Nicht nur für Bierliebhaber
15.01.2019 VillmergenAm Wochenende nahm das neue Wirtshaus zur Brauerei in Villmergen den Betrieb auf
Still und fast heimlich hat das Restaurant eröffnet. Die grosse Eröffnungsfeier findet dann im April statt.
Chregi Hansen
Bier da geniessen, wo es gebraut wird: Was es ...
Am Wochenende nahm das neue Wirtshaus zur Brauerei in Villmergen den Betrieb auf
Still und fast heimlich hat das Restaurant eröffnet. Die grosse Eröffnungsfeier findet dann im April statt.
Chregi Hansen
Bier da geniessen, wo es gebraut wird: Was es in vielen Städten schon lange gibt, ist nun auch im Freiamt möglich. Mit dem Neubau der Brauerei nutzte Erusbacher & Paul die Chance, gleich noch ein Wirtshaus zu integrieren. Seit Samstag hat dieses geöffnet, das Echo fällt positiv aus.
«Das neue Restaurant soll in Zukunft sozusagen Botschafter unserer Brauerei sein», erklärt Otto Sorg, der zusammen mit Hansruedi Schädeli das Unternehmen vor bald zwanzig Jahren gegründet hat. Der Stolz über die Eröffnung, er ist ihm anzusehen. Im modernen Neubau mitten im Zentrum erinnert nichts mehr an die bescheidenen Anfänge in der alten Färberei – die Brauerei Erusbacher ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. «Hier haben wir endlich genug Platz, vorher waren wir platzmässig wirklich am Anschlag», erklärt Sorg.
Das neue Wirtshaus bietet Biere in allen Varianten an. Als Getränk, als Mixgetränk, aber auch als Bestandteil in den Speisen. «Bier steht für Genuss und Gemütlichkeit, das Essen muss die Brücke dazu schlagen», sagt Wirtin Angelika Kuschnik. Aber auf der Karte werden auch alle etwas finden, die mit dem Gerstensaft nur wenig anfangen können. «Wir wollen ein Treffpunkt für alle Villmerger und darüber hinaus werden», so Sorg. Eine Bereicherung der Gastroszene ist das neue Wirtshaus sicher.
Feines im Glas und auf dem Teller
Erusbacher Brauerei hat ihr Wirtshaus eröffnet
Vor gut einer Woche hat die beliebte «Ochsen»-Bar ihre Türen endgültig geschlossen. Fast zeitgleich hat in Villmergen eine neue Beiz den Betrieb aufgenommen. Im Wirtshaus zur Brauerei gibt es viele Spezialitäten zu entdecken – flüssige wie auch solche auf dem Teller.
Chregi Hansen
Wer in einer Brauerei wirten will, der muss etwas von Bier verstehen. Von daher ist es fast schon ein Glücksfall, dass Angelika Kuschnik den Betrieb in Villmergen übernimmt. Denn die gebürtige Deutsche ist ausgebildete Bier-Sommelière und war zuletzt viele Jahre Geschäftsführerin der bQm-Bar auf dem ETH-Gelände. «Da war Bier auch sehr gefragt. Auch wenn für die meisten Studenten die Quantität wichtiger war als die Qualität», lacht sie.
Sie freut sich auf die neue Aufgabe in Villmergen. Mit ihrem zehnköpfigen Team will sie die Gäste in allen Belangen verwöhnen. «Wir haben viel Herzblut in die Erstellung der Karte gesteckt», erklärt sie. Bierbrauen sei Handwerk, und das soll sich auch in der Küche fortsetzen. So gibt es natürlich Währschaftes wie Weisswürste oder Brezen, aber auch neu interpretierte Klassiker wie den Wirtshaus-Burger oder die vegetarische Schupfnudel-Kraut-Pfanne. Und wer von allem probieren will, der bestellt am besten «Rüedes Brett» – vier verschiedene Biere, kombiniert mit jeweils einem passenden Gericht.
«Das neue Wirtshaus hat eine wichtige Funktion für uns», sagt Braumeister Otto Sorg. Einerseits soll das Restaurant Botschafter sein. So können die Gäste durch die grossen Glasscheiben den Brauvorgang direkt mitverfolgen. Anderseits ist die Beiz auch ein ideales Testfeld. Neben den Standard-Bieren der Brauerei Erusbacher & Paul will man hier auch regelmässig ganz exklusiv neue Kreationen anbieten. «Der Neubau ermöglicht uns, wieder vermehrt neue Rezepte auszuprobieren. Das war am alten Standort aus Platzgründen nur schwer möglich», freut sich Sorg.
