Trommelwirbel und Feuerwerk
02.10.2018 KampfsportKampfsport: Die zweite Sanda Fight Night in Muri bot für alle Sinne etwas
Sportlich war die Fight Night ein Erfolg. Sechs der acht Kämpfe konnten die Athleten der Kampfkunstschule Muri für sich entscheiden. Auch die Trommelshow sowie die ...
Kampfsport: Die zweite Sanda Fight Night in Muri bot für alle Sinne etwas
Sportlich war die Fight Night ein Erfolg. Sechs der acht Kämpfe konnten die Athleten der Kampfkunstschule Muri für sich entscheiden. Auch die Trommelshow sowie die Vorführung des traditionellen Löwentanzes und des Swiss-Wushu-Nationalteams waren eindrücklich. Nur ein paar Zuschauer mehr hätten nach Muri kommen können.
Alexander Wagner
Die zweite Sanda Fight Night in Muri begann mit einem Paukenschlag – im wahrsten Sinne des Wortes: Die Kampfnacht wurde mit einer kurzen, aber eindrücklichen Trommeleinlage eröffnet. Die ganz grossen sportlichen Highlights kamen eher gegen Ende des Abends.
Käppeli hat seinen Sieg wiederholt
Bereits vor zwei Jahren, an der ersten Fight Night, kämpfte Kevin Käppeli gegen Jodok Stählin. Dieser unterlag und bat um eine Revanche. Und bekam sie auch. «Die erste Runde war ganz ok», meinte Käppeli nach dem Kampf, im zweiten Umgang kam er kurzzeitig in Schwierigkeiten. «Da musste ich etwas zurückfahren», erklärt der Murianer. Das ist jedoch keine Überraschung, war er doch gleich in Dreifachfunktion dabei. Zum einen natürlich als Kämpfer, aber auch als Mitorganisator der gesamten Fight Night und mit seinem Partner Moris Ingenito führte er einen traditionellen Löwentanz auf. «Das hat mich doch mehr Energie gekostet, als ich gedacht habe», musste er im Nachhinein eingestehen.
Drei Hüte auf
So hat Kevin Käppeli seit Monaten mitgeholfen, die ganze Gala auf die Beine zu stellen. Am grossen Tag selber hat er am frühen Morgen damit begonnen, die Tribüne aufzubauen, Stühle und schwere Platten zu schleppen. Das hinterliess dann doch seine Spuren. Aber in der dritten Runde konnte er nochmals zulegen und so seinen Sieg von vor zwei Jahren wiederholen. «Man muss den inneren Schweinehund überwinden. Das geht mit viel Adrenalin. Aber wenn es im Kopf stimmt, dann stimmt auch alles andere», erklärt er sein simples und funktionierendes Erfolgsrezept.
Gleich danach trat sein Partner im Löwentanz, Moris Ingenito, an. Ein weiterer packender und ausgeglichener Kampf, welchen der Einheimische von der Kampfschule Muri nicht für sich entscheiden konnte.
Von null auf hundert
Ein ganz besonderer Kampf stieg danach: Daniel D’Autilia erfuhr erst zwei Tage vor der Fight Night, dass er wieder auf die Matte steigt. Die Organisatoren mussten die Kämpfe umstellen und so wurde der bald 42-jährige Murianer quasi über Nacht reaktiviert. Der routinierte Kämpfer war einer der besten seiner Generation und konnte bei seinem unverhofften Comeback seine ganze Routine ausspielen.
Nummernboys lösten Wettschuld ein
Natürlich wurden alle Kämpfe von zwei charmanten Nummerngirls angekündigt. Beim einzigen Frauenkampf von Priscilla Staubli zeigten Michael Hohl und Reto Brugger vom FC Muri die Runden an. Das war eine alte Wettschuld, welche die Kicker einlösten. Sie meisterten diese jedoch mit viel Charme und Humor. Und es schien die einzige Frau zu motivieren, die Einheimische setzte sich gegen die holländische Gegnerin souverän durch. Das Publikum war sehr gemischt. Neben Kampfsportexperten waren auch Handballer vom TV Muri und Fussballer aus Muri dabei.
Vor zwei Jahren mussten die Organisatoren sogar Leute nach Hause schicken, weil alles rappelvoll war. Deshalb erfolgte der Umzug in die Bachmattenhalle. Dadurch war auch in Bezug auf die Lichtshow und den Sound viel mehr möglich, was eine klare Steigerung bedeutete. «Es war eine tolle Atmosphäre und ein super Publikum», freute sich Käppeli. Doch es hätten noch ein paar mehr sein können. «Das war leicht unter den Erwartungen», gibt auch Christian Wild zu, der Trainer und Leiter der Kampfkunstschule Muri. Dafür lag die sportliche Bilanz klar über den Erwartungen: Die Murianer konnten sechs Kämpfe gewinnen, nur gerade bei zwei Duellen reichte es nicht.
Durch die ganze Gala hat Sibylle Wild geführt, die Schwester des Mannes, der alle Fäden zusammenhielt. Charmant – und kompetent. Obwohl sie vor zwei Monaten noch sehr wenig Ahnung von Sanda hatte, wie sie selber zugab.
Dritte Auflage steht noch in den Sternen
Obwohl auch die zweite Fight Night ein voller Erfolg war, steht noch nicht fest, ob es eine dritte Auflage geben wird. Selbst Kevin Käppeli hat nach dieser intensiven Zeit andere Prioritäten: Er wird zum zweiten Mal Vater und bis Weihnachten stehen weder Sanda noch das Training im Mittelpunkt, sondern die Familie und die Regeneration. Auch Christian Wild meinte augenzwinkernd: «Wir müssen zuerst einmal alles verarbeiten und verdauen.» Aber wer seine Energie und die seiner Schüler der Kampfkunstschule Muri gesehen hat, kann sich insgeheim wohl bereits darauf freuen, dass die dritte Auflage mit einem weiteren Paukenschlag eröffnet werden wird.




