Zügelstress beim Werkdienst
24.08.2018 Region OberfreiamtIn einem Monat – am 22. September – wird in Waltenschwil das «FeuerWerk» eingeweiht
Die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrgebäude und den neuen Werkhof sind im Schlussspurt. Abgesehen von der Begrünung, dem Feinschliff an der Holzfassade oder der ...
In einem Monat – am 22. September – wird in Waltenschwil das «FeuerWerk» eingeweiht
Die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrgebäude und den neuen Werkhof sind im Schlussspurt. Abgesehen von der Begrünung, dem Feinschliff an der Holzfassade oder der Verkabelung von Internetleitungen ist fast alles gemacht. Der Werkdienst ist schon intensiv mit Zügelarbeiten beschäftigt.
Annemarie Keusch
Hugo Gürber, langjähriger Mitarbeiter des Waltenschwiler Werkdienstes, sitzt auf dem Schneepflug. Im T-Shirt und in den kurzen Hosen, schwitzend. Die Sonne brennt auf die Kabine, Gürber lacht trotzdem. Er sitzt nicht auf dem Schneepflug, weil in Waltenschwil der Winter ausgebrochen ist, sondern weil die Zügelarbeiten des Werkdienstes in vollem Gange sind. Die Mitarbeiter können das neue Gebäude an der Titlisstrasse beziehen. Sukzessive zügeln sie ihre Gerätschaften. «Bisher hatten sie im Vergleich keine Infrastruktur», sagt der zuständige Gemeinderat Hansruedi Müller.
Der Gemeinderat ist begeistert von dem, was in den letzten Monaten entstanden ist. Müller hat den Bau eng begleitet, war oft auf der Baustelle. «Die Zusammenarbeit mit der Generalunternehmung und den Architekten lief super», schwärmt er. Das Konzept der Gemeinde sei übernommen und verbessert umgesetzt worden. «Sie sind auf unsere Bedürfnisse eingegangen. Die Leute arbeiteten motiviert – was wollen wir mehr?», führt Müller aus. 15 bis 20 Handwerker seien täglich im Durchschnitt auf der Baustelle im Einsatz gestanden.
Kein Luxus, sondern heutiger Standard
Entstanden ist ein grosses Gebäude, das «FeuerWerk». «Stimmt, es sieht nach viel – vielleicht fast zu viel – Platz aus», sagt Müller. Aber das sei überhaupt nicht der Fall. «Wir haben im Vorfeld die Bedürfnisse der Feuerwehr und des Werkdienstes eingeholt. Diese haben wir mit diesem Bauwerk nun mit einer kleinen Reserve gedeckt.» Der Bau sei dem angepasst, was es in Waltenschwil brauche. «Vorher hatten wir für den Werkdienst in der Gemeinde verteilt zwei bis drei Lager, jetzt ist alles hier», ergänzt der Gemeinderat. Müller spricht von einem Zweckbau. «Vergoldet ist nichts.» Den aktuellen Ansprüchen angepasst hingegen schon. Die Feuerwehr hat eine Garderobe, einen Schulungsraum, der Kommandant ein eigenes Büro, eine übersichtliche Einsatzzentrale – in den bisherigen Verhältnissen unterhalb des Gemeindehauses fehlte all dies. Den Werkdienstmitarbeitenden stehen neu WCs und Duschen – «Geschlechter getrennt, vielleicht arbeitet auch einmal eine Frau bei uns im Werkdienst» – zur Verfügung. «Im Vergleich zur jetzigen Situation tönt es nach Luxus, aber es ist einfach heutiger Standard.»
Am 22. September wird das neue Gebäude feierlich eingeweiht. Gleiches gilt für ein neues Pikettfahrzeug der Feuerwehr. «Dieses hätte am alten Ort überhaupt keinen Platz mehr», weiss Gemeinderat Müller. Sein Blick schwenkt über das Gebäude. «Dass die Anzahl Tore genau mit den Buchstaben aufgeht, ist zwar ein Detail. Aber eines, das zeigt, dass dieser Bau bis ins Detail gelungen ist.» Bis zur Eröffnung ist aber noch einiges zu tun. Einige Holzbretter der Fassade müssen ausgetauscht, der Belag beim Parkplatz und die Anlage begrünt werden. «Und der Werkdienst und die Feuerwehr haben Zügelstress», sagt Müller und lacht.
Glas, Alu und Blech unterirdisch
Die Entsorgungsstelle ist ein weiterer Teil des «FeuerWerks». Auch hier stehen Zügelarbeiten an. Die Papiercontainer müssen an den neuen Ort gebracht werden. Eine neue Lösung gibt es hingegen bezüglich Glas, Alu und Blech. Diese Materialien werden in unterirdischen Containern gesammelt.
Braucht wohl nicht 4,8 Millionen Franken
Wegen Einwendungen im Bereich der Kreuzung «Heim» hat der Bau des «FeuerWerks» später begonnen, als angedacht war. Weil es keinerlei Verzögerungen gab, «im Gegenteil», steht einer termingerechten Einweihung aber nichts im Wege. Lauter gute Nachrichten, die Gemeinderat Hansruedi Müller verkündet. Und für die Steuerzahler die beste Nachricht: «Wir steuern auf eine Kreditunterschreitung zu», sagt Müller. Von den bewilligten 4,8 Millionen Franken werde wohl nicht alles Geld benötigt.



