«Träume von einer Medaille»
06.01.2026 Sport, BobAusblick auf das Jahr 2026 mit Melanie Hasler – sie freut sich auf Grossereignisse und Herausforderungen
Das Jahr 2026 verspricht für die Berikerin Melanie Hasler zwei sportliche Höhepunkte: die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina ...
Ausblick auf das Jahr 2026 mit Melanie Hasler – sie freut sich auf Grossereignisse und Herausforderungen
Das Jahr 2026 verspricht für die Berikerin Melanie Hasler zwei sportliche Höhepunkte: die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo sowie die Europameisterschaft in St. Moritz. Die 27-Jährige ist ambitioniert und freut sich auf die Herausforderungen, die das Jahr mit sich bringt.
Josip Lasic
Bei Melanie Hasler ist die Redewendung «Guter Rutsch» wörtlich zu nehmen. Kurz vor dem Jahreswechsel ist die Bobpilotin sowohl im Mono- als auch im Zweierbob zur Olympia-Limite gerutscht. «Es ist zwar noch nicht offiziell, dass wir zu den Olympischen Spielen fahren, aber das Wichtigste war, die Limiten von Swiss Olympic zu erreichen», erklärt sie. «Jetzt steht einer Teilnahme nichts mehr im Weg.»
Nach Peking 2022 wird die Berikerin also voraussichtlich ein zweites Mal Olympia-Luft schnuppern. Die Vorfreude ist riesig. «Es ist allerdings eine andere Art der Freude als noch vor vier Jahren. Mein Ziel war von Anfang an die Teilnahme 2026. Vor Peking freute ich mich, dass ein Traum in Erfüllung ging, der ursprünglich für die Zukunft geplant war», erzählt sie. «Ich dachte immer, dass eine Teilnahme an den Olympischen Spielen eine einmalige Sache wird, wenn es mir überhaupt gelingt. Und jetzt darf ich wieder dabei sein. Das hätte ich mir nie erträumt.»
Eine andere Erfahrung als in Peking
Die Sportlerin gibt zu, dass sie diesmal vermutlich aufgeregter sein wird als bei ihrem Debüt. «Ich bilde mir nicht ein, dass ich vorbereitet bin, weil ich schon einmal dabei war. Das wird ein ganz anderes Level.» Ihre Olympia-Premiere fand unter besonderen Bedingungen statt. 2022 prägte die Corona-Pandemie die Wettkämpfe. Besonders in China galten noch strikte Massnahmen. «Es waren zwar Olympische Spiele in Peking, aber es fühlte sich wie ein normaler Weltcup an. Jetzt wird alles anders. Nicht nur die Pandemie fällt weg. Die geografische Nähe ändert vieles. Kein Jetlag, gewohntes europäisches Essen, mehr Zuschauer und Angehörige, die dabei sein werden. Deshalb ist es sehr wichtig für mich, wieder dabei zu sein, und schön, dass Olympia diesmal so nah ist. Aber ich masse mir nicht an zu behaupten, dass ich in Olympia-Atmosphäre geübt bin.» Und trotzdem ist Hasler ehrgeizig. «Ich träume von einer Medaille. Ich weiss, dass alles möglich ist, vor allem im Monobob. Beim Weltcup in Cortina d’Ampezzo lag ich nach dem ersten Lauf auf Rang 1. Alles ist offen und das motiviert mich sehr. Zweierbob ist schwieriger wegen des Materials, wo wir im Nachteil sind. Aber auch dort gilt: Es ist eine technische Bahn und vier Läufe, in denen alle gut runterkommen müssen. Darum ist auch dort alles möglich.» In Peking holte sie einen 7. Rang im Monobob und einen 6. Platz im Zweierbob. Damit sicherte sie sich Olympische Diplome. «Ich möchte sicher erneut im Diplombereich sein. Der Traum bleibt aber eine Medaille.»
Vorfreude trotz Ungewissheit
Wo Melanie Hasler bereits viel Medaillenerfahrung hat, sind Europameisterschaften. 2023 gab es Silber im Zweierbob, 2024 Bronze im Zweier und 2025 Silber im Monobob. 2026 finden die Europameisterschaftsrennen in St. Moritz statt. Noch bevor sie an Olympia startet, erlebt sie diesen weiteren Höhepunkt. «Neben den Olympischen Spielen geht die Heim-EM als Highlight bei vielen fast vergessen. St. Moritz ist eine Bahn, die jedes Jahr neu ist. Es gibt immer wieder Stellen, an denen man anders fahren muss als in den Vorjahren. Dadurch ist es immer ein sehr spannendes Rennen. Die meisten Sportler freuen sich darauf. Und da wir in den letzten drei Jahren konstant EM-Medaillen geholt haben, möchte ich das nochmals bestätigen.»
An Zielen für das neue Jahr mangelt es der Sportlerin nicht. Ebenso wenig an Vorfreude. Und das, obwohl das Jahr auch mit Ungewissheit verbunden ist. «Ich habe das Gefühl, es steht mir noch viel Neues bevor, weiss aber nicht, was», sagt sie lachend. «Aber im Ernst. Ich mache mir bereits Gedanken, was nach den Olympischen Spielen kommt. Ich weiss nicht, ob ich weitermachen kann. Finanziell muss es mit den Sponsoren stimmen. Dann weiss ich nicht, ob meine Anschieberinnen weitermachen oder ob mein Rücken noch mitmacht. Ich bin neben dem Sport auch bei der Armee angestellt. Das läuft aber nur noch bis August. Es sind noch viele Fragen offen. Aber das ist doch irgendwie aufregend. Ich bin bereit dafür und gespannt, was noch alles auf mich zukommt.»
Rang 5 und 10
Melanie Hasler startete am Wochenende am Weltcup in Winterberg. Sie erreichte im Monobob Rang 10 und belegte im Zweierbob den 5. Platz. Am kommenden Wochenende steht bereits die EM in St. Moritz auf dem Programm. --red

