200 Kilogramm Abfall
09.10.2018 RottenschwilRottenschwil: Taucher reinigten die Reuss
Der Tauchklub Dieli-Diver hat seine Basis im zürcherischen Dielsdorf. Am Sonntag zogen sie in Absprache mit dem kantonalen Gewässerunterhalt viel Müll aus der Reuss oberhalb der Rottenschwiler Brücke. ...
Rottenschwil: Taucher reinigten die Reuss
Der Tauchklub Dieli-Diver hat seine Basis im zürcherischen Dielsdorf. Am Sonntag zogen sie in Absprache mit dem kantonalen Gewässerunterhalt viel Müll aus der Reuss oberhalb der Rottenschwiler Brücke. Neben 120 Kilogramm Pneus fanden sie Fahrräder, Elektroschrott und einen grossen Metallbehälter, den sie nicht bergen konnten. Clubpräsident Thomas Maier wurde gleich zweimal überrascht. «Die Anzahl Pneus war grösser als erwartet. Dafür gab es weniger Unrat, der aus den vielen Booten im Wasser entsorgt wurde.» Die Reinigungs-Aktion fand zum ersten Mal statt. Der Verein möchte sie künftig periodisch wiederholen. --rwi
Reussgrund gereinigt
Rottenschwil: Taucher zogen 200 Kilogramm Abfall aus dem Wasser
Rund 20 Personen halfen am Sonntag, den Gewässerboden der Reuss bei der Brücke Rottenschwil zu säubern. Über die Hälfte des Unrates machten Autopneus aus.
Am Sonntagmorgen waren in der Reuss zwischen den Brücken Rottenschwil und Werd besonders grosse «Fische» zu sehen. Taucher in Neoprenanzügen suchten den Gewässergrund nach Plastik, Eisen und anderem Abfall ab. Was sie fanden, hievten sie an die Oberfläche und dann ans Ufer, wo es von Helfern auf den Damm gezogen wurde. Hier sortierten sie die Gegenstände. In Anhängern des Kantonalen Gewässerunterhaltes wurde der Müll wegtransportiert.
Lastwagen-Pneu gefunden
«Die Aktion haben wir sehr spontan gestartet», erklärt Thomas Maier, Präsident des Tauchklubs Dieli-Diver aus Dielsdorf. «Wir wollten an einem Augusttag eigentlich im Zürichsee tauchen gehen. Da sämtliche Plätze mit Badenden besetzt waren, wichen wir auf die Reuss bei Rottenschwil aus.» Bei ihren Tauchgängen hier seien sie erschrocken, wie viel Müll im Fluss liegt. Maier ist Tauchinstruktor und bereits an vielen Orten der Welt und in vielen Schweizer Seen unter Wasser. «Das Ausmass der Verschmutzung variiert von Ort zu Ort sehr stark. Ich nehme bei meinen Tauchgängen aber jedes Mal ein wenig Abfall mit. Dieses Verhalten versuche ich auch meinen Schülern mitzugeben.»
Thomas Maier fragte beim Kantonalen Gewässerunterhalt an, ob eine Säuberungsaktion auf ehrenamtlicher Basis erwünscht sei. «Wir freuten uns riesig über diese Anfrage», erinnert sich Hans Peter Nussbaumer, Leiter Gewässerunterhalt. «Nach einer Rücksprache mit den Fischern konnten wir grünes Licht geben.» Nussbaumer war am Sonntag selber vor Ort. Die herausgefischten 200 kg Müll entsprachen etwa seinen Erwartungen. «Erstaunt war ich über die grosse Anzahl Pneus, die gefunden wurden.» 120 kg betrug deren Gewicht. Darunter war auch ein Lastwagenreifen. Die Taucher suchten ab der Brücke Rottenschwil bis etwa 100 Meter flussaufwärts den Gewässergrund ab. Die Pneus fanden sie alle um die Brücke herum. «Sie müssen nicht zwingend alle hier heruntergeworfen worden sein, sondern können auch durch Hochwasser hierhertransportiert und liegen geblieben sein.» Die Strömung der Reuss wird ab etwa hier kleiner, da der Fluss durch das Kraftwerk Bremgarten zurückgestaut wird.
Grosser Metallbehälter im Wasser
«Maximal waren wir 6,2 Meter unter der Wasseroberfläche», erklärt Thomas Maier. «Wir hatten überall gute Sicht. Bei starker Strömung mussten wir uns an Steinen festhalten. Das war aber auch für frisch Brevetierte möglich.» Die zehn Taucher waren jeweils zu zweit unterwegs, wobei der längste Tauchgang 90 Minuten dauerte. Kleinerer Müll wie Büchsen oder Radios sammelten sie mit Netzen zusammen. Schwerere und grössere Gegenstände banden die Taucher an Seile, mit denen der Unrat dann vom Ufer aus an Land gezogen wurde. Am Gewässergrund fanden sie auch eine Bohrmaschine, Kassen, Fahrräder, Maurerkübel und weiteren Elektroschrott. Einen Metallbehälter mit den Massen zwei mal zwei Meter mussten sie liegen lassen. Dieser wird später durch die Behörden herausgeholt werden.
Periodische Wiederholung der Aktion
Über die vielen Pneus ist auch Thomas Maier erstaunt. «Aufgrund der vielen Bootsfahrer habe ich dagegen mit mehr Müll von diesen Heerscharen von Erholungssuchenden gerechnet.» Maier ist sich bewusst, dass sein Club mit der Aktion nur die Symptome, nicht aber das Problem bekämpft hat. «Bei vielen Spaziergängern hat der gesammelte Müll Kopfschütteln ausgelöst.» Glücklich ist der Präsident, dass trotz spitzer Gegenstände niemand verletzt wurde und es keine Schäden an den Tauchausrüstungen gab. «Zudem hatten wir eine super Stimmung.» Der Verein möchte den Anlass nun periodisch wiederholen. --rwi




