Wohlen-Flut beim FC Muri
17.04.2026 Sport, FussballEin besonderes Derby
Beim FC Muri spielen fast nur Ex-Wohler
Es ist ein kurioser Fakt. 18 Spieler beim FC Muri haben eine Vergangenheit beim FC Wohlen. Da sind selbst eingefleischte Fans des Freiämter Fussballs überrascht angesichts dieser ...
Ein besonderes Derby
Beim FC Muri spielen fast nur Ex-Wohler
Es ist ein kurioser Fakt. 18 Spieler beim FC Muri haben eine Vergangenheit beim FC Wohlen. Da sind selbst eingefleischte Fans des Freiämter Fussballs überrascht angesichts dieser Fülle. Das Derby zwischen dem FC Wohlen II gegen den FC Muri (Freitag, 20.30 Uhr, Niedermatten) erhält so eine besondere Note. Wer der Favorit ist, scheint jedoch glasklar. --red
2. Liga: FC Wohlen II – FC Muri (Freitag, 20.30 Uhr, Niedermatten)
Heftig viel: 18 Spieler im Muri-Kader haben eine Vergangenheit beim FC Wohlen. «Das war mir gar nicht bewusst», meint Muri-Präsident Michael Stadelmann. Das Derby der Ex-Wohler beim FC Muri gegen den FC Wohlen II wird somit noch ein wenig spezieller.
Stefan Sprenger
Zeiten ändern sich. Früher, wenn ein Wohler zum FC Muri wechselte (oder umgekehrt), «wurde mit demjenigen Spieler nicht mehr geredet», sagt Michael Stadelmann. Auch wenn er die Aussage mit einem Augenzwinkern sagt, ist viel Wahres dran. Ein Wechsel zwischen den beiden Rivalen gab es selten, war verpönt. Das ist schon Jahrzehnte her. Heute ist das anders.
Nur vier Spieler kickten nie beim FCW
Natürlich wechseln Spieler aus der Region innerhalb der Region in andere Teams. Das ist ganz normal. Besonders diejenigen vom FC Wohlen, die eine grosse und starke Nachwuchsförderung besitzen und im Team Aargau mitmischen. Aber die Summe der Spieler beim FC Muri, die auf den Niedermatten in Wohlen eine Vergangenheit haben, ist krass. Alejandro Scheifele, Davide Silano, Simone Parente, Belmin Mrkonja, Tihomir Grabovica, Fabian Burkard, Jan Burkard, Luca Passerini, Leon Alimi, Eltion Shabani, Momo Seferi, Miguel Ferreira, Kenan Domazet, Valentin Gashi, Nermin Saric, Leonit Rexhaj, Gentrim Uka und Fidan Tafa. Co-Trainer Nico Stadelmann und Sportchef Alessio Passerini gehören ebenso dazu. Und Trainer Alain Schultz ist eine FC-Wohlen-Legende. Gerade mal vier Spieler im aktuellen Kader haben keine Wohlen-Vergangenheit: Bryan Huber, Radovan Radevic, Edison Imeri und Burim Hasanramaj.
«Qualitätsunterschied vorhanden»
Präsident Michael Stadelmann «war nicht bewusst, dass es so viele sind», wie er sagt. Ist der FC Muri selbst nicht in der Lage, eigene Spieler in die 2. Liga zu bringen? Oder wie erklärt er sich diese Masse an Ex-Wohlern? «Der FC Wohlen hat viele talentierte Fussballer und eine starke Nachwuchsförderung. Und ja, da ist verglichen zu uns sicherlich ein Qualitätsunterschied vorhanden», erklärt Präsident Stadelmann. «Jene Spieler, denen es nicht in die 1. Mannschaft beim FC Wohlen reicht, sind natürlich interessant für Teams aus den unteren Ligen. Und somit auch für uns. Nicht jeder kann den Sprung schaffen, logisch. Alle Vereine rundherum profitieren davon», so Stadelmann. Er sagt aber auch, dass es auch ganz viele frühere Muri-Spieler gibt, die nun woanders kicken. Ein aktuelles Beispiel: Im Winter wechselten gleich sechs Murianer zum FC Bremgarten. «Oder es gibt Jan Schneider in Schöftland oder Matteo Pasquarelli in Cham, die in höheren Ligen spielen. Natürlich sind die Türen für Ex-Murianer immer offen bei uns.»
Auch ein Grund für die Wohlen-Flut auf der Brühl sei der Fakt, dass Sportchef Passerini und Trainer Schultz eine grosse Vergangenheit beim FC Wohlen haben. «Dennoch ist es speziell, dass es so viele sind.»
FCW-Trainer Luongo: «Muri ist Favorit»
Stadelmann sagt: «Natürlich hätten wir gerne mehr Einheimische. Am liebsten würde ich nur mit einstigen FC Muri-Junioren in der 1. Mannschaft spielen. Aber es ist eine Frage der Qualität, des Willens, des Bisses.» Und dies ist nicht bei jedem Spieler gleich vorhanden. «Wir setzen aber auf eigene Nachwuchsspieler und integrieren sie fortlaufend.»
Am Freitag treffen alle Ex-Wohler beim FC Muri auf ihren ehemaligen Verein. In den Niedermatten ist Derby-Zeit. Auf dem Papier eigentlich eine klare Sache. Muri, 3. Rang, 30 Punkte, will ganz vorne mitspielen. Wohlen II, 11. Rang, 16 Punkte, in Abstiegsgefahr. «Muri ist der Favorit. Aber es ist möglich, sie zu schlagen», sagt FCW-Trainer Rino Luongo, der auf viele Zuschauer hofft. Auch Luongo war überrascht, als er hörte, wie viele Ex-FC-Wohlen beim FC Muri spielen. Klar, dass die Derby-Vorfreude dadurch nur noch gesteigert wird.
Schultz: «Ein richtiges Derby»
Beim FC Muri fällt Momo Seferi länger aus. Er hat sich im Cup-Halbfinal gegen Mutschellen das Kreuzband gerissen. Präsident Stadelmann sagt vor dem Derby: «Ein Sieg ist gefordert. Gegen Wohlen umso mehr. Wenn wir unsere beste Leistung zeigen, schaffen wir das. Wir dürfen einfach keinen Wischiwaschi-Fussball zeigen und das Gefühl haben, dass es ein Spaziergang wird.» Muri-Trainer und Wohlen-Legende Schultz sagt: «Das wird ein richtig tolles Derby.»
Übrigens: Das Hinspiel im September endete mit einem 4:1-Sieg für die Murianer. Die Torschützen waren Tihomir Grabovica (2), Fabian Burkard und Miguel Ferreira. Es sind allesamt – wenig überraschend – frühere FC-Wohlen-Spieler.


