Spiel, Spass und Schirme
12.05.2018 Villmergen26. Schülerturnier des FC Villmergen
«Fussball gehört einfach ins Freiamt», ist sich Eric Notter sicher. Als Organisator des Schülerturniers des FC Villmergen will er den Kindern einen unvergesslichen Tag schenken. ...
26. Schülerturnier des FC Villmergen
«Fussball gehört einfach ins Freiamt», ist sich Eric Notter sicher. Als Organisator des Schülerturniers des FC Villmergen will er den Kindern einen unvergesslichen Tag schenken.
«Oh, nein! Es regnet wieder», ruft ein Mädchen. Ihre Freundinnen schauen in den Himmel, wo die dicken Tropfen herkommen. «Aber das ist kein Problem», beschwichtigt das Mädchen. «Dann müssen wir einfach ein bisschen vorsichtiger spielen.» Die Mädchenmannschaft FC Unicorn ist bereit, sie wollen das 26. Villmerger Schülerturnier in ihrer Alterskategorie gewinnen. Ein Ziel, das 53 weitere Schülerteams ebenfalls verfolgen. Es ist 8 Uhr. Anpfiff. Die Mädchen stürmen aufs Feld. Rund um den Hauptplatz haben sich die Eltern und Fans der Kinder versammelt, die meisten tragen einen Schirm bei sich. Doch das hält sie nicht davon ab, ihre kleinen Fussballer anzufeuern.
«Wir lassen uns vom Wetter nicht unterkriegen», erklärt Organisator Eric Notter. «Es ist sogar angenehmer, wenn es ein bisschen regnet. Letztes Jahr war es so heiss, dass wir mit den Kindern besonders aufpassen mussten, damit sie keinen Sonnenbrand oder Sonnenstich bekommen.» Bereits zum 26. Mal findet das Schülerturnier in Villmergen statt. Was ursprünglich als Aktion zum Anwerben von Junioren gedacht war, hat sich mittlerweile zum festen Bestandteil des Villmerger Jahresprogramms gemausert. «Wir führen das Turnier nicht mehr wegen der Publicity weiter, sondern um der Kinder willen», erzählt Notter. «Das Turnier ist im Dorf sehr beliebt.»
Für ihn gibt es nichts Schöneres, als in die strahlenden Kinderaugen zu schauen und zu hören, wie viel Spass es den kleinen Kickern macht. «Wir haben viele Freiwillige, die hier schon seit Jahren mithelfen, damit das Turnier ein schönes Erlebnis für die Kinder wird», sagt Notter.
Fairness ist wichtig
Insgesamt 85 Helfer kümmern sich um die Kinder, stehen hinter dem Grill oder der Theke, um die Besucher auch kulinarisch verwöhnen zu können. «Wir rechnen etwa mit 1500 Besuchern heute», schätzt Notter. «Bei schönem Wetter wären es wohl mehr geworden.» Besonders freut ihn, wie fair die Kinder miteinander umgehen. «Fairness ist das A und O bei einer solchen Veranstaltung.» Vor einigen Jahren suchte der FC Villmergen das Gespräch mit den Eltern der Schüler, um sie für das Thema Mobbing zu sensibilisieren. «Aber wir hatten bisher keine gravierenden Probleme, den Kindern gehts hauptsächlich um den Spass, nicht nur ums Gewinnen.»
Sich um andere kümmern
Das spürt man auf dem Fussballfeld. Es ist 14.30 Uhr, in vier Minuten muss der FC Unicorn wieder auf das Feld. Es geht um den Einzug in den Halbfinal. Und ihr Gegner wird seinem Namen gerecht. «Die ‹Strong Girls› sind sehr stark», erklärt eine Zuschauerin den Mädchen. «Bei ihnen müsst ihr vor allem hinten bleiben und gut verteidigen.» Kurz darauf stürmen die Mädchen auf das Feld und gehen gleich zu Beginn in Führung. Doch die «Strong Girls» wollen das nicht auf sich sitzen lassen, sie kämpfen um den Sieg. Sie wollen es unbedingt in den Halbfinal schaffen. Doch da passiert es: Gleich neben dem Tor des FC Unicorn rutscht eines der «Strong Girls» auf dem nassen Boden aus. Doch anstatt ihr den Ball wegzunehmen, gehen die Mädchen des FC Unicorns zu ihr hin. «Hast du dich verletzt, tuts weh?», fragen sie. Das Spiel wird unterbrochen, das Mädchen geht vom Feld und eine Ersatzspielerin kommt.
Doch auch mit neuer Power schaffen es die «Strong Girls» nicht, den Ball in das Tor des FC Unicorn zu spielen. Nach 15 Minuten ist es vorbei, der FC Unicorn steht im Halbfinal. Die Mädchen kreischen vor Freude. Dennoch gehen sie nach dem Spiel zu dem verletzten Mädchen, fragen, wie es ihr geht und ob sie helfen können. Denn: «Es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern dass alle Spass haben», erklären die Mädchen. --chg



