Rosies wilder Ritt
23.01.2026 Zufikon, Region BremgartenTurnshow war sehr erfolgeich
An der Turnshow des Zufiker Turnvereins wurde das Dorf zusammengetrommelt, um gemeinsam seine Turnerinnen und Turner zu unterstützen. Alle drei Auftritte waren ausverkauft. Wer ein Ticket ergattern konnte, wurde mit feinen ...
Turnshow war sehr erfolgeich
An der Turnshow des Zufiker Turnvereins wurde das Dorf zusammengetrommelt, um gemeinsam seine Turnerinnen und Turner zu unterstützen. Alle drei Auftritte waren ausverkauft. Wer ein Ticket ergattern konnte, wurde mit feinen Älplermagronen, einer rasanten Show mit der Kuh Rosie und einem geselligen Abend belohnt.
Die Turnhalle ist bereits gerappelt voll. Einige Kinder ziehen in ihren grünen «Turnerlibli» durch die Ränge und verkaufen eifrig Tombola-Tickets, während die Gäste genüsslich ihre Älplermagronen verspeisen und auf den Anfang der Show warten. Langsam geht das Licht aus und es erklingt ein Anruf durch die Lautsprecher. «S Rosie isch devo!» Was zu Beginn für Verwirrung sorgt, wird schnell aufgeklärt. Rosie ist nicht etwa eine senile alte Frau oder ein Kind, nein, Rosie ist eine schwarz-weiss gescheckte Kuh. Im ersten Moment hat der Chefdetektiv kein grosses Interesse am Fall, doch als er sich dann Hals über Kopf in die Besitzerin von Rosie verliebt, ist er bereit, der Kuh bis ans Ende der Welt zu folgen.
Durch den Zufiker Flughafen gerannt
Die Suche beginnt in der Bibliothek, wo die kleinsten Turnenden ihren ersten grossen Auftritt haben und einige unter ihnen auch ihr erstes Lampenfieber erleben. Die Euphorie im Publikum ist schon von der ersten Sekunde an spürbar. So feuern sie die Kleinen ab der ersten Minute mit rhythmischem Klatschen an. Doch was dann geschieht, hätte kein Zufiker zu träumen gewagt. Rosie rennt durch den Sicherheitscheck des Zufiker Flughafens und erwischt den ersten Flug nach Mexiko und nicht etwa nach «Flagranti», wie es sich der Assistent des Detektivs wünscht. Denn in Flagranti ist die Polizei ausserordentlich gut. «Ich höre immer, dass Diebe in Flagranti erwischt werden», sagt der Assistent zu seinem Chef.
Das dynamische Detektiven-Duo, das etwas an «Dick und Doof» erinnert, führt das Publikum mit seinem Humor durch den Abend. Von philosophischem Gedankengut von René Descartes bis zu den grossen Eutern von Rosie haben sie alles im Repertoire. Besonders der dilettantische Assistent, der nie um ein Wort verlegen ist, sorgt für viele Lacher im Saal, während hinter dem Vorhang in Windeseile die Geräte für die nächste Einlage aufgestellt werden.
Beeindruckende Geräteturnerinnen und Geräteturner
Besonders beeindruckend sind die Geräteturner, die von der Familie Dobler trainiert werden und scheinbar mühelos über die Bühne fliegen. Mit ihren Flickflacks, Saltos und Handständen begeistern sie das Publikum. Eine stolze Mutter erzählt während der Pause, dass das Geräteturnen im Turnverein Zufikon ganz ohne Drill und mit viel Spass vermittelt werde und zu diesen tollen Ergebnissen führe. Diese Freude am Sport und an der Bewegung ist deutlich spürbar und macht Lust, selbst mitzuturnen.
So geht es auch der Kuh Rosie, die in jeder Einlage vertreten ist, ob bei den Cowboys im Wilden Westen oder im Liegestuhl an einem Strand in Mexiko, Rosie geniesst ihre Freiheit in vollen Zügen und ist den Detektiven immer ein Schritt voraus. Am Ende erwischen sie die beiden aber dennoch. Doch sie ist nach wenigen Minuten schon wieder auf freiem Fuss, da der Chefdetektiv erfährt, dass die Besitzerin von Rosie verheiratet ist. Deshalb entscheidet er schnurstracks, sie wieder freizulassen. «Die gaht denn scho wider hei, wenn sie gnueg gfiiret hät», meint er bloss. Dies gilt wohl auch für die Festgesellschaft in der Turnhalle.
«This ain’t Texas», das ist Zufikon
Den krönenden Abschluss macht die Männergruppe des Turnvereins, die zum Lied «Üs ghört d Nacht» eifrig – gekleidet in Tanktops – Bierkästen umherhebt und den Ton für den Rest des Abends setzt.
Langsam finden sich auch die Turnerinnen und Turner bei ihren stolzen Familien und Freunden ein. Einige von ihnen bleiben für die Party, die an diesem Abend noch steigt. Das Cowgirl, das ordentlich einheizen wird, steht bereits auf der Bühne und singt «This ain’t Texas». Wo sie recht hat, hat sie recht. Das ist nicht Texas, das ist Zufikon. Doch langweilig wird einem hier auch nicht. --gum

