälle. «Ein paar wenige kleine Sachen, aber nichts Grosses. Die Leute wissen sich zu benehmen und wissen, wie man ein unvergessliches Fasnachtsjubiläum feiert.»
















