«Zwingli» in Form gebracht
08.01.2019 WohlenNächster Film des Wohler Cutters Kaya Inan
Kaya Inan hat sich in der Branche längst einen Namen gemacht. Schon zweimal gewann er den Filmpreis für den besten Schnitt. Kein Wunder, ist sein grosses Können am Schnittpult gefragt. So war es der Wunsch von Regisseur ...
Nächster Film des Wohler Cutters Kaya Inan
Kaya Inan hat sich in der Branche längst einen Namen gemacht. Schon zweimal gewann er den Filmpreis für den besten Schnitt. Kein Wunder, ist sein grosses Können am Schnittpult gefragt. So war es der Wunsch von Regisseur Stefan Haupt, dass Inan beim grossen Film zum Zwingli-Jahr mit im Team ist. Am 17. Januar kommt das Monumentalwerk in die Kinos, einen Tag vorher ist der Film bereits in Wohlen zu sehen. --chh
Eintauchen in Schweizer Geschichte
Kaya Inan hat bei Schweizer Grossproduktion «Zwingli» mitgearbeitet
Das Schweizer Kinojahr startet mit einem Höhepunkt. Beim Film zum Zwingli-Jahr gehörte mit Cutter Kaya Inan auch ein Wohler zu den Machern. Ab 17. Januar läuft das Werk in den Kinos, einen Tag vorher findet im «Rex» die Vorpremiere statt.
Chregi Hansen
Sein Lebenswerk machte ihn weltbekannt: Der Zürcher Reformator Huldrych (Ulrich) Zwingli hat in wenigen Jahren die ganze Stadt Zürich und viele bisher fest verankerte Werte auf den Kopf gestellt. Vor 500 Jahren hat er sein Amt als Priester am Grossmünsterstift in Zürich angetreten, dieses Jahr feiern die Stadt und der Kanton Zürich mit einer Vielzahl von Projekten das Jubiläum.
Der Kinofilm «Zwingli», den die Firma C-Films AG (bekannt unter anderem durch «Der Verdingbub» oder «Schellen-Ursli») mit internationaler Besetzung produziert hat, wird sowohl schweiz- wie weltweit ein grosses Highlight im Rahmen dieses Jubiläums sein. Die Mammut-Produktion, welche unter anderem im Grossmünster in Zürich gedreht wurde (das hierfür sogar in den Zustand vor der Reformation zurückversetzt wurde), erlebt am 17. Januar ihren offiziellen Kinostart.
Wesentlichen Anteil am Endprodukt hat der Wohler Cutter Kaya Inan. Doch welchen Bezug hat er selber zur Figur des Zwingli? «In der Schule haben wir die Reformation sehr detailliert besprochen, weil sie für die Schweiz, aber auch für den ganzen europäischen Kontinent ein sehr wichtiges Ereignis war», erklärt er. Während der Arbeit habe er aber viel Neues dazugelernt. «Das ist bei jedem Film so und für mich jedes Mal von Neuem eine tolle Sache.»
Geschnitten hat er «Zwingli» vor gut einem Jahr. Trotzdem sind ihm die Bilder und die Geschichte noch immer sehr präsent. «Die Arbeit an einem Film ist immer sehr intensiv, man baut automatisch eine Beziehung zu den Figuren auf. Man kennt sie, freut sich und leidet mit ihnen», erklärt er. Für ihn selber bedeutete der Auftrag eine grosse Chance. «Endlich einmal durfte ich einen historischen Film schneiden», sagt Inan. Ausschlaggebend für seine Zusage waren aber insbesondere die Macher dieser Grossproduktion. Regisseur Stefan Haupt hatte den Wohler schon sehr früh gefragt, ob er Interesse an einer Zusammenarbeit habe. Und Produzentin Anne Walser gab ihm 2010 die Chance, den ersten Film von Bruder Cihan Inan zu schneiden.
Spannende Geschichten erzählen
«Zwingli» gilt als einer der teuersten Schweizer Filme. Hatte dies auch Auswirkungen auf seine Arbeit? «Der grösste Unterschied ist sicher, dass es ein historischer Film ist, dass also sehr viel Energie und Geld in die Ausstattung und die Kostüme geflossen sind. Das lässt sich natürlich auf dem mir vorliegenden Material erkennen», berichtet der Cutter. Er selber versuchte aber, sich von der Grösse der Produktion freizumachen und sich voll und ganz auf seine Arbeit zu fokussieren. «Mein Ziel ist es immer, das bestmögliche Ergebnis abzuliefern, egal wie gross oder wie klein eine Produktion ist. Das heisst, eine emotionale und spannende Geschichte zu erzählen.»
Obwohl Kaya Inan schon vor einigen Jahren nach Deutschland gezogen ist, arbeitet er weiterhin gerne an Schweizer Produktionen mit. «Ich bin sehr glücklich, dass meine Eltern aus der Türkei in die Schweiz ausgewandert sind. Die Schweiz ist der Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Ich habe meine ganze Kindheit und Jugend in Wohlen verbracht. Diese Zeit hat mich sehr geprägt und hat mir überhaupt ermöglicht, meinen Weg zu gehen und Filmeditor zu werden», sagt er. Noch immer kommt er gerne nach Wohlen – vor allem dann, wenn er einen neuen Film im Gepäck hat.
Viel beigetragen zur Schweiz von heute
Doch warum sollen sich die Schweizer seinen neuen Film überhaupt anschauen? «Weil es ein emotionaler, spannender, politisch relevanter Film geworden ist. Man lernt eine Schweizer Persönlichkeit kennen, die viele wichtige Dinge angestossen hat, die für uns heute selbstverständlich sind», meint Inan. Für ihn selber bedeutet «Zwingli» vor allem eine neue Erfahrung in einem neuen Genre. Nach Dokumentarfilmen, einer Komödie und Dramen schnitt er diesmal also einen Historienfilm. Er selber bezeichnet dies als «provozierten Zufall». Er suche gerne neue Herausforderungen, und die Abwechslung ist ihm wichtig, «weil ich mich nicht wiederholen möchte».
Und während «Zwingli» jetzt also Premiere feiert, arbeitet er längst an neuen Projekten. Was das ist, will er nicht verraten. «Das nächste Jahr wird spannend», sagt er dazu bloss.
Vorpremiere in Wohlen
Am 17. Januar erlebt der Film «Zwingli» seinen offiziellen Kinostart. In diversen Aargauer Orten ist er bereits in den Tagen zuvor zu sehen, und dies erst noch mit Besuch des Filmteams. Diese Vorpremieren sind öffentlich zugänglich. Für einmal erlebt das Publikum aber die Macher eines Films hautnah und das Team stellt sich auch den Fragen der Gäste. Eine dieser Vorpremieren findet in Wohlen statt. Im Kino Rex ist «Zwingli» am Mittwoch, 16. Januar, um 19.30 Uhr zu sehen. An der Premiere in Wohlen werden der Regisseur Stefan Haupt sowie der Aargauer Darsteller Aaron Hitz, welcher die Rolle Konrad Grebels – eines Reformators an der Seite Zwinglis spielt, anwesend sein.
Nicht dabei sein kann an diesem Abend leider Kaya Inan. Ihm ist es aber ein Anliegen, seinen Film persönlich in Wohlen zu zeigen. Er kommt darum zwei Tage später, am Freitag, 18. Januar, ins Kino Rex. Und ist bereit, dort Fragen zu beantworten. --red



