Die Schweizer Frauen mit drei Freiämterinnen schaffen souverän die Qualifikation für die Europameisterschaft
Zwei deutliche Siege gegen Bosnien-Herzegowina und Italien reichen. Zum dritten Mal in Serie ist die Schweiz an der Europameisterschaft dabei. ...
Die Schweizer Frauen mit drei Freiämterinnen schaffen souverän die Qualifikation für die Europameisterschaft
Zwei deutliche Siege gegen Bosnien-Herzegowina und Italien reichen. Zum dritten Mal in Serie ist die Schweiz an der Europameisterschaft dabei. Erstmals schafft man das aber aus eigener Kraft. «Ein mega wichtiger Erfolg», sagt die Murianerin Daphne Gautschi.
Die Saalsporthalle in Zürich erhebt sich. 2400 Zuschauer. Ausverkauft. Die Schweizerinnen schaffen gegen Italien nach mühevollem Start (14:11 zur Pause) einen deutlichen 38:19-Sieg. Eine Gala zum Abschluss der EM-Qualifikation. Schon zwei Tage vorher – beim 32:13-Kantersieg gegen Bosnien-Herzegowina – wurde das EM-Ticket gelöst. In der Saalsporthalle gegen Italien folgt die Kür. Und als Vroni Keller, die wohl grösste Legende im Schweizer Frauenhandball, nach Spielschluss als Co-Trainerin verabschiedet wird, kullern einige Tränen. «Es waren zwei spezielle Spiele», sagt Seraina Kuratli.
Kuratli mit Traumquote
Die Torhüterin aus Wohlen kommt in beiden Partien zum Einsatz. Acht Paraden zeigt die Freiämterin gegen Bosnien-Herzegowina (57 Prozent Abwehrquote), sieben Paraden sind es gegen Italien (das ergibt eine Traum-Abwehrquote von 63 Prozent). Speziell war es, weil man die Qualifikation erreicht hat «und beim Heimspiel in Zürich auch sonst sehr viel los war», so die Torfrau, die mit GC Amicitia/Zürich bald in die Play-offs starten wird. «Ich habe in der Saalsporthalle – meiner Heimstätte – noch nie so viele Menschen gesehen. Es hat riesig Spass gemacht. Ich durfte viel lernen», so Kuratli, die in einer Woche 19 Jahre alt wird.
Erstmals auf rein sportlichem Weg geschafft
In den beiden entscheidenden EM-Quali-Spielen gab es zwei souveräne Siege, alle Spielerinnen erhielten Zeit auf dem Feld – und dennoch dominierte man die Gegnerinnen oft nach Belieben. «Die Qualifikation wurde von uns erwartet. Es ist aber auch unser Mindestanspruch, den wir an uns selber haben, wenn wir uns weiterentwickeln wollen», so Kuratli.
Und das Team von Nationaltrainer Knut Ove Joa macht stetig Schritte nach vorne. Diese EM-Qualifikation ist historisch, weil es der Schweiz erstmals aus eigener Kraft gelingt, an eine Europameisterschaft zu fahren. 2022 schaffte man dies nur, weil Russland vom Turnier ausgeschlossen wurde und die Schweiz nachrückte. 2024 fand die EM im eigenen Land statt – und man war deshalb qualifiziert. Nun schafft man es auf rein sportlichem Weg, dank starken Leistungen und je zwei Siegen gegen Italien und Bosnien-Herzegowina.
Nora Snedkerud aus Widen erzielte am Kreis in beiden Spielen total fünf Tore. Die Murianerin Daphne Gautschi trifft in beiden Spielen je vier Mal ins Schwarze. Gautschi meint: «Wir haben nicht unsere besten Spiele gezeigt und dennoch souverän gewonnen. Die Qualifikation war nie in Gefahr. Das ist ein mega wichtiger Erfolg und für uns der nächste grosse Schritt. Die EM-Quali war fast ein Muss, die Ansprüche an uns steigen – und das ist gut so», so die 25-jährige Rückraumspielerin.
Eine zerstückelte EM, «die wenig fassbar ist»
Die Europameisterschaft findet im Dezember 2026 statt. Und sie ist ziemlich zerstückelt. Die Spielorte sind in Polen, Rumänien, Tschechien, Slowakei und in der Türkei. «Es ist ein Turnier, das deshalb wenig fassbar ist», sagt Gautschi. An welchem Standort und gegen welche Gegnerinnen die Schweiz in der Vorrunde spielen wird, zeigt sich nach der Auslosung diesen Donnerstag. Für die Schweizerinnen wichtiger denn je: «Wir sind dabei. Und auch dort haben wir hohe Ziele», so Gautschi. --spr