Unter bizarren Vorzeichen
23.05.2025 Sport, Weitere SportartenRudern: Swiss Raw fliegt zur Pacific Challenge
Das Team Swiss Raw vom Ruderclub Hallwilersee hat vor zweieinhalb Jahren als erstes Team aus einem Binnenland die Atlantic Challenge gewonnen. Jetzt will es den Sieg an der Pacific Challenge. Die Bedingungen sind allerdings ...
Rudern: Swiss Raw fliegt zur Pacific Challenge
Das Team Swiss Raw vom Ruderclub Hallwilersee hat vor zweieinhalb Jahren als erstes Team aus einem Binnenland die Atlantic Challenge gewonnen. Jetzt will es den Sieg an der Pacific Challenge. Die Bedingungen sind allerdings nicht optimal.
Am 7. Juni startet das Ruderteam von Swiss Raw mit seinem Boot «Achilles» von Monterey (Kalifornien) nach Kauai (Hawaii). Vor den Teilnehmern liegen 4444 Kilometer. Das Rennen ist Teil der Serie «The World’s Toughest Row». Nach dem Sieg 2022 bei der Atlantic Challenge will das Team nun auch die Pacific Challenge gewinnen.
Heute Freitag sind Samuel Widmer, dessen Vater aus Wohlen stammt, und seine Teamkollegen Jan Hurni, Ingvar Groza und Yassin Boussena nach Kalifornien abgeflogen. Der Murianer Yves Neupert, Teammanager von Swiss Raw, beschreibt die nächsten Schritte: «Zunächst müssen sie das Boot, das nach Kalifornien verschifft wurde, ausräumen. Das Material ist so verstaut, dass die Kabinen unbewohnbar sind. Alles muss neu eingeräumt werden. Ausserdem steht ein Materialcheck an. Die Veranstalter prüfen die Pflichtausrüstung, um sicherzustellen, dass beim Transport nichts beschädigt wurde. Dazu kommen ein offizieller Fototermin und Training auf dem Wasser.»
Kleine Konkurrenz
Und dann beginnt das Rennen – gegen eine überschaubare Konkurrenz. Bei der Atlantic Challenge hat Swiss Raw 35 andere Teams hinter sich gelassen. Diesmal starten neben ihnen nur vier andere Boote. «Das ist schade», sagt Neupert. «Die Pacific Challenge ist ein relativ neues Rennen und muss sich noch etablieren. Es waren meist weniger Boote dabei als bei der Atlantic Challenge. Diesmal gab es viele Absagen. Es ist ein anderes Gefühl, über 30 Boote hinter sich zu lassen statt nur vier.» Die Gründe dafür sind laut Neupert vielfältig. Ein oft genannter Grund: die Politik des US-Präsidenten Donald Trump. «Alles ist komplizierter geworden. Das haben wir schon beim Verschiffen des Bootes gemerkt. Der administrative Aufwand war enorm.»
Von den fünf teilnehmenden Teams kommen drei aus den USA. Ein weiteres ist ein britisch-irisches Team, Daneben starten die Schweizer von Swiss Raw. Erschwerend kommt hinzu, dass Swiss Raw als einziges Viererboot gegen zwei Dreierteams und zwei Fünferteams antritt. «Es wird nicht leicht, die Boote mit fünf Ruderern zu schlagen, aber das ist unser Ziel.»
Gesundheitlich angeschlagen
Laut Neupert ist das Team bereit, obwohl Jan Hurni Rückenprobleme hat und fitgespritzt werden musste. «Wir sind schon zu weit drin, um einen Rückzieher zu machen. Die Atlantic Challenge wäre sicher attraktiver mit über 30 Booten und einigen Topteams. Aber wir haben uns jetzt auf diese Pacific Challenge festgelegt, machen das Beste daraus und ziehen das durch.»
Auch wenn die Vorzeichen schwierig sind, wäre es für Swiss Raw ein grosser Erfolg, nach der Atlantic Challenge auch die Pazifiküberquerung zu gewinnen. --jl
Infos zum Team von Swiss Raw, zum Projekt und zu Möglichkeiten der Unterstützung per Sponsoring oder Crowdfunding: https://swiss-raw.ch/
