An Ideen mangelt es nicht
08.05.2018 WohlenGenossenschaft Athleticum Niedermatten besichtigte den Sportpark Bünzmatt
Sie sind Nachbarn, die Vereine in den Niedermatten und im neuen Schüwo-Park. «Wir wollen mit allen gut zusammenarbeiten und Synergien nutzen», versprach Urs Meier, ...
Genossenschaft Athleticum Niedermatten besichtigte den Sportpark Bünzmatt
Sie sind Nachbarn, die Vereine in den Niedermatten und im neuen Schüwo-Park. «Wir wollen mit allen gut zusammenarbeiten und Synergien nutzen», versprach Urs Meier, Mitglied der neuen Betreibergesellschaft.
Chregi Hansen
Die Leichtathleten konnten vor 14 Jahren ihr neues Zuhause einweihen. Im kommenden Herbst ist es für die beiden Hockeyclubs und die Eisläufer so weit. Doch was hier entsteht, interessiert auch auf der anderen Strassenseite. «Vor zwei Jahren wurde uns an der GV das Vorprojekt vorgestellt, jetzt stehen wir vor einem fast fertigen Gebäude», begrüsste Präsident Christian Müller die Mitglieder der Genossenschaft Athleticum zur Besichtigung.
Konnte Urs Meier vor zwei Jahren nur Pläne zeigen, so durfte er jetzt die Interessierten durch den neuen Sportpark führen. Und der Präsident der Eisbahn-Genossenschaft und gleichzeitig Vizepräsident der Sportpark Bünzmatt AG wusste viel Spannendes zu erzählen. «Hier entsteht etwas Grossartiges», ist Meier überzeugt. Trotz beschränkter finanzieller Mittel will man möglichst das Optimum herausholen. Das schafft man durch eine kompakte Bauweise und das Nutzen von Synergien.
Tennis in der Eishalle?
«Wo immer es möglich ist, suchen wir nach solchen», erklärt Meier. Sei es bei den ganzjährig nutzbaren Garderoben für Badi- und Eisbetrieb, beim Restaurant, bei der Kasse. «Wir wollen auch später im Betrieb mit möglichst wenig Personal auskommen. Wer hier arbeitet, muss vielfältig eingesetzt werden können.»
Auch wenn sich das Projekt schon lange in der Umsetzung befindet und die Einweihung im Oktober geplant ist, gibt es immer wieder Anpassungen. «Es entstehen ständig neue Ideen, wie die Anlage noch besser genutzt werden kann», freut sich Meier. So interessiert sich eine Tennisschule dafür, die Halle im Sommer zu nutzen, um so auch bei Regen Unterricht anbieten zu können. Auf der Eisplatte der alten Anlage wollen Pro Velo Wohlen und die Repol einen Fahr-Parcours für junge Velofahrer einrichten. Und der Minigolfclub träumt dank der neuen Anlage von internationalen Turnieren. «Da kaum noch neue Bahnen gebaut werden, ist das Interesse dementsprechend gross», weiss Meier. Eine riesige Nachfrage besteht auch bereits nach den drei Beach-Sportplätzen. «Beach-Sport ist total im Trend», so Meier. «Diesem Trend kommen wir entgegen.» Und die neue Rutschbahn wird sicher die Attraktion in der Badi. Wenn diese dann endlich offen ist. Das ist auch der einzige Wermutstropfen. «Wir haben keine Ahnung, wann wir loslegen können», bedauert Meier. Und noch einen Ärger gilt es zu verkraften. Bei der geplanten Bushaltestelle direkt vor dem Sportpark stellt sich der Kanton noch quer. «Aber wir bleiben dran. Schliesslich entsteht hier zusammen mit der Niedermatten ein Sportlermekka, das seinesgleichen sucht», versprach Meier den Leichtathleten, die davon auch profitieren könnten.
Freude an dem, was entsteht
Genossenschaft Athleticum Niedermatten zu Besuch im Sportpark Bünzmatt
Die Leichtathleten haben ein ganz tolles Stadion. Mit grossem Interesse schauten sie sich aber an, was derzeit vis-à-vis von ihnen entsteht. Von der neuen Eishalle zeigten sich die Genossenschafter beeindruckt. Und auch von den Ausführungen von Urs Meier.
Chregi Hansen
«Ich glaube, wir hatten noch nie so viele Teilnehmer an einer GV», lachte Christian Müller, der Präsident der Genossenschaft Athleticum. Der Grund für den Aufmarsch lag aber weder an den Traktanden noch an den Kochkünsten von Vic Hollinger, sondern am Vorprogramm. Denn vor der Versammlung gab es eine Führung durch den neuen Sportpark.
Und Urs Meier, Vizepräsident des Verwaltungsrates der Sportpark Bünzmatt AG, freute sich über das grosse Interesse. «Wenn es euch gefallen hat, macht ruhig Werbung. Wir machen solche Führungen gerne. Wir wollen, dass die Freiämter wissen, was hier entsteht», bedankte er sich bei den Leichtathleten. Stolz führte er die interessierten Teilnehmer durch die Halle. Und zeigte ihnen von der oberen Terrasse aus, was rundherum alles passiert.
