Wegbereiter der Armee
18.09.2018 BremgartenBremgarten: 50 Jahre Kasernenanlage gefeiert
Am Freitag fand für geladene Gäste die «Demo Genie» statt. «Wir sind die Wegbereiter der Armee», erklärte Brigadier Stefan Christen, Chef des Lehrverbandes Genie+Rettung+ABC. «Wir halten die Verkehrswege ...
Bremgarten: 50 Jahre Kasernenanlage gefeiert
Am Freitag fand für geladene Gäste die «Demo Genie» statt. «Wir sind die Wegbereiter der Armee», erklärte Brigadier Stefan Christen, Chef des Lehrverbandes Genie+Rettung+ABC. «Wir halten die Verkehrswege offen und schaffen Übergänge, um die Beweglichkeit der eigenen Truppen sicherzustellen.» Wie das geschieht, war eindrücklich zu sehen. Der Samstag gehörte der Bevölkerung. In der neuen Halle HB vollzog Oberst Marco Vanoli in Kurzvorträgen den 50-jährigen «Lebenslauf» der Kasernenbauten. Die Hauptsache fand draussen statt, die Geräte der Katastrophenhilfe stiessen auf besonderes Interesse. --red
Geniale Tage auf dem Waffenplatz
50 Jahre Kaserne: Lehrverband Genie+Rettung+ABC zeigte seine modernsten Mittel
«Wir sind nicht das Baugeschäft der Armee. Und wir zeigen Ihnen hier, wieso das so ist.» Nichts weniger versprach Brigadier Stefan Christen.
Hans Rechsteiner
Mit dynamischen Demonstrationen zu Lande und auf dem Wasser am Freitag und am Tag der offenen Kasernentore am Samstag ist das Versprechen Stefan Christens eindrücklich erfüllt worden.
Eindrückliche Demos
Zu «Demo Genie» kommen die Gäste am Freitag im Kampfanzug. Farbtupfer geben die verschiedenfarbigen Bérets ab, welche die Truppengattung anzeigen, und die fremden Uniformen der in der Schweiz akkreditierten Militärattachés sowie ein Dutzend hoher Militärs aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien. «Wir sind die Wegbereiter der Armee», hatte der Chef des Lehrverbandes auch gesagt. «Wir halten die Verkehrswege offen und schaffen Flussübergänge, um die Beweglichkeit der eigenen Truppen sicherzustellen.» Also besucht man die Einbaustelle Eggenwil, wo Rekruten in ihrer 12. RS-Woche zum ersten Mal in ihrer Ausbildung eine Stahlträgerbrücke mit einer Tragkraft von 70 Tonnen bauen, auf vorher in den Flussgrund gerammten Jochbaumstämmen.
Die zweite Demonstration am Nachmittag auf dem Ausbildungsplatz Hinterweid ist dann doch sehr viel dynamischer. Hier wird das computerbasierte Unterstützungsbrückensystem 46m aufgefahren und ab einem einzigen Speziallastwagen zusammengebaut. Dafür genügen zwölf Sappeure. Wie es die Bezeichnung umschreibt, können fast 50 Meter breite Flüsse oder Gräben überbrückt werden, ebenfalls mit hoher Tragfähigkeit, auch für Panzer.
Und dann dröhnen zwei «Leoparden» herbei. Es gilt, die Einsatzmechanik der Genietruppen zu demonstrieren. In einem taktischen Rahmen zeigen Panzersappeure aus dem Lehrverband Panzer+Artillerie, wie sie ihrem Auftrag, kurze Übergänge zu überwinden und Hindernisse zu räumen, unter Kampfbedingungen, geschützt durch Panzergrenadiere, effizient nachkommen. Star der Vorführung ist die zweigeteilte Stahlbrücke «Leguan» auf einem Leopard-Chassis, bedient von einem einzigen Spezialisten.
Auf dem Panzer werden die Brückenhälften auseinandergeschoben und zusammengestellt und dann auf einem langen Arm über der Grube abgelegt. Schon rollen die Kampfpanzer darüber und nehmen unter viel Rauch das riesige Holzstammhindernis unter Feuer, worauf ein Geniepanzer die verbleibenden Holzstämme auseinanderreisst und mit der Stahlpflugschaufel brutal wegspediert. Der Weg ist frei. Der Mann im Brückenlegepanzer braucht sieben Minuten und viel Fingerspitzengefühl, bis er die Stahlbrücke wieder aufgeladen hat – eine Spitzenzeit.
Stationäre Ausstellung am Samstag
Gleicher Ort – anderes Publikum. Der Samstag gehört der Bevölkerung. In der neuen Halle UB nehmen Behörden und Gäste Platz, unter ihnen Rudolf Guyer, einer der beiden Architekten, der das damals bautechnisch bahnbrechende vorfabrizierte Betonhohlkörpersystem für die Kasernenbauten mitentwickelte. Manuel Pauli musste kurzfristig absagen. In drei interessanten Kurzvorträgen wird der «Lebenslauf» der nun 50-jährigen Kasernenbauten von Oberst Marco Vanoli nachvollzogen. Die beiden Kommandanten, Oberst Daniel Reimann (Katastrophenhilfe-Einsatzbataillon) und Patrick Galimberti (Waffenplatz), stellen ihre Kommando- und Einsatzbereiche sowie die aktuelle Belegung der Anlage vor.
Die Hauptsache findet draussen statt. Auf den Plätzen der weitläufigen Kasernenanlage stehen fein säuberlich angeschrieben alle Maschinen und Geräte, welche die Genieund Rettungsverbände in den Einsatz bringen können, auch die Armeetaucher, die Minenräumer, die Kampfmittelvernichter, das ABC-Labor in Spiez usw.
Viele Erinnerungen kommen auf Die schweren Geräte der Katastrophenhilfe stossen auf besonderes Interesse. Selbstverständlich schlendert viel Volk durch die peinlichst herausgeputzte Kaserne. Und mancher in Ehren ergraute Sappeur und Pontonier erinnert sich hier an seine eigene Rekrutenschule.
«Kasernen sind Orte der Männergeschichten, vieler Erlebnisse und lebenslanger Freundschaften», wie Renata Siegrist-Bachmann, Vizepräsidentin des aargauischen Grossen Rates, in ihrer Grussadresse festhielt.






