Festwochenende in der Pflegi mit Attraktionen für Jung und Älter
50 Jahre Pflegibasar und die offizielle Einweihung des «Löwen»-Gebäudes. Feierlichkeiten mit Kunst, Architektur und Handwerk und Lichtkünstler Gerry ...
Festwochenende in der Pflegi mit Attraktionen für Jung und Älter
50 Jahre Pflegibasar und die offizielle Einweihung des «Löwen»-Gebäudes. Feierlichkeiten mit Kunst, Architektur und Handwerk und Lichtkünstler Gerry Hofstetter als Stargast.
Annemarie Keusch
Wo die Tombola-Gewinne abgeholt werden können? Eine ältere Frau hält ein gelbes Los in der Hand. Darauf eine Zahl, ein Treffer also. «Geradeaus, dann rechts», sagt eine Pflegi-Mitarbeiterin. Geradeaus heisst vorbei an einem Teil des Basars. Er überzeugt nicht mit der Grösse, auch nicht mit der unendlichen Varietät, aber mit viel Charme. Eine Frau verkauft selber gestrickte Kleider für kleine Kinder, eine andere Schmuck, den sie selber designt hat, eine weitere eigens getöpferte Behälter. Hinter einem Stand steht ein stattlicher Mann und preist Produkte aus dem Murimoos an. Viel Herzblut ist dabei, das spüren die Besucher.
Und dem ist nicht nur beim Basar, der dieses Jahr zum 50. Mal stattfand, so. Ein handgemaltes Plakat weist auf das Kasperlitheater hin. «De Wurstdieb» heisst es. Nebenan sprechen zwei Gäste über die Eigenheiten des «Lonzi-Biers», am Nachmittag lud die Lounge ein, dieses in gemütlicher Atmosphäre zu geniessen. Draussen werden zwei ältere Frauen im Rollstuhl von Stand zu Stand geführt. Immer wieder lachen sie. Eine Mischung aus Kultur und Handwerk präsentiert das Murianer Musikensemble «Ilsah». Passend zu den ganzen Feierlichkeiten.
Interesse am «Löwen»
Es ist allgemein ein Freudentag für die Pflegi in Muri. Einer, den die Verantwortlichen auf ganz unterschiedliche Art und Weisen feiern wollten. Ganz viele Handys wurden gezückt, als die Fassade des neuen «Löwen»- Gebäudes statt in Dunkelheit in ganz viel Farbe getaucht wurde. Ob Sujets der neuen Pflegi-Werbe-Kampagne, Blumen, das «Löwen»-Logo oder Schweizer Kreuze – Lichtkünstler Gerry Hofstetter zeigte eine Darbietung ohne kreative Grenzen. Und zusätzlich zum «Löwen»-Gebäude tauchte er auch die Klosterkirche in unterschiedliche Sujets. Bunt, wie das ganze Fest. Im Zentrum stand aber noch einmal der «Löwen»-Neubau. Dieser wurde mit Gästen aus lokaler und kantonaler Politik offiziell eingeweiht. 370 000 Kilogramm Eisen, 3850 Kubikmeter Beton, 2960 Meter Wasserleitungen wurden eingebaut. Über 27 Millionen Franken wurden investiert. Ein Zeitraffer zeigte eindrücklich, was während der Bauzeit entstanden ist. Wie viele Besucherinnen und Besucher sich ein Bild des «Löwen» machen wollten, zeigt, dass das Interesse mehr als da ist. «Ich möchte entscheiden können, in welchem Heim ich meinen Lebensabend verbringe, wenn es nicht zu Hause geht», sagt eine Besucherin.
Die Pflegi präsentierte im «Löwen» aber nicht nur ihre neuen Räumlichkeiten, sondern auch ihre Teamfähigkeit. Besucherinnen und Besucher konnten sich etwa auch über Projekte wie die Drehscheibe Freiamt informieren lassen. Ob Weihnachtsgeschenke kaufen oder die Altersresidenz aussuchen – in der Pflegi waren viele am richtigen Ort.