1000 Mal jubeln
13.01.2026 Fussball, Sport, WohlenDreitägiges Fussballfest
Hallenturnier des FC Wohlen
Ob Sponsoren, Juniorinnen, Junioren, Menschen mit Handicap oder Legenden – für Fussballliebhaber gab es am Wochenende in der Hofmattenhalle einiges zu sehen. Von Freitag bis Sonntag ...
Dreitägiges Fussballfest
Hallenturnier des FC Wohlen
Ob Sponsoren, Juniorinnen, Junioren, Menschen mit Handicap oder Legenden – für Fussballliebhaber gab es am Wochenende in der Hofmattenhalle einiges zu sehen. Von Freitag bis Sonntag wurde am Hallenturnier des FC Wohlen gekickt. Für Freude und strahlende Gesichter sorgte aber nicht nur das Geschehen auf dem Platz. St.-Gallen-Profi Alessandro Vogt besuchte seinen Stammverein und verteilte Autogramme. --jl
Hallenturnier des FC Wohlen in der Hofmattenhalle mit rund 2000 Personen
Es war ein Wochenende voller Emotionen. Während der drei Turniertage konnten die Zuschauer in der Hofmattenhalle einiges erleben. 222 Spiele, fast 1000 Tore, ehemalige regionale Fussballgrössen, den Shooting-Star des Schweizer Fussballs, Gänsehaut und Freudentränen.
Josip Lasic
Plötzlich musste er noch als Schiedsrichter einspringen. Marcel Amrein, Co-Präsident des FC Wohlen und OK-Mitglied des Hallenturniers, hatte ohnehin schon ein intensives Wochenende hinter sich. Das Turnier der FF17-Juniorinnen am Sonntag dauerte länger als geplant, und es fehlten Schiedsrichter für das parallel laufende G-Junioren-Turnier. Kurzerhand griff Amrein selbst zur Pfeife. «Für mich war das der Höhepunkt des ganzen Turniers», erzählt er. «Plötzlich war ich mittendrin. Man erlebt dann alles ganz anders. Die Zuschauer, die Eltern, die Trainer und natürlich die Kinder selbst. All ihre Emotionen, die Freude, wenn sie Tore erzielen. Das hat mir Gänsehaut bereitet.»
Momente der Gänsehaut, der Freude, des Glücks und der Tränen gab es über die drei Turniertage aber enorm viele. 222 Spiele fanden auf neun verschiedene Turniere verteilt statt. Insgesamt fielen 938 Tore. «Fast 1000 Mal durfte gejubelt werden», sagt Amrein. Beispielsweise am Samstag, beim Turnier der Menschen mit Handicap. Die Spannung war gigantisch im Final. Die Entscheidung zwischen den Wohlern des FC Fortuna Integra und den Ponte Kickers aus Windisch fiel erst im Penaltyschiessen. Der Jubel beim Heimteam der Integra kannte keine Grenzen nach dem entscheidenden Penalty. «Menschen mit Handicap haben selten die Gelegenheit, solche Turniere zu bestreiten. Umso schöner war es, ihre Freude zu sehen.»
Ex-Profis gegen Ex-Profis bei den Legenden
Am Samstagabend gab es auch kuriose Szenen zu sehen. Beim Legendenturnier konnte man beispielsweise Zweikämpfe zwischen dem Sportchef und dem Trainer des FC Muri beobachten. Sportchef Alessio Passerini traf mit dem AS Olympia Wohlen auf die FCW-Legenden mit Muri-Trainer Alain Schultz. Der Turniersieg ging am Ende erneut an Schultz und seine Teamkollegen. Neben ihm stand mit Michael Winsauer, Piu, Reto Felder, Jean-Pierre «Schibi» Roth, Andrea del Sole und Danijel Knezevic eine komplett aus ehemaligen Challenge-League-Spielern bestehende Truppe auf dem Platz. In Olympia Wohlen hatten sie aber starke Konkurrenz. Neben Passerini liefen mit Gerardo Viceconte und Edi Sljivar auch bei ihnen einige ehemalige Hochkaräter auf. Die restlichen Teams (BSFC One Way Wohlen, FC Bünz Maiengrün / Tägerig / Niederwil, FC Frick, FC Wohlen 40+, FC Villmergen, FC Grossrat) hatten gegen diese starken Mannschaften das Nachsehen. «Für Spieler, die früher nicht in höheren Ligen unterwegs waren, ist es auch ein Erlebnis, mal gegen solche Leute spielen zu dürfen», sagt Roland Vogt. Der neue Wohler Gemeindeammann hilft seit Jahren bei der Organisation des Hallenturniers mit. Diesmal sorgte er für einen Höhepunkt, indem er seinen Sohn mitbrachte. St.-Gallen-Stürmer Alessandro Vogt gab am Sonntag Autogramme. Der Profi, der selbst dem FCW-Nachwuchs entstammt, sorgte für Begeisterung bei den jungen Fussballern. «Er war vor Ort, als das G-Junioren-Turnier lief. Ich dachte, dass sie vielleicht noch etwas zu jung sind, um beurteilen zu können, wer Alessandro ist», so Amrein. «Da habe ich mich geirrt. Trainer kamen mit ihren ganzen Teams, um Fotos zu machen und Autogramme zu holen.» Selbst Luigi Ponte, Präsident des Aargauer Fussballverbandes AFV, musste wegen Vogt am Sonntag noch einmal auftauchen. Ponte war am Freitag beim Sponsorenturnier – die Aargauische Kantonalbank A hat gewonnen – als Schiedsrichter im Einsatz. Am Samstag war er beim Turnier der Menschen mit Handicap als Betreuer seiner Ponte Kickers vor Ort, die gleich mit zwei Teams starteten. Am Sonntag war es dann sein Enkel, der unbedingt ein Autogramm von Alessandro Vogt wollte, der Ponte wieder in die Hofmattenhalle brachte.
Für jeden etwas dabei
Das E-Juniorenturnier gewann am Ende der SC Zofingen. Bei den F-Junioren ging der Sieg an Kriens. Bei den Juniorinnen konnte sich sowohl in der FF14- als auch in der FF17-Kategorie der FC Turgi durchsetzen. Bei den G2-Junioren war der FC Suhr siegreich und bei den G1-Junioren der FC Wohlen blau. «Rund 2000 Menschen waren über die drei Tage in der Halle. Bei den Junioren kommen nicht nur Eltern, sondern auch Göttis, Tanten, Onkel. Alles in allem war es ein fantastisches Turnierwochenende», resümiert Amrein. Es war für jeden etwas dabei, voller Emotionen und ein Treffpunkt für die ganze Region. Für so einen Anlass hilft der Co-Präsident auch gern als Schiedsrichter aus.








