Goldene Stunde rettet Leben
28.08.2018 WohlenFeuerwehr: Hauptübung rund ums Schulhaus Bünzmatt mit neun Posten und Einsatzübung
Die Feuerwehr Wohlen lud die Bevölkerung an der Hauptübung ein, das Feuerwehrhandwerk an neun Posten aus nächster Nähe kennenzulernen. Actionreich ...
Feuerwehr: Hauptübung rund ums Schulhaus Bünzmatt mit neun Posten und Einsatzübung
Die Feuerwehr Wohlen lud die Bevölkerung an der Hauptübung ein, das Feuerwehrhandwerk an neun Posten aus nächster Nähe kennenzulernen. Actionreich ging es bei einer Einsatzübung der Strassenrettung zu und her. Die Feuerwehrleute befreiten verletzte Personen aus Autowracks.
Joël Gattlen
Ruhe herrscht. Plötzlich heulen Sirenen auf. Feuerwehrautos und Krankenwagen treffen auf dem Areal des Bünzmattschulhauses ein. Als die Feuerwehrleute aussteigen, bietet sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Zwei Autos sind frontal ineinandergefahren. Totalschaden. Personen sind eingeklemmt. Ein Auto liegt auf der Seite.
Es folgt eine Einschätzung der Lage. Dann wird sofort zur Tat geschritten. Die Strassenrettung der Feuerwehr Wohlen befreit die eingeklemmten Personen aus den Autowracks mittels hydraulischer Schere und hydraulischem Spreizer.
Die wichtigsten 3 mal 20 Minuten
«Rund 20 Minuten sollte die Befreiung und Erstversorgung der Verunfallten maximal dauern», erklärt Feuer wehrkommandant Marcel Christen. Dies sei insbesondere für die sogenannte «Golden hour of shock» kurz «Golden hour» relevant. Dieses Prinzip besagt, dass der Verunfallte die grösste Überlebenschance hat, wenn er nach einer Stunde ab Unfallereignis im Spitalbett liegt. Zudem sei so die Chance am grössten, dass bei den Verletzten keine bleibenden Schäden entstehen.
«Die ersten 20 Minuten werden in der Regel für den Notruf, die Alarmierung und die Anfahrt benötigt. Dann folgen rund 20 Minuten für die Befreiung und Versorgung. Die letzten 20 Minuten werden für die Übergabe und den Transport zum Spital gebraucht», erklärt Christen fachmännisch. Ob die «Golden hour» eingehalten werden könne, hänge von vielen Faktoren ab. «Das Wetter, die Unfallsituation sowie viele weitere Parameter wirken sich stark auf die Einsatzzeit aus», betont Christen.
Dieser ist seit 13 Jahren als Feuerwehrkommandant bei der Feuerwehr tätig. Neu ist er bei der Gemeinde Wohlen fest angestellt. «Lange Zeit habe ich alles im Milizdienst geleistet. Mittlerweile ist die Feuerwehr Wohlen aber die viertgrösste des Kantons Aargau und die Aufgaben des Feuerwehrkommandanten wären in einer Milizfunktion schlichtweg nicht mehr zu bewältigen», versichert Christen.
Atemschutzposten und Höhenrettung als Highlight
Die Hauptübung der Feuerwehr Wohlen fand auf dem Areal des Schulhauses Bünzmatt statt. Alle sechs bis acht Jahre wird diese in Form eines Tages der offenen Tür veranstaltet. Dieses Jahr war es wieder so weit. «Die Bevölkerung kann an neun verschiedenen Posten das Handwerk der Feuerwehr Wohlen besser kennenlernen und sehr vieles selber ausprobieren.» Auch der Rettungsdienst Neeser und die Regionalpolizei Wohlen waren vor Ort und betrieben eigene Posten. Ein Konzept, das bei der Bevölkerung ankommt. Beim Posten der Höhenrettung brauchte es ganz schön Mut.
Rund 400 Besucher besuchten die Hauptübung. Die aktive Feuerwehr verfügt aktuell über einen Mannschaftsbestand von 111 Personen. Davon 15 Frauen. 90 der Feuerwehrangehörigen waren an der Hauptübung vor Ort.
Oldtimer muss restauriert werden – Spender gesucht
Auf dem Gelände des Schulhauses Bünzmatt wurde auch ein Feuerwehroldtimer von 1934 ausgestellt. Das ehemalige Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Wohlen stammt vom ehemaligen US-Automobilhersteller Packard.
«Leider ist das wunderschöne Fahrzeug in die Jahre gekommen und muss dringend restauriert werden. Aktuell arbeiten wir einen genauen Restaurierungsplan aus. Wir schätzen, dass die Reparatur rund 100 000 bis 150 000 Franken kosten wird. Aus diesem Grund sammeln wir bereits jetzt Spendengelder für die Instandsetzung», bekräftigt Christen. Interessierte können sich mit der Feuerwehr Wohlen in Verbindung setzen. Ebenso Interessierte am Feuerwehrdienst.