Wer wird Wirt im Schüwo-Park?
Beim Blick auf die Arbeiten in der Badi kommt aber auch ein wenig Sorge ins Spiel. «Für uns als Betreiber ist es eine absolute Notwendigkeit, dass die Eröffnung der Badi vor den Sommerferien stattfindet», erklärte er. Ob das der Fall sein wird, kann derzeit niemand sagen. Und das ist für die Betreiber doppelt ärgerlich. Zum einen fehlen Einnahmen. Zum anderen muss derzeit Personal gesucht und angestellt werden. «Vor allem die Suche nach einem Wirt oder einer Wirtin für das Restaurant läuft auf Hochtouren», berichtet Meier. Bewerber gibt es einige, aber die Ansprüche sind hoch. «Es ist sicher keine leichte Aufgabe, hier erfolgreich zu wirten. Aber dank dem Neubau haben wir nun einen Ganzjahresbetrieb in unserer Gastronomie», so der Vizepräsident.
Zugleich deuten sich weitere Synergien an. So ist es möglich, dass die Mitglieder des Tennisclubs nach dem Bau der Energie-Traglufthalle in den Wintermonaten die Garderobe und das Restaurant im Sportpark nutzen. Entsprechende Verhandlungen sind am Laufen. Gerne möchte die AG auch mit den anderen benachbarten Vereinen zusammenarbeiten. «Wir sind immer offen für Gespräche und Ideen», verspricht Meier.
Vorerst nur überdacht, spätere Einhausung möglich
Im Detail erklärte er den Gästen den Aufbau der Halle. Auf Interesse stiess beispielsweise der Eingangsbereich, der neu mit Ticketautomat funktioniert. Beeindruckt zeigten sich die Genossenschafter von der Dimension der Halle. «Fast jeder, der hier reinkommt, hat das Gefühl, das Eisfeld sei grösser als das alte. Aber es ist genau gleich gross – es wirkt nur völlig anders», machte Meier deutlich. Zudem erklärte er, dass die Halle offen konzipiert sei, aber so ausgebaut werde, dass man sie später ganz einhausen kann. «Hätten wir das schon jetzt gemacht, wären Mehrkosten von rund 2,5 Millionen Franken entstanden, das war nicht finanzierbar.»
Für einige Diskussionen unter den Besuchern sorgte das Restaurant. Einige meinten, mit seinen 50 Sitzplätzen sei es zu klein geraten. «Wir können uns beim Bau nicht auf einige wenige Spitzentage ausrichten», verdeutlichte der Vizepräsident. Und: Im Sommer stehen im Aussenbereich viele weitere Plätze zur Verfügung. Zu einem Schmuckstück soll dereinst die Lounge im Obergeschoss mit Blick aufs Spielfeld und in die Badi werden. Hier sollen Anlässe aller Art durchgeführt werden. «Wir sind bestens ausgerüstet für verschiedenste Firmen- und Vereinsanlässe», sagt Meier. So kann man beispielsweise die ganze Eishockey-Ausrüstung und die Eisfläche mieten für einen Plauschmatch mit anschliessendem Essen. «Es ist bekannt, dass wir unsere Mietausrüstung sehr gut pflegen, diese Abende sind darum weit herum gefragt.»
Meier schwärmt von der neuen Eishalle. Aber auch die Badi wird ein Prunkstück – wenn sie dann endlich fertig ist. Langsam nimmt auch die Umgebung Formen an, dank einer Spende fällt der Spielplatz im Eingangsbereich nun grösser aus als geplant. Bald schon werden die Abbrucharbeiten an der alten Eisbahn beginnen, allerdings nur an den Gebäuden, die Betonplatte selber wird weiter genutzt. «Der Sportpark soll zu einem Treffpunkt werden. Hier kommen Sportler genauso zum Zug wie jene, die ein wenig Freizeit geniessen wollen», sagt Meier. Und zusammen mit dem benachbarten Sportzentrum bekommt Wohlen so eine Anlage, wie sie in diesem Ausmass nur selten anzutreffen ist. «Wo sonst kann man in so kurzer Distanz so viele Sportarten betreiben oder dabei zuschauen?», fragte Meier.
Vereine sollen zusammenarbeiten
Rund eine Stunde nahm sich der Vizepräsident des Verwaltungsrates Zeit für die Besichtigung und beantwortete viele Fragen. Er ist froh über das Interesse der Leichtathleten. «In Wohlen haben die Sportvereine schon immer gut zusammengearbeitet. Das wird auch nach der Eröffnung unseres Sportparkes so bleiben», meinte er zum Schluss. Und diese klare Botschaft kam bei den Leichtathleten sicher bestens an.