Extra für sie angefertigt
Natürlich steht das Bier hier im Zentrum. Nicht weniger als 13 Ausschanksäulen dominieren die Theke. Aber auch sonst kann sich das Innere sehen lassen. Die Gäste sitzen an langen Holztischen, die extra für das neue Restaurant angefertigt wurden. Neben dem eigentlichen Lokal mit rund 70 Plätzen gibt es im oberen Geschoss einen weiteren, offen gehaltenen Raum mit 50 Plätzen, der vor allem für Events und Führungen genutzt werden soll. Trotz des modernen Innenlebens wirkt der Schankraum gemütlich. Hier soll sich die Familie beim gemeinsamen Essen ebenso wohlfühlen wie der Nachtschwärmer oder der Handwerker beim Znüni. «Das Wirtshaus zur Brauerei soll zu einem wichtigen Farbtupfer in der Freiämter Gastronomie werden. Wir haben bereits viele Ideen, was wir noch umsetzen möchten», sagen Sorg und Kuschnik.
Nach und nach hochfahren
Die Eröffnung am Samstag erfolgte still und leise und ohne grosse Werbung. «Wir wollen den Betrieb nach und nach hochfahren und langsam Erfahrungen sammeln», erklärt Otto Sorg. Schliesslich betritt die Brauerei Erusbacher & Paul mit der eigenen Gastronomie Neuland. Das grosse Fest ist dann für den April geplant. Am Tag des Schweizer Bieres vom 26. April wird die offizielle Eröffnung gefeiert. «Dann lassen wir es richtig krachen», verspricht Sorg. Neben dem Wirtshaus gibt es im Neubau auch einen Shop, in dem vorerst eigene Produkte verkauft werden, für den aber auch eine Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten geplant ist. Überhaupt ist der Villmerger Brauerei der lokale Gedanke wichtig. Das neue Wirtshaus ist seit dem Wochenende offen. Die Brauerei selber hat bereits im November den Betrieb aufgenommen. «Im Oktober haben wir mit dem Zügeln angefangen, am 4. November konnten wir mit dem ersten Sud im Neubau starten», berichtet der Firmengründer. Während mehrerer Wochen lief der Betrieb an zwei Standorten, das war nicht immer ganz einfach. Dies umso weniger, als am neuen Ort am Mattenweg noch fleissig gebaut wurde. «Aber in einen Lieferengpass sind wir zum Glück nie gekommen.»
Seit Mitte Dezember ist die neue Brauerei komplett eingerichtet und läuft bereits wieder auf Hochtouren. Und das ist dringend notwendig. «Unser Wachstum geht unverändert weiter. Selbst während der Bauzeit haben wir mehr Bier produziert als je zuvor», sagt Sorg. Im Schnitt hat die Villmerger Brauerei alle acht Jahre die Produktionsmenge verdoppelt. «Trotzdem wollen wir keine Grossbrauerei werden, wir sind zufrieden mit dem, was wir bisher erreicht haben.»
Durch den Neubau kann die Brauerei nicht nur die Kapazität erhöhen, auch das Arbeitsumfeld hat sich verbessert. Am alten Ort war der Platz fast bis auf den letzten Quadratmeter belegt, hier im Neubau gibt es wieder Reserven. Zudem konnten viele Abläufe verbessert und modernisiert werden. Trotzdem: «Bierbrauen ist und bleibt ein Handwerk», sagt Sorg. Das war beim Start im Jahr 2000 so. Und das soll auch in Zukunft so bleiben. «Wir haben einen guten Namen, liefern unsere Biere auch nach Genf, Bern und Zürich», berichtet der Villmerger stolz. Und diesen guten Namen will man sich jetzt auch im Gastrobereich erarbeiten. Der Auftakt dazu ist gelungen.
Wirtshaus zur Brauerei, Mattenweg 1, Villmergen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 9 bis 24 Uhr. Freitag und Samstag, 9 bis 1 Uhr. Sonntag: 10 bis 22 Uhr.



