Hautnah beim Löschen dabei
25.09.2018 HägglingenHauptübung der Feuerwehr Hägglingen
Zum ersten Mal konnte man der Feuerwehr bei ihren Einsätzen über die Schulter schauen. Die Besucher durften Unfallstellen und Brandherde betreten. In Gruppen wurde ihnen das Vorgehen der Einsatzkräfte ...
Hauptübung der Feuerwehr Hägglingen
Zum ersten Mal konnte man der Feuerwehr bei ihren Einsätzen über die Schulter schauen. Die Besucher durften Unfallstellen und Brandherde betreten. In Gruppen wurde ihnen das Vorgehen der Einsatzkräfte erklärt.
Chantal Gisler
In der Hägglinger Produktionsfirma Bako brennt eine Maschine. Mindestens zwei Personen sind in dem mit Rauch gefüllten Raum gefangen. Ein Horrorszenario für die Feuerwehr Hägglingen. Sofort wird eine Gruppe von Feuerwehrleuten losgeschickt, um die zwei Personen ausfindig zu machen und aus dem Raum zu retten. Zwei bewusstlose Personen können schliesslich gerettet werden. Im dichten Rauch gar nicht so einfach. Befindet sich noch eine dritte Person im Raum? Um das herauszufinden, wird ein Suchtrupp losgeschickt. Unter den Augen der neugierigen Besucher der Hauptübung suchen drei Feuerwehrleute den Raum mit einem Topverbindungsseil ab. Dabei gehen zwei Einsatzkräfte, die durch ein Seil miteinander verbunden sind, den Wänden nach, während eine dritte Person zwischen den beiden hin und her pendelt. «Es ist eine Möglichkeit, einen Raum zu durchsuchen, in dem man nichts sieht», erklärt Kommandant Tobias Meier.
Rund 70 Zuschauer hatten sich trotz Regen und Kälte zur Hauptübung der Feuerwehr Hägglingen eingefunden. Zum ersten Mal hatten sie die Möglichkeit, den Einsatzkräften bei jedem Schritt über die Schulter zu schauen. «Bei den bisherigen Übungen mussten Interessierte vor den Gebäuden warten», erläutert Kommandant Tobias Meier. «Man sah jeweils, dass eine Person herausgetragen wurde, aber was im Innern des Gebäudes genau geschah, konnte man nicht beobachten.» Das will die Feuerwehr künftig ändern.
Den Verkehr umleiten
Weiter ging es für die Besucher zu einem Unfallort. Eine Autofahrerin hatte eine Velofahrerin nicht gesehen und diese angefahren. Die Autofahrerin steht unter Schock, die Velofahrerin ist ansprechbar, aber verletzt. «Bei dieser Übung liegt der Fokus auf den Bereichen Verkehr und Sanität», erklärt Meier. Da sich der Unfall mitten auf der Strasse ereignet hat, muss eine neue Verkehrsführung angezeigt werden. Mit Leuchtpylonen wird die Unfallstelle gesichert. Der Verkehr kann einspurig weiterfahren.
In der Zwischenzeit kümmern sich die Sanitäter um die Velofahrerin. Sie wird auf einer Trage ins Sanitäterzelt gebracht. Dort wird sie bewusstlos. Noch auf der Trage wird sie in Seitenlage gebracht. Auch die Autofahrerin ist im Zelt angekommen. Sie trägt eine Halskrause, um möglichen Wirbelverletzungen vorzubeugen.
Positive Bilanz
Beim letzten Posten mussten drei Personen aus einem Mehrfamilienhaus gerettet werden. Nebenan war ein Feuer ausgebrochen, das die Feuerwehr mit Schaum schnell löschen konnte. «Der Schaum bedeckt das Feuer, sodass es keine Luft mehr bekommt und erstickt», erklärt ein Feuerwehrmann.
Insgesamt fällt die Bilanz der Hauptübung positiv aus. «Sehr positiv», bekräftigt Tobias Meier. «Wir nehmen laufend Anregungen auf, um noch effizienter vorgehen zu können.» Besonders freut den Feuerwehrkommandanten, dass trotz schlechtem Wetter so viele Besucher an der Übung zugegen waren. «Das zeigt uns, dass das Interesse und das Vertrauen der Bevölkerung in unsere Feuerwehr da ist.»



