Liebevolles Rennen
04.09.2018 Rottenschwil45 Kinder absolvierten einen Parcours auf Rädern
Das siebte Kellerämter Rollen-Rennen in Rottenschwil könnte das letzte gewesen sein. Das Organisationskomitee wird den Anlass künftig nicht mehr durchführen.
Roger ...
45 Kinder absolvierten einen Parcours auf Rädern
Das siebte Kellerämter Rollen-Rennen in Rottenschwil könnte das letzte gewesen sein. Das Organisationskomitee wird den Anlass künftig nicht mehr durchführen.
Roger Wetli
«Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge», erklärte Sybille Spannagel, Mitglied des OKs Kellerämter Rollenrennen während des vermutlich letzten Rennens. Fünf Jahre führte sie zusammen mit drei weiteren Erwachsenen das Rennen durch und konnte dabei auf weitere Hilfe zählen. Gerne würde sie den Anlass an ein neues OK übergeben. «Wenn es jemand weiterführen möchte, geben wir gerne unsere Unterlagen. Es wäre toll, wenn diese kleine Tradition weitergeführt würde.» Wobei der Organisationsaufwand nicht zu unterschätzen sei.
Verschiedene Gefährte
Das Rollenrennen ist dem Verein Familie-Band Rottenschwil angegliedert. «Ursprünglich war es ein normales Rennen für Kinder auf einer abgesperrten Strasse», so Spannagel. «Den Parcours gab es in den ersten zwei Jahren nicht.» Rund 90 Paletten und sehr viele Autopneus wurden auf der abgesperrten Werdstrasse verteilt, kunstvoll aufgeschichtet oder kombiniert. Gar zwei Tore galt es dieses Jahr zu durchfahren. «Unsere Herren bauen den Parcours jeweils am Morgen spontan auf», so Sybille Spannagel. «Sie übertreffen sich von Jahr zu Jahr.»
Spass im Vordergrund
Rund 250 Meter misst die leicht abfallende Strecke. 45 Kinder aus der ganzen Region waren diesmal dabei. Die Altersspanne reichte von knapp zwei bis zwölf Jahren. Mit was für einem Gefährt sie den Parcours absolvieren, ist egal. «Wir lassen das bewusst offen. Der Spass an der Bewegung soll im Vordergrund stehen und nicht eine möglichst gute Bestzeit.» So waren neben Kickboards, Fahrrädern und Laufrädern auch ein Bobbycar und Inlineskates auf der Strecke.
Jedem ein Preis
Mit sichtlichem Spass und grosser Konzentration absolvierten die Kinder die Strecke. Die ganz kleinen wurden teilweise von ihren Eltern begleitet. Und wenn ein Hindernis falsch umfahren wurde, gab es keine Zeitzuschläge. Bei kleinen Unfällen waren schnell Eltern bereit zu trösten oder den Kleinen wieder auf ihre Rollen zu helfen. Für die Strecke benötigten die meisten zwischen 50 Sekunden und zwei Minuten.
Obwohl die Zeit gemessen wurde, richtete sich der Gewinn nicht daran. «Wir wollen verhindern, dass unnötig grosser Ehrgeiz und damit Unfälle provoziert werden», so Sybille Spannagel. «Deshalb darf jedes Kind ein Los ziehen und erhält dadurch einen Gewinn.» Auch der Besitzer eines neuen Fahrrades als Hauptgewinn wurde per Losziehung ermittelt. Die restlichen Lose für die insgesamt 100 Preise wurden den Erwachsenen verkauft.
Das siebte Rennen war das erste, an dem Sybille Spannagels eigenes Kind nicht mehr mitgefahren ist. «Es hilft jetzt im Hintergrund mit.» Für sie war es jedes Mal ein Erlebnis, ihr Kind herunterfahren zu sehen. «Es ist toll, den eigenen Nachwuchs anzufeuern», weiss sie und hofft, dass dies in Rottenschwil nicht zum letzten Mal möglich gewesen ist.



