Fernöstliches Flair im Freiamt
26.02.2019 HägglingenSacha Doyon ist neu Zunftmeister der Hächle-Zunft
Neu ist die Hägglinger Fasnacht wieder in Männerhand. Nach zwei Jahren übergibt Susanne Spycher ihr Amt an Sacha Doyon. Bei der traditionellen Aufgabenerteilung hat der neue Zunftmeister eine ...
Sacha Doyon ist neu Zunftmeister der Hächle-Zunft
Neu ist die Hägglinger Fasnacht wieder in Männerhand. Nach zwei Jahren übergibt Susanne Spycher ihr Amt an Sacha Doyon. Bei der traditionellen Aufgabenerteilung hat der neue Zunftmeister eine aussergewöhnliche Bitte an den Gemeinderat.
Chantal Gisler
Wenn der Präsident der Hächle-Zunft zu den Hits der Hächle-Gugger auf dem Tisch tanzt, kann das in Hägglingen nur eines bedeuten: Die Zunft hat einen neuen Meister. Sacha Doyon, ein Hägglinger mit Berner Wurzeln, darf das hohe Amt von Susanne Spycher übernehmen. Unter anderem ist er auch der OK-Chef des Nachtumzugs, der alle zwei Jahre stattfindet. Passend zum Motto «Made in China» hat die Zunft einen Gaden vor der Mehrzweckhalle aufgebaut. Mit Chinalampen, Reis auf den Tischen und traditioneller chinesischer Musik fand die fernöstliche Stimmung ihren Weg ins Freiamt. Mit blauen Gewändern, blauen Chinahüten und gelber Farbe im Gesicht – Blau und Gelb sind an die Farben im Hägglinger Wappen angepasst – vervollständigte die Zunft ihr Motto.
Selbstverständlich durfte auch der Hägglinger Gemeinderat bei dem Anlass nicht fehlen. Dieser hob sich durch seinen Auftritt in Zivil zunächst von der Masse ab. «Der Gemeinderat besteht zurzeit nur aus Männern und auch die Zunft wird jetzt wieder von einem Mann regiert», erklärte die abtretende Zunftmeisterin.
Besuch aus «Partnergemeinde»
Zu diesem Anlass hat der Hägglinger Gemeinderat besondere Gäste eingeladen. Schon seit jeher hat die Gemeinde eine Partnerschaft mit der Gemeinde «Chinoise» im chinesischen Bezirk «Fondue», wie Gemeindeammann Urs Bosisio erklärt. Von dieser hat man vier Vertreter eingeladen, von denen drei zugesagt haben. Dass der Hägglinger Gemeinderat plötzlich von seinen Plätzen verschwunden war und die Vertreter aus Fernost eine gewisse Ähnlichkeit mit den hiesigen Gemeindevertretern haben, kann man wohl als Zufall abtun.
Im roten Gewand und mit Chinahut standen die Vertreter nun da und begrüssten den neuen Zunftmeister herzlich. Natürlich liessen sie es sich auch nicht nehmen, einige Worte an die Gemeinde zu richten. So haben sie vernommen, dass es in Hägglingen einen bekannten Hutmacher gibt. Falls dieser einen grosszügigen Investor brauche, solle er sich melden. Die Chinesen würden «Lisa» – da sie noch nicht lange da sind, konnten sie die Aussprache des «R» noch nicht lernen – aufkaufen und dann könnten hier bald traditionelle Chinahüte hergestellt werden.
Erstmals an Nachtumzug dabei
Traditionell erteilen sich der Gemeinderat und die Zunftmeister gegenseitig Aufgaben, die zu erfüllen sind. «Unsere Aufgabe für dich, lieber Sacha, ist es, unseren Besuch aus China willkommen zu heissen und an jeden Anlass der Hächle-Zunft einzuladen», erklärt Gemeindeammann Urs Bosisio. Nichts einfacher als das, hat die Gemeinde Hägglingen doch eine ausgeprägte Fasnachtstradition.
Für die Aufgabe an den Gemeinderat habe Sacha Doyon lange überlegen müssen. «Dennoch ist mir nichts eingefallen, daher wird es dieses Jahr keine Aufgabe für den Gemeinderat geben», verkündete Doyon. Es sei mehr eine Bitte, die er an die Gemeindevertreter richte. «Ich habe euch für den Nachtumzug 2020 einen Platz reserviert und würde mich sehr freuen, wenn ihr unter der Startnummer 2 mitlaufen würdet», so Sacha Doyon.
Es wäre das erste Mal, dass der Gemeinderat am Umzug teilnimmt. Ob mit Wagen oder als Fussvolk, das kann sich der Gemeinderat aussuchen. «Dabei sein ist ja bekanntlich alles», ist Doyon überzeugt.



