Hungrig auf Heimspiel
11.04.2025 Sport, SchwingenSchwingen: Die Döbeli-Brüder Andreas und Lukas vor dem Guggibad-Schwinget am Sonntag
Der Guggibad-Schwinget ist ihr Heimspiel. Lukas und Andreas Döbeli vom SK Freiamt gehören zum Favoritenkreis am Schwingfest in Buttwil. Die Sarmenstorfer wollen sich ...
Schwingen: Die Döbeli-Brüder Andreas und Lukas vor dem Guggibad-Schwinget am Sonntag
Der Guggibad-Schwinget ist ihr Heimspiel. Lukas und Andreas Döbeli vom SK Freiamt gehören zum Favoritenkreis am Schwingfest in Buttwil. Die Sarmenstorfer wollen sich dabei nicht unter Druck setzen lassen.
Josip Lasic
Bei vier der fünf letzten Ausgaben des Guggibad-Schwinget hiess der Sieger stets Joel Strebel. Für den SK Freiamt wäre es dieses Jahr besonders schön, wenn wieder ein Athlet aus den eigenen Reihen gewinnt. Es handelt sich schliesslich um das Jubiläums-Schwinget. Der Freiämter Verein feiert seinen 100. Geburtstag. Strebel fehlt jedoch bei dieser Ausgabe verletzt.
Die Chancen auf einen «Heimsieg» sind dadurch nicht zwingend geringer. Der SK Freiamt hat mit den Sarmenstorfer Brüdern Andreas und Lukas Döbeli gleich zwei weitere «Eidgenossen» in seinen Reihen. Diese steigen am Schwingfest in Buttwil in die Hosen. Andreas Döbeli sagt: «Es wäre schön, das Heimfest zu gewinnen, aber die Konkurrenz ist diesmal extrem stark.»
Niveau wie an einem Kranzfest
In den letzten zehn Jahren gab es am Guggibad-Schwinget generell wenige verschiedene Sieger. Joel Strebel gewann viermal, Nick Alpiger zweimal. Je einmal waren Tobias Widmer und Patrick Räbmatter die Gewinner. Wegen der Coronapandemie fand der Anlass 2020 und 2021 nicht statt. Von den Siegern der letzten Jahre wird neben Strebel nur Widmer fehlen. Er musste seine Karriere verletzungsbedingt beenden. Räbmatter und Alpiger sind aber dabei. Die beiden Baselbieter Eidgenossen Lars Voggensberger und Adrian Odermatt komplettieren das Feld der startenden Eidgenossen. «Es sind ja nicht nur sie, die um den Sieg mitschwingen werden», sagt Andreas Döbeli. «Wir haben im Nordwestschweizer Verband viele starke Teilverbandsschwinger, beispielsweise die Roth-Brüder oder Sinisha Lüscher. Sie können jedem der ‹Bösen› gefährlich werden. Das diesjährige Guggibad ist, was das Niveau der Teilnehmer betrifft, sehr nah an einem Kranzfest.»
Vor drei Jahren hat wenig gefehlt
Und Kranzfeste werden die Döbelis in diesem Jahr noch einige absolvieren. Höhepunkt wird dabei das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest Ende August im Glarnerland sein. «Wenn die Saison zu Ende ist und wir zurückblicken, wird das Guggibad wahrscheinlich nicht der wichtigste Wettkampf gewesen sein», sagt Andreas Döbeli. «Aber die Saison hat gerade erst begonnen. Es ist unser Heimwettkampf und dann auch noch zum 100-Jahr-Jubiläum. Das ist schon etwas Besonderes und wir nehmen das sehr ernst. Lukas Döbeli: «Gleichzeitig wollen wir uns nicht unter Druck setzen. Wenn man versucht, etwas zu erzwingen, ist die Chance gross, dass es nach hinten losgeht.» Die Döbelis gehören schon seit Jahren zur Elite des Schweizer Schwingsports. Gemessen daran wirkt es etwas überraschend, dass es für den 26-jährigen Andreas erst die siebte Teilnahme am Guggibad sein wird. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder ist sogar erst zum sechsten Mal dabei. Neben den zwei ausgefallenen Ausgaben während der Covidpandemie, mussten die Brüder oft verletzungsbedingt auf ihr Heimfest verzichten. 2022 standen das letzte Mal beide im Sägemehl am Guggibad-Schwinget. Und wie. Andreas stand im Schlussgang gegen Vereinskollege Strebel, musste sich ihm geschlagen geben und landete am Ende auf Rang 3a. Lukas Döbeli hat sich damals in der Rangliste zwischen die beiden Schlussgangteilnehmer gedrängt und den 2. Platz geholt. Vielleicht ist das ein gutes Omen.
Am vergangenen Wochenende starteten sie ausserdem am Gibelschwinget vielversprechend in die Saison. Andreas Döbeli beendete das Schwingfest auf Rang 2a, sein jüngerer Bruder Lukas auf 4b. Ehrgeizig wie die Döbelis sind, reicht ihnen das aber noch nicht. Lukas: «Es war in Ordnung. Ich war während des Winters verletzt und hatte dementsprechend nicht die beste Vorbereitung. Gemessen daran ist es sicher kein schlechtes Resultat. Es ist aber durchaus noch Luft nach oben», kommentiert er. «Wir konnten dort auch einmal mehr gut sehen, dass an jedem Schwingfest, in jedem Gang das Maximum gefordert ist. Sonst stellt man plötzlich gegen einen Gegner und am Ende reicht das aus, dass man nicht in den Schlussgang kann.»
Nächsten Eidgenössischen Kranz im Fokus
Das soll ihnen am Guggibad nach Möglichkeit nicht passieren. Abgesehen davon, dass es für sie ein Heimspiel ist, ist es auch ein Comeback. Der ältere der beiden Brüder nahm seit 2022 und seiner damaligen Schlussgangteilnahme nicht mehr am Guggibad-Schwinget teil. Lukas Döbeli startete in den letzten zwei Jahren, musste aber im Vorjahr verletzungsbedingt aufgeben. Die beiden sind hungrig. Dies merkt man an ihren Aussagen zur kommenden Saison und dem ESAF im August. «Wenn man ein ‹Eidgenosse› ist, dann ist die blosse Teilnahme kein Ziel mehr. Wir kämpfen darum, einen weiteren eidgenössischen Kranz zu gewinnen.»
Und diesen Ehrgeiz wollen sie bis zum ESAF auch an den anderen Schwingfesten zeigen. Lukas Döbeli: «Wir wollen an jedem Schwinget, in jedem Gang unsere beste Leistung abrufen.» Mit dieser Einstellung sind die Chancen nicht schlecht, dass es am Guggibad-Schwinget zum Vereinsjubiläum wieder einen Sieger aus den Reihen des SK Freiamt gibt.


