Bremgarten: In der Hegnau triumphiert die Natur
Diese Renaturierung war das dritte Teilprojekt eines kühnen Projekts von Kanton und Pro Natura Aargau. Der Stadtrat und die Ortsbürgergemeinde ebneten den Weg dazu.
Lis ...
Bremgarten: In der Hegnau triumphiert die Natur
Diese Renaturierung war das dritte Teilprojekt eines kühnen Projekts von Kanton und Pro Natura Aargau. Der Stadtrat und die Ortsbürgergemeinde ebneten den Weg dazu.
Lis Glavas
Die Hegnau sollte Hoheitsgebiet von Flora und Fauna werden. Das Ergebnis eines Renaturierungsprojekts dieser Grössenordnung kann sich der Laie nur bedingt vorstellen. Inzwischen hat sich dieses 1,5 Hektaren grosse Stillgewässer zum kostbaren Teil des Bremgarter Naherholungsgebietes entwickelt.
Diese Entwicklung verfolgt und geniesst Christoph Flory von Pro Natura mehrmals jährlich. Er leitete das Projekt, welches Bestandteil des Konzeptes «Reussschlaufen – mehr Raum für die Reuss» war. «E gfreuti Sach», findet er heute.
Bremgarten – das leuchtende Beispiel
«Eines Tages soll sich die Reuss zwischen Bremgarten und Mellingen durch eine zusammenhä ngende Auen la ndscha f t schlängeln. Dieses Auengebiet würde sich über 150 Hektaren erstrecken und wäre in dieser Grösse einmalig in der Schweiz. Dass wir das noch erleben, bezweifle ich.» Das erklärte Christoph Flory Ende Januar 2011 anlässlich einer Medieninformation im gerodeten Gebiet.
Nach dem Eggenwiler Sporen und dem Eggenwiler Foort war die Hegnau das dritte Teilprojekt der generationenübergreifenden Vision von Pro Natura und der kantonalen Abteilung Landschaft und Gewässer. Für Letztere sprach Thomas Egloff. Als leuchtendes Beispiel würdigte er die Beteiligung der Ortsbürgergemeinde und die strategische Unterstützung seitens des Stadtrats. Kompliment und Dank nahm Stadtammann Raymond Tellenbach entgegen. Den Weg geebnet hatten die Bremgarter für dieses Projekt noch unter Leitung des ehemaligen Stadtammanns Robert Bamert. Mit dem Verzicht auf die forstwirtschaftliche Nutzung dieses Waldgebiets, festgehalten in der Nutzungsplanung und der Einigung mit der Ortsbürgergemeinde. Sie stellte das Waldgebiet mit einem 50-jährigen Nutzungsverzicht zur Verfügung und leistete einen Beitrag von 150 000 Franken aus dem Öko-Fonds. In diesen fliessen Entschädigungen, welche die AEW Energie AG für den fischereiwirtschaftlichen Schaden im Staugebiet des Kraftwerks entrichtet. Von 15 Teilprojekten war 2011 die Rede, welche langfristig für die zusammenhängende Auenlandschaft verfolgt werden sollten. Das vierte Vorhaben ist das Auenprojekt Grien in Fischbach-Göslikon. «Ein baureifes Projekt», erklärt Christoph Flory. Über welches der Regierungsrat bis Ende letzten Jahres hätte entscheiden sollen. Als Knackpunkt erweist sich ein Fussgängersteg zwischen Fischbach-Göslikon und Künten, den das Auenprojekt nicht verhindern soll. «Die Natur ist geduldig», hält Flory fest.